Hitzeschutzmaßnahmen in Lichtenberg

Eine Trinkflasche wird am Trinkbrunnen aufgefüllt. Sie trägt den Aufdruck "Berlin bleibt cool"

Pressemitteilung vom 17.07.2025

Im Zuge des Klimawandels werden die Sommer in Berlin immer heißer – das betrifft auch den Bezirk Lichtenberg. Mit unterschiedlichen Maßnahmen und Strategien handelt das Bezirksamt aktiv, um die Bevölkerung in Hitzeperioden bestmöglich zu unterstützen, über geeignete Maßnahmen aufzuklären und konkrete Hilfestellung zu leisten.

Berlinweit werden die Gebiete mit thermischen Belastungen im Berliner Umweltgerechtigkeitsatlas der zuständigen Senatsverwaltung ausgewiesen, dieser wird alle drei Jahre aktualisiert. Ergänzend liegt das vom bezirklichen Umwelt- und Naturschutzamt beauftragte Gutachten zur Analyse von klimarelevanten bezirklichen Freiräumen vor. Die Bestandsdaten wurden von der bezirklichen Klimaleitstelle zusammengeführt. Auf der Grundlage der Bezirkskarte sind die thermisch belasteten Planungsräume ausgewiesen. Zusätzlich identifiziert das Gesundheitsamt im Rahmen seiner Aufgaben besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen sowie prioritäre Standorte wie Pflegeinrichtungen, Krankenhäuser und betreute Wohneinrichtungen. Im Zusammenhang mit der Umsetzung von konkreten Hitzeschutzmaßnahmen ist die aktuell vom bezirklichen, ehrenamtlichen Bürger:innenklimabeirat initiierte Bevölkerungsumfrage zu Hitzeschutzmaßnahmen sehr hilfreich.

Um vulnerable Lichtenberger Bürgerinnen und Bürger vor Hitze zu schützen, greift die Hitzeschutzkoordination im Gesundheitsamt vor allem auf Hitzewarnketten zurück. Dabei erhält die Hitzeschutzkoordination die vom Deutschen Wetterdienst herausgegebenen Hitzewarnungen und gibt diese ab Hitzewarnstufe 2 zum einen an die angeschlossenen Pflege- und Senioreneinrichtungen weiter. Dort werden entsprechende Hitzeschutz-Maßnahmen, welche jedes Senioren- und Pflegeheim für hinreichend erachtet, in die Wege geleitet. Eine zweite Hitzewarnkette gibt es in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt. Ebenfalls ab Hitzewarnstufe 2 informiert das Sozialamt die verschiedenen Träger, welche wiederum auf gefährdete Personengruppen einwirken (z.B. obdachlose und wohnungslose Menschen). Unterstützung bieten hier ebenfalls der Foodtruck des Deutschen Roten Kreuzes sowie perspektivisch auch die zertifizierten ehrenamtlichen Unterstützungskräfte des ZEUS-Projektes des Bezirksamtes.

Darüber hinaus hat der Bezirk die vom Senat zur Verfügung gestellten Zuwendungsmittel dafür genutzt, um konkrete Hitzeschutzmaßnahmen in die Wege zu leiten. In diesem Jahr werden folgende zwei Projekte unterstützt:

  1. Das DRK-Hitzeschutztelefon bietet eine ständige Erreichbarkeit über ein kontinuierlich besetztes Bürgertelefon 24/7 in den Sommermonaten seit dem 1. Juni 2025. Ziel ist es, sofortige Unterstützung und Beratung anzubieten, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. Das DRK-Hitzeschutztelefon ist erreichbar unter 030/ 23 989 30 50 für den Süden und 030/ 80 933 19 14 für den Norden des Bezirks Lichtenberg.
  2. Ebenfalls gehen für den Bezirk Lichtenberg weitere Trinkwasserbrunnen in Betrieb. Sie sind für Bürgerinnen und Bürger eine weitere Möglichkeit, bei Hitze eine kostenfreie Abkühlung zu erhalten. Derzeit gibt es 28 Trinkwasserbrunnen im Bezirk. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln kann das Bezirksamt weitere 4-5 Standorte erschließen. Die Klimaleitstelle des Bezirksamtes konnte zusätzlich Fördermittel für sechs weitere Trinkwasserbrunnen akquirieren. Eine Übersicht über die bereits vorhandenen Brunnen gibt es unter https://www.bwb.de/de/trinkbrunnen.php

Weiterhin wurden Fördermittel für die Einrichtung eines Gemeinschaftsgartens auf einer öffentlichen Grünfläche eingeworben. Die Schaffung von hitzeangepassten, grünen Aufenthaltsräumen in Wohnquartieren ist ein weiterer Schwerpunkt beim Hitzeschutz. Dazu gehören Sonnensegel auf Kinderspielplätzen, Pavillons in Grünanlagen zur Unterstützung der mobilen Stadtteilarbeit, Baumgießaktionen sowie Bepflanzungen mit hitzeresistentem Pflanzgut. Die Maßnahmenumsetzung liegt beim bezirklichen Grünflächenamt.

Seit Beginn des Jahres konnte die Stelle einer Klimaanpassungsmanagerin beim Umwelt- und Naturschutzamt besetzt werden. Eine ihrer Aufgaben ist die Erfassung des bezirklichen Entsiegelungspotenzials.