Das Bezirksamt Lichtenberg betreibt seit circa zehn Jahren eine Seewasserfilteranlage im Obersee in Alt-Hohenschönhausen, die dort die Wasserqualität verbessert. Um die Funktionsfähigkeit dieser Anlage zu optimieren, ist es nun notwendig, die östliche Bucht des Obersees zu entschlammen. Diese Maßnahme trägt zusätzlich dazu bei, die Lebensraumbedingungen im See zu verbessern und erhöht den Erholungswert für Besucherinnen und Besucher.
Noch im Juli beginnt die Absicherung der Baustelle, damit die eigentlichen Arbeiten zur Entschlammung im August starten können.
Am Montag, 8. September 2025 um 17:00 Uhr lädt das Bezirksamt Lichtenberg alle Interessierten zu einer öffentlichen Führung an der östlichen Uferbucht ein, bei der Fachleute die Maßnahme und die verwendete Technik direkt vor Ort vorstellen.
Bezirksstadträtin für Verkehr, Grünflächen, Ordnung, Umwelt und Naturschutz, Filiz Keküllüoğlu (Bündnis 90/Die Grünen): „Bei unserer Baustellenführung erfahren Sie, wie ein Saugboot arbeitet und welche Schutzmaßnahmen wir für Tiere und Pflanzen treffen. Unsere Fachleute beantworten gern Ihre Fragen. Die Maßnahme ist ein zentraler Schritt, um die Wasserqualität des Obersees langfristig zu sichern und sein ökologisches Gleichgewicht zu stärken.“
Hintergrund der Maßnahme: Jährlich lagern sich in der östlichen Bucht des Obersees rund fünf Zentimeter Sediment ab, welches über das Einzugsgebiet in den See gelangt. Durch diese Ablagerungen wird die Pumpe der Filteranlage, die seit 2019 zuverlässig einen Großteil des Phosphors entfernt, zusehends beeinträchtigt. Nach der Sedimententfernung kann die Filtertechnik wieder nachhaltig betrieben werden. Weiterhin werden dem See beim Entschlammen große Mengen an im Sediment gebundenen Nähr- sowie Schadstoffen entnommen. Dies wirkt sich positiv auf das ökologische Gleichgewicht des Sees aus. Dennoch wird der Obersee auch in Zukunft kein Badegewässer sein.
Einschränkungen während der Bauzeit: Während der Arbeiten werden Teilflächen des Oberseeparks für die Baustelleneinrichtung genutzt: Über den Kätheplatz führt eine Baustraße, die für die Öffentlichkeit eingeschränkt zugänglich sein wird und auf der großen Wiese entsteht ein eingezäunter Technikbereich. Die Parkwege bleiben überwiegend offen; kurzzeitige Sperrungen einzelner Abschnitte lassen sich jedoch nicht vermeiden. Nach Abschluss der Arbeiten werden sämtliche Flächen wiederhergestellt.
Geplanter Bauablauf: Bis Ende Juli 2025 werden Baustraße und Technikfläche eingerichtet. Eine Schwimmbarriere trennt anschließend die östliche Bucht ab; die Fische werden schonend in den übrigen Teil des Sees umgesetzt. Nach Kampfmittelsondierung und Grobreinigung beginnt die rund 15-wöchige Nassbaggerung mit einem Saugboot. Das Schlamm-Wasser-Gemisch wird in einer mobilen Siebbandpresse entwässert, gereinigtes Wasser fließt zurück in den See, der entwässerte Schlamm wird abtransportiert. Parallel sichern Wasserbausteine zwei ausgespülte Uferabschnitte und Pflanzungen fördern die Entwicklung neuer Röhrichtbereiche. Eine ökologische Bauüberwachung begleitet alle Schritte. Das Ende der Baumaßnahme ist für Dezember 2025 vorgesehen.
Umsetzung und Kosten: Das Vorhaben wird aus dem Kleingewässerprogramm der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt finanziert, beauftragt vom Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg, fachlich vom Ingenieurbüro AquaConstruct begleitet und baulich von der Eggers Umwelttechnik GmbH umgesetzt. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 966.433,69 Euro.