Stadtspaziergangsreihe zu Frauen im Widerstand

Pressemitteilung vom 16.04.2025

Anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 2025 laden der Verein Licht-Blicke und der Runde Tisch für politische Bildung Lichtenberg zu einer Stadtspaziergangsreihe mit dem Titel „An wen wollen wir erinnern?“ ein. In drei informativen Fußtouren geht es um Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, um Antisemitismus und um öffentliches Gedenken.

Die Spaziergänge in Rummelsburg, Karlshorst und Hohenschönhausen erzählen Geschichten von Frauen im Widerstand in Lichtenberg und beschäftigen sich außerdem mit den Fragen: An wen wollen wir erinnern? Wer soll öffentlich geehrt werden? Wie soll dies geschehen?

Termine:
Dienstag, 06. Mai 2025, 18:30 Uhr
Karlshorst: Else Runge – Widerstand in nationalkonservativer Nachbarschaft
Karlshorst war in der Weimarer Republik eher nationalkonservativ geprägt, anders als Lichtenberg, in dem traditionell links gewählt wurde. Dennoch gab es auch in Karlshorst Widerstand gegen den Nationalsozialismus. In der Junker-Jörg-Straße lebte die Kommunistin Else Runge mit ihrer Familie. Sie betätigte sich bis Kriegsende illegal in kommunistischen Strukturen und unterstützte Verfolgte. In der Hönower Straße befand sich ein Lager für über 500 Menschen, darunter auch Frauen, die Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten mussten.

Montag, 12. Mai 2025, 18:30 Uhr
Hohenschönhausen: Margarete Rossignol versteckte Verfolgte am Stadtrand
In der Weimarer Republik war Hohenschönhausen überwiegend linkspolitisch geprägt, doch auch die NSDAP konnte bereits in der Weimarer Zeit Wahlerfolge in Hohenschönhausen verbuchen. Der Stadtteil war bis in die 1970er-Jahre dörflich geprägt. Aber auch am Stadtrand gab es Widerstand gegen den Nationalsozialismus. So lebte die Widerstandskämpferin Margarete Rossignol mit ihrem Mann in der Strausberger Straße. Mehrfach diente ihre Wohnung als geheimer Treffpunkt. Auch mehrere Verstecke für Jüdinnen und Juden befanden sich in Hohenschönhausen.

Freitag, 16. Mai 2025, 18 Uhr
Rummelsburg: Die Sportlerinnen Käthe und Klara Tucholla und Brunhilde Prelle im Arbeiterinnenwiderstand
Wie viele Berliner Arbeiterviertel war Rummelsburg in der Weimarer Republik eine Hochburg der organisierten Arbeiterbewegung. Neben den Parteien gehörten dazu auch Sportvereine wie Sparta Lichtenberg oder der ASV Fichte. In Rummelsburg lebten die Arbeitersportlerinnen Käthe Tucholla und ihr Mann Felix sowie dessen Schwester Klara Tucholla und die Familie Zoschke. Über die gemeinsamen Verbindungen im Sport bildeten sich in der NS-Zeit Widerstandsgruppen, in denen mit Klara und Käthe Tucholla sowie Brunhilde Prelle, geborene Zoschke, Frauen aktiv waren.

Referentin der Stadtspaziergänge ist Trille Schünke-Bettinger, freie Bildungsreferentin an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand & im Netzwerk Frauentouren. Anmeldung unter: mitmachen@licht-blicke.or oder unter den Telefonnummern 0176/48 08 16 52 sowie (030) 50 56 65 18. Der Treffpunkt für den jeweiligen Spaziergang wird nach der Anmeldung mitgeteilt. Die Teilnahme ist kostenlos.