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Bezirksamt fördert Tagestreff im Weitlingkiez

Pressemitteilung vom 18.12.2018

Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) und die Bezirksstadträtin für Gesundheit, Katrin Framke (parteilos, für Die Linke) haben gestern gemeinsam eine gute Nachricht an den Tagestreff für Wohnungslose und Bedürftige in der Weitlingstraße überbracht: Um die Einrichtung auch am Wochenende öffnen zu können, hat das Lichtenberger Bezirksamt die Mittel für das Jahr 2019 um 45.000 Euro erhöht. Das Projekt wird durch ein berlinweit einmaliges Drei-Säulen-Modell finanziert: Die Mittel stammen vom Berliner Senat für Soziales, vom Lichtenberger Sozialamt sowie vom Lichtenberger Gesundheitsamt. Außerdem übergaben die beiden der Leiterin des Tagestreffs, Maria Richter, einen Scheck in Höhe von 500 Euro. Laut Richter fehlt es oft an Geld für ganz banale Dinger wie Papiertaschentücher oder warme Socken. Spenden sind jederzeit willkommen.

Bezirksbürgermeister Michael Grunst erklärte: „Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe prognostiziert deutschlandweit einen Anstieg auf rund 500.000 Bedürftige in diesem Jahr. Davon entfallen auf Berlin etwa 40.000 Wohnungslose. Parallel dazu unterliegt die Obdach- und Wohnungslosenhilfe ständigen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Demzufolge müssen wir auch bei den Finanzmitteln nachbessern, um entsprechende Angebote unterbreiten zu können. Das tun wir nun mit der erweiterten Förderung des Tagestreffs. Ich danke dem Humanistischen Verband Deutschland, der Träger des Treffs ist, und allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz und die alltägliche Hilfe.“

Bezirksstadträtin Katrin Framke kommentierte: „Obdach- und Wohnungslosigkeit sind in Deutschland in den letzten Jahren ein größer werdendes Thema, dass leider oft erst in der kalten Jahreszeit so richtig in den Fokus der Öffentlichkeit gerät. Durch die erhöhte Förderung kann nun die tägliche Kontaktarbeit ausgebaut werden. So wird es leichter, die Betroffenen in die regulären Hilfssysteme weiterzuleiten.“

Vor dem Besuch des Tagestreffs ließen sich die beiden Bezirksamtsmitglieder von der „KARUNA-Sozialgenossenschaft“ am Kältebahnhof Lichtenberg auf den aktuellen Stand bringen. Dort erfolgen im Auftrag der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales im Zwischendeck vermittelnde Hilfen für obdachlose Menschen. Ziel von KARUNA ist es, schutzsuchende Menschen in Notübernachtungen zu vermitteln. Ein Teil der betroffenen Obdachlosen ist aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage, Notunterkünfte in Anspruch zu nehmen. Gründe sind: Angst vor zu vielen Menschen, Sorge vor Gewalt oder zu engen Räume. Für sie besteht im U-Bahnhof-Lichtenberg die Möglichkeit zu übernachten. Außerdem können sie sich dort beraten lassen, Schutz suchen oder mit notwendigen Hilfsgütern wie warmen Getränken oder Schlafsäcken versorgt werden.

Vor kurzem haben KARUNA und der Tagestreff eine tragfähige Kooperation vereinbart, so dass Übernachtungsgäste morgens „nahtlos“ die Angebote der Obdachlosenhilfe des Tagestreffs wie Möglichkeiten zur Körperpflege, ärztliche Betreuung sowie Sozialberatung in Anspruch nehmen können. Eine vergleichbare Kooperation für Jugendliche und junge Erwachsene Obdachlose wurde mit dem nahe gelegenen „Drugstop“ des Vereins „KARUNA-Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not“ vereinbart.

Hintergrund:
Träger des Tagestreffs ist der Humanistische Verband Deutschland, LV Brandenburg.
Die Einrichtung unterhält einerseits den Tagestreff mit Essensausgabe, Kleiderversorgung, Wasch- und Hygienemöglichkeiten und Angeboten der Beratung von Menschen ohne eigene Wohnung und Angehörige sozialer Randgruppen sowie eine ambulante ärztliche und zahnmedizinische Versorgung.

Weitere Informationen:
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Bezirksstadträtin für Familie, Jugend, Gesundheit und Bürgerdienste
Katrin Framke
Telefon: (030) 90296-4000 | E-Mail