Entsiegelungsbilanz seit 2023

Entsiegelte Kanalstraße Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Mehr Grün statt Asphalt - Über 12.000 Quadratmeter in Lichtenberg entsiegelt

Seit der Wiederholungswahl im April 2023 verantworte ich als Bezirksstadträtin das Straßen- und Grünflächenamt sowie das Umwelt- und Naturschutzamt. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist seitdem die Anpassung Lichtenbergs an die Folgen des Klimawandels.

So haben wir 2023 in Lichtenberg mehr als 12.000 Quadratmeter versiegelte Fläche entsiegelt. Für mich ist das ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung in unserem Bezirk. Denn weniger Asphalt bedeutet mehr Raum für Grün, bessere Versickerung bei Starkregen und weniger aufgeheizte Flächen im Sommer. Weitere rund 2.250 Quadratmeter befinden sich derzeit am Vorplatz des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde in der baulichen Umsetzung.

Entsiegelung klingt zunächst technisch. Dahinter steckt aber etwas sehr Konkretes: Asphalt, Beton oder andere versiegelte Flächen werden zurückgebaut. Regenwasser kann wieder vor Ort versickern. Wo anschließend Grün entsteht, verbessert sich auch die Aufenthaltsqualität.

Seit 2023 haben meine Kolleg:innen im Straßen- und Grünflächenamt sowie im Umwelt- und Naturschutzamt bei mehreren Projekten gezeigt, was möglich ist.

Ein Beispiel ist die Entsiegelung am Betriebsbahnhof Rummelsburg. Bei der Neugestaltung der Grünanlage wurden rund 1.500 Quadratmeter befestigte Flächen entsiegelt und begrünt.

Auch bei der Grünverbindung an der Wartenberger Straße wurde eine große Asphaltfläche zurückgebaut. Ein etwa 20 Meter breiter Streifen des früheren Lagerplatzes des Straßen- und Grünflächenamtes wurde abgetrennt. Rund 2.500 Quadratmeter Betonfläche wurden aufgebrochen und entfernt. Gemeinsam mit angrenzenden Brachflächen zwischen Lagerplatz, Kleingartenanlage und Bahngelände entstand eine öffentliche Grünfläche. Die neue, drei Meter breite Wegeverbindung wurde wasserdurchlässig hergestellt.

Bei der Sanierung des südlichen Teilbereichs des Rudolf-Seiffert-Parks wurde das Wegesystem neu geordnet. Bis 2025 konnten dadurch rund 2.000 Quadratmeter versiegelte Wegeflächen zurückgebaut und begrünt werden.

Von 2024 bis 2025 wurde die Kanalstraße auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde neu geordnet. Die vorhandene, rund fünf Meter breite asphaltierte Fläche wurde zurückgebaut und auf einer Breite von etwa 3,5 Metern mit hellem Betonpflaster mit Versickerungsfugen neu hergestellt. Insgesamt wurden dabei rund 5.520 Quadratmeter dunkler Asphalt entfernt und durch rund 4.200 Quadratmeter helles Betonpflaster mit Versickerungsfugen ersetzt. Dadurch konnte die Flächenversiegelung um insgesamt rund 2.640 Quadratmeter reduziert werden. Regenwasser wird nicht mehr in die Kanalisation abgeleitet, sondern kann vor Ort versickern. Damit wird das Prinzip der Schwammstadt ganz konkret umgesetzt. Das Projekt wurde vollständig aus Mitteln des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms finanziert.

Bei der Neuordnung der Belagsflächen und Zufahrten des Stadions Friedrichsfelde in der Zachertstraße konnten 2025 und 2026 rund 400 Quadratmeter entsiegelt werden.

Neben den großen Projekten wurden zahlreiche kleinere Flächen in öffentlichen Grünanlagen entsiegelt. Allein 2023 kamen so weitere rund 3.000 Quadratmeter zusammen.

Entsiegelung im öffentlichen Straßenland

Darüber hinaus wurden im Jahr 2023 unter anderem Mittel- und Unterstreifen an der Frankfurter Allee entsiegelt. Weitere Entsiegelungen von Flächen für den ruhenden Verkehr erfolgten durch Materialsubstitution im Bereich der Frankfurter Allee einschließlich der Nebenfahrbahn auf Höhe der Hausnummern 140 bis 142. Auch im Areal zwischen Sewanstraße und Hönower Weg sowie an verschiedenen Standorten in Alt-Hohenschönhausen wurden bislang versiegelte Flächen für den ruhenden Verkehr wurden durch Materialsubstitution entsiegelt.

Hinzu kommen Entsiegelungen, die bei regulären Straßenbaumaßnahmen entstehen. Werden beispielsweise im Zuge einer Gehweginstandsetzung Baumscheiben vergrößert, verschwindet ebenfalls versiegelte Fläche. Diese vielen kleineren Maßnahmen werden im öffentlichen Straßenland bislang nicht in einer eigenen Entsiegelungsstatistik erfasst.

Weitere 2.250 Quadratmeter werden gerade auf dem Vorplatz des Zentralfriedhof Friedrichsfelde entsiegelt

Die Umgestaltung befindet sich bereits im Bau. Rund 2.250 Quadratmeter bislang befestigte Fläche werden entsiegelt. Zugleich wird die Entwässerung des Platzes vollständig von der Kanalisation der Berliner Wasserbetriebe abgekoppelt. Regenwasser soll künftig vor Ort in Mulden und Baumbeete fließen und dort versickern.

Damit steigt die Summe der seit 2023 bereits entsiegelten oder aktuell in baulicher Umsetzung befindlichen Flächen auf mindestens rund 14.300 Quadratmeter.

Die nächsten Projekte sind bereits in Vorbereitung

Ich will die Entsiegelung gemeinsam mit dem Straßen- und Grünflächenamt sowie dem Umwelt- und Naturschutzamt weiter vorantreiben. Dazu gehören insbesondere folgende Vorhaben:

Im Zuge der geplanten Umgestaltung der Gudrunstraße zwischen Fanningerstraße und Zentralfriedhof sollen rund 1.800 Quadratmeter durch neue Muldenflächen entsiegelt werden. Weitere Flächen kommen durch neue und größere Baumscheiben hinzu. Die bauliche Umsetzung ist zwischen 2027 und 2030 vorgesehen.

Im Landschaftsschutzgebiet Herzberge soll eine ehemalige asphaltierte Lagerplatzfläche von rund 2000 Quadratmetern entsiegelt werden. Ziel ist es, dort eine Weidefläche herzustellen und sie in den bestehenden Verbund der Weideflächen im Landschaftsschutzgebiet Herzberge einzubetten. So wird eine bislang versiegelte Fläche wieder Teil des Natur- und Landschaftsraums.

Es gibt noch Entsiegelungspotenzial

In Lichtenberg gibt es noch weiteres Entsiegelungspotenzial. Dazu gehört z.B. der Eugeniu-Botnari-Platz am Bahnhof Lichtenberg; diesen wollen wir auch ökologisch umgestalten. Ziel ist ein öffentlicher Raum, der besser mit Hitze und Starkregen umgehen kann und zugleich mehr Aufenthaltsqualität bietet.

Auch der “Grüne Gleisbogen“ hat ein großes Entsiegelungspotenzial. Ziel des Projekts „Grüner Gleisbogen“ ist es, auf der ehemaligen Industriebahntrasse der Niederbarnimer Eisenbahn eine rund 28 Kilometer lange, durchgehende Grün- und Wegeverbindung von Tegel bis zum Papenpfuhlbecken zu entwickeln.

Ein weiteres großes Potenzial liegt auf der versiegelten Fläche an der Hauptstraße 4–4D in Rummelsburg Hier besteht die Chance, die Fläche zu entsiegeln und als Grünfläche zu entwickeln.

Für mich als Bezirksstadträtin ist klar: Beim Klimaschutz entscheidet sich Glaubwürdigkeit nicht in Sonntagsreden, sondern auf konkreten Flächen. Klimaanpassung wird dort konkret, wo wir bereit sind, versiegelte Flächen neu zu denken und mehr Raum für Grün zu schaffen. An der Hauptstraße in Rummelsburg haben wir genau diese Chance. Ich möchte sie nutzen.

Entsiegelung braucht Fläche und Geld

So wichtig Entsiegelung ist: Sie passiert nicht von allein. Geeignete Flächen müssen gefunden, Planungen finanziert und die anschließende Pflege gesichert werden.
Deshalb gehört für mich auch zur Wahrheit: Wer mehr Grün und weniger Asphalt will, muss den Bezirken dafür die notwendigen finanziellen und personellen Möglichkeiten geben.
Trotz knapper werdender Mittel und Personalabbau haben wir seit der Wiederholungswahl zahlreiche Flächen von Asphalt und Beton befreit und begrünt. Diesen Weg will ich mit meinen Kolleg:innen im Straßen- und Grünflächenamt sowie im Umwelt- und Naturschutzamt weitergehen.
Denn gerade in einer wachsenden und dichter werdenden Stadt brauchen wir Flächen, die bei Starkregen Wasser aufnehmen und an heißen Tagen nicht zusätzlich Wärme speichern. Entsiegelung ist deshalb für mich ein ganz praktischer Baustein für mehr Lebensqualität und Klimaanpassung in Lichtenberg.

Kontakt

Rathaus Lichtenberg
Möllendorffstr. 6
10367 Berlin