Von Lichtenberg nach Maputo: Begegnungen, die verbinden

Manchmal führen Begegnungen weit weg von Zuhause dazu, dass man mit neuem Blick auf das eigene Leben schaut. So ging es mir auf meiner Reise in unsere Partnerstadt Maputo in Mosambik.

Wir wurden mit offenen Armen empfangen – von Schüler:innen, von engagierten Pädagog:innen, von Bürgermeister Rui Matusse und den Menschen in den Stadtteilen. Ihre Herzlichkeit, ihr Optimismus und ihr starker Zusammenhalt haben mich tief beeindruckt. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie unterschiedlich unsere Lebensrealitäten sind: Während wir in Berlin oft über Details diskutieren, fehlt es dort vielerorts an Essentiellem – wie Strom, Wasser oder sicheren Lebensmitteln.

Besonders bewegt hat mich das Thema Bodenversalzung. Klingt erstmal sehr technisch, ist aber ein ganz konkretes Problem für die Ernährungssicherheit: Durch den Klimawandel steigt das Meer, Regen fällt anders, und das Salz gelangt ins Erdreich. Wo früher Gemüse wuchs, wachsen plötzlich nur noch salzige Krusten. Für die Menschen vor Ort bedeutet das weniger Ernten, weniger Einkommen, weniger zu essen.
Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der Universität Eduardo Mondlane suchen die Menschen vor Ort nach Lösungen. Sie testen, wie man mit gezieltem Bewässern, Mulch gegen Verdunstung, angepasster Düngung und salzresistenten Pflanzen die Böden wieder fruchtbar machen kann. Ich durfte sehen, wie bereits Radieschen, Rote Bete und Süßkartoffeln wachsen.

Die Begegnung mit den Frauen von Magoanine hat mich sehr geprägt. Mit unglaublicher Stärke und Ausdauer kämpfen sie gegen die Folgen von Überschwemmungen. Sie organisieren sich, halten ihre Familien zusammen, stemmen die Gemeinschaft und sind das Rückgrat des Wandels. Ihr Mut und ihre Energie haben mich tief berührt. Diese Frauen zeigen, was es heißt, mit wenig Mitteln Großes zu schaffen.

Neben der Arbeit für Ernährungssicherheit war auch der Sportgeist spürbar. Wir haben erlebt, wie Kinder und Jugendliche mit leuchtenden Augen Fußball spielen in Trikots, die für Fairness, Vielfalt und Nachhaltigkeit stehen. Fußball verbindet weit über Grenzen hinweg, gibt jungen Menschen Hoffnung und schafft Gemeinschaft. Sport als Sprache, die überall verstanden wird.

Diese Erfahrungen haben mich sehr demütig gemacht. Wir können in Berlin vieles als selbstverständlich betrachten. In Maputo habe ich gelernt, dass sich mit wenig Mitteln, aber mit Engagement, Teamgeist und Kreativität sehr viel bewegen lässt. Das nehme ich mit für meine Arbeit hier in Lichtenberg.

Anfang September konnten wir unsere Freund:innen aus Maputo darauf in Berlin begrüßen. Auf dem Seenfest Orankesee haben wir gemeinsam getanzt und gelacht. Im Landschaftsschutzgebiet Wartenberger/Falkenberger Feldflur entdeckten wir gemeinsam die Natur und Artenvielfalt bei vielen Gespräche, in denen wir voneinander gelernt haben.

Dass sich unser Partner, Bürgermeister Rui Matusse, im Rahmen der Partnerschaftskonferenz ins Goldene Buch der Stadt Gießen eingetragen hat, erfüllte mich mit großer Freude. Dieser feierliche Augenblick war ein sichtbares Zeichen unserer Freundschaft, unseres Zusammenhalts und unserer gemeinsamen Verantwortung über Kontinente hinweg.

Mich macht es glücklich und stolz, Teil dieser lebendigen Partnerschaft zu sein. Sie zeigt mir immer wieder, dass Zusammenhalt keine Grenzen kennt. Gemeinsam können wir Zukunft gestalten – in Maputo, in Lichtenberg, überall.

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