Ausgezeichnet auf dem Lichtermarkt: Tierschutz trifft Umwelt- und Naturschutz in Lichtenberg

Am Sonntag, den 1. Dezember 2024, hatten wir im Rahmen des traditionellen Lichtermarktes vor dem Rathaus Lichtenberg die besondere Ehre, gleich zwei bedeutende Auszeichnungen zu verleihen: den 4. Lichtenberger Umwelt- und Naturschutzpreis sowie erstmals den Lichtenberger Tierschutzpreis.

Es erfüllt mich mit großer Freude und Stolz, das Engagement der Menschen in unserem Bezirk in den Bereichen Umwelt- und Tierschutz zu würdigen. Die ausgezeichneten Projekte und Initiativen zeigen eindrucksvoll, wie sehr sich die Menschen in Lichtenberg für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft einsetzen. Solch ein Engagement macht unseren Bezirk nicht nur grüner und nachhaltiger, sondern stärkt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ich danke allen Preisträger:innen herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz und hoffe, dass ihre Ideen und Aktionen viele Nachahmer:innen finden – sie sind ein Vorbild für uns alle.

Beide Auszeichnungen gehen auf Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung zurück. Ich bin dankbar, dass wir in Lichtenberg eine solch engagierte Zivilgesellschaft haben, die sich für den Schutz unserer Natur und Tierwelt einsetzt. Gemeinsam können wir viel bewegen – für ein grüneres, lebenswerteres und nachhaltigeres Lichtenberg.

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Mit dem erstmals verliehenen Lichtenberger Tierschutzpreis, der mit 1.000 Euro dotiert ist, haben wir Caroline Seige für ihren beeindruckenden Einsatz zum Schutz gebäudebewohnender Arten wie Vögeln und Fledermäusen ausgezeichnet.
Frau Seige ist Lichtenbergerin und kämpft seit neun Jahren ehrenamtlich mit Leidenschaft und Beharrlichkeit, um Gebäudebrüter berlinweit zu schützen. Besonders der Schutz der in Bedrängnis geratenen Berliner Spatzen ist ihr ein Herzensanliegen. Ihr Wirken ist vielfältig. Sie hält Vorträge über den Schutz von gebäudebewohnenden Tieren und kartiert Nester und Lebensstätten von Gebäudebrütern, die drohen im Zuge von Baumaßnahmen vernichtet zu werden.
Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen artenschutzrechtlichen Gegengutachten, die Frau Seige mit Mitgliedern der NaturFreunde bislang ehrenamtlich erarbeitet hat. Sie und ihre Mitstreiter: innen begehen ehrenamtlich die Baustellen – oft bis zu vierzig Mal, zu unterschiedlichen Tageszeiten – um Nester und Lebensstätten aller Gebäudebrüterarten zu kartieren. Durch die Gegengutachten konnten hunderte Brutplätze und Lebensstätten von Gebäudebrütern im Zuge von Bauvorhaben in den letzten Jahren gerettet bzw. Ersatzniststätten angeordnet werden.
Ihr beharrlicher Einsatz ist ein wertvoller Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität in unserem Bezirk.

Der Lichtenberger Umwelt- und Naturschutzpreis, den wir in diesem Jahr bereits zum vierten Mal verliehen haben, würdigt herausragendes Engagement für den Natur- und Umweltschutz sowie die Förderung des Gemeinschaftsgedankens. Es freut mich besonders, dass wir vier Projekte auszeichnen konnten, die nicht nur kreativ und nachhaltig sind, sondern auch eine besondere Wirkung für unseren Bezirk entfalten.

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Der erste Platz ging an die „Akademie Hauptstadtzoos“ des Fördervereins von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V., die mit ihrem Bildungsprojekt generationsübergreifend Wissen über Natur- und Artenschutz vermittelt. Die Ehrenamtlichen leisten mit ihrer Arbeit einen unschätzbaren Beitrag zur Sensibilisierung für Biodiversität und Artenschutz.
Im Jahr 2011 gründete der Förderverein von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V. die Akademie Hauptstadtzoos, ein ehrenamtliches Bildungsprojekt im Natur- und Artenschutz. Ehrenamtliche vermitteln generationsübergreifend Wissen über Tiere und deren Schutz. Die Akademie bietet sowohl eine Erwachsenen- als auch eine Schüler-Akademie für Kinder von 8 bis 13 Jahren an. Die Programme kombinieren tierische Erlebnisse mit interaktiven Bildungsangeboten, um das Bewusstsein für Biodiversität zu fördern. Teilnahmegebühren fließen in Unterrichtsmaterialien und Artenschutzprojekte. Zudem gibt es monatliche Vorträge in Kooperation mit der Bodo-Uhse-Bibliothek, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Insgesamt arbeiten 34 Ehrenamtliche, die seit 2011 etwa 10.100 Stunden geleistet haben. Das 10. Jubiläum der Schüler-Akademie würdigt dieses Engagement und zeigt, wie Zivilgesellschaft im Natur- und Artenschutz aktiv ist.

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Mit dem zweiten Platz wurde das Gartenprojekt von BENN Wartenberg ausgezeichnet, das in Zusammenarbeit mit Naturschutz Berlin-Malchow einen Gemeinschaftsgarten als Ort der Begegnung geschaffen hat.
Das 2024 gestartete Projekt zielt darauf ab, einen Ort der Begegnung und des Austauschs von Menschen mit verschiedenen Hintergründen zu schaffen, um die Teilhabe der Bewohner: innen der Gemeinschaftsunterkunft Hagenower Ring zu unterstützen und Vorbehalte in der Nachbarschaft abzubauen. Gemeinsam mit 15 aktiven Teilnehmer: innen der Garten-AG wurde der Garten umgestaltet und mit ökologischen Elementen bereichert. Über 60 weitere Interessierte wurden für die Gartenarbeit begeistert. Es entstanden Hochbeete für den Gemüseanbau, eine Kräuterspirale und ein Blühstreifen für heimische Insekten. Zudem wurden drei Komposter eingerichtet, um organische Abfälle dem Nährstoffkreislauf zurückzuführen. Das Projekt umfasste fünf Termine, bei denen das BENN Wartenberg die Materialien bereitstellte und eine Umweltbildnerin fachliche Unterstützung bot. Im kommenden Jahr möchte das Projektteam das Projekt fortführen und den Garten als Ort des Lernens und der Begegnung weiter etablieren.
Dieses Projekt zeigt, wie ökologischer Mehrwert und soziales Miteinander Hand in Hand gehen können.

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Dieses Jahr wurden zwei dritte Plätze vergeben. Der erste ging an Dana Schenk, die mit ihrer Umweltbildung am Grünen Campus Malchow Kinder und Jugendliche für nachhaltiges Gärtnern und Imkern begeistert.
Sie hat zahlreiche Projekte initiiert, darunter den WPU-Garten Kurs, in dem Schüler: innen Gemüse anbauen, pflegen und verarbeiten. Es entstehen Produkte wie Teemischungen, Marmeladen und Kekse, die auch verkauft werden. In der AG „Gärtnern-Ernten-Zubereiten“ lernen Schüler: innen ähnliche Fähigkeiten. Die AG „vegan-vegetarisch Kochen und Backen“ vermittelt Alternativen zu tierischen Produkten. Die AG „Bienen & Garten“ fördert das Verständnis für Bienenhaltung. In den WAT-Küchen-Kursen kochen Schüler: innen vegan und vegetarisch. Eine Clean-Up-Woche soll Müllsammeln und Ausstellungen fördern. Bei Kennenlernaktionen besuchen die 7. Klassen den Bienengarten und erleben die Natur.

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Der nächste dritte Platz geht an Albrecht Trübenbacher, der sich seit Jahren mit seinen „Kehrenbürger“-Aktionen für die Sauberkeit und das Umweltbewusstsein in Lichtenberg einsetzt.
Albrecht Trübenbacher ist der Gründer der „Kehrenbürger Lichtenberg“ (seit Sep. 2018) und hat bisher über 60 offiziell beworbene „CleanUps“ einmal monatlich in Lichtenberg zusammen mit Ehrenamtlichen durchgeführt. Bisher hat er gemeinsam mit seinen Mitstreiter: innen geschätzt über 20 Tonnen Müll aus den Grünanlagen in Lichtenberg entfernt, vermutlich eher deutlich mehr. Insgesamt wurden an die 250 Clean-Ups unter der Leitung von Albrecht Trübenbacher durchgeführt.

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Möllendorffstr. 6
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