Am Mittwoch, 30. April 2025 startet im Museum Lichtenberg die neue Ausstellung „Nach der Befreiung. Perspektiven auf das Kriegsende in Lichtenberg 1945“. Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Martin Schaefer wird diese um 18:00 Uhr eröffnen, einführend spricht der Kurator Dr. Ricardo Neuner und musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von der ukrainischen Musikerin und Sängerin Mavka. Nach der Eröffnung kann die Ausstellung vom Freitag, 02. Mai bis Mittwoch, 03. September 2025 besucht werden. Das Museum Lichtenberg in der Türrschmidtstr. 24 in 10317 Berlin, ist Dienstag bis Sonntag jeweils von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU): „Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa wurde in Berlin Karlshorst besiegelt. Lichtenberg blieb auch noch weiterhin, bis zum Fall der Mauer, ein besonders geschichtsträchtiger Ort. Die Erleichterung der Menschen über das Kriegsende war ungeteilt, doch gingen die Zukunftsvorstellungen, Hoffnungen und Ängste der Menschen teils weit auseinander. Es ist wichtig bei der Aufarbeitung der NS- und Nachkriegsgeschichte auch jene Entwicklungen zu beobachten, die in eine neue Diktatur mündeten.“
Auf das Kriegsende in Berlin im Frühjahr 1945 gibt es viele Perspektiven, die sich auch im Bezirk Lichtenberg nicht auf einen einzigen Begriff reduzieren lassen. Prägend bleibt die Befreiung vom Faschismus durch den entbehrungsreichen Kampf der Roten Armee. Richtet sich der Blick aber vom Akt der Befreiung – vom Kämpfen, Erobern, Zerstören und Sterben – auf die Zeit danach, rückt die Erfahrung der Befreiung in den Hintergrund. Gewalt, Verzweiflung, Elend, Ungewissheit und Schuld prägten die Versuche, eine neue Normalität zu gestalten. Wie erlebte die Bevölkerung Lichtenbergs das Kriegsende und die ersten Nachkriegsmonate? Welche Hoffnungen, aber auch welche Ängste und Nöte bestimmten diese Zeit? Welche Erwartungen verbanden die Menschen in Lichtenberg mit dem Ende der NS-Herrschaft?
Die Ausstellung eröffnet den Blick auf bislang wenig beachtete und teils verdrängte Perspektiven des Kriegsendes. Sie verdeutlicht die unübersichtliche Situation jener Zeit – ihren Einfluss auf das tägliche Überleben, das Ringen um eine neue Ordnung und die Suche nach moralischer Orientierung in einer aus den Fugen geratenen Welt.
Das Museum ergänzt die Ausstellung mit einem umfangreichen Begleitprogramm: Eine Fahrradtour zum Ort der Kapitulation sowie hochkarätig besetzte Gesprächsrunden vertiefen einzelne Aspekte der Ausstellung.
Begleitprogramm im Museum Lichtenberg:
Mi, 28.05.2025, 18:30 Uhr
Nach der Befreiung. Frauen in Berlin 1945/46
Im Gespräch mit Trille Schünke-Bettinger, Freie Historikerin und Expertin für NS- und Frauengeschichte
Mi, 11.06.2025, 18:30 Uhr
Überlebt | Befreit? Zwangsarbeit und Kriegsende in Lichtenberg
Im Gespräch mit Sarah von Holt und Simon Stöckle, Kurator:innen der Ausstellung “Vergessene Befreiung” am Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Mi, 09.07.2025, 18:30 Uhr
Vom ersten Tag an klare Linie. Die Gruppe Ulbricht in der Nachkriegsgesellschaft
Im Gespräch mit Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker und Autor der aktuellen Biographie über Walter Ulbricht
Di, 02.09.2025, 18:30 Uhr
Fragen an das Kriegsende. Erinnern und Gedenken in Lichtenberg heute
Im Gespräch mit Christoph Meißner, Historiker und Kurator der Wanderausstellung „Riss durch Europa”