Interessenbekundungsverfahren zur Realisierung des zuwendungsfinanzierten Projektes „Nächster Halt: Traumjob!“

Für die Durchführung des Projektes „Nächster Halt: Traumjob!“ sucht der Bezirk Lichtenberg ab spätestens dem 01. Juli 2025 einen freien Träger, der über ausgewiesene Erfahrungen im Bereich der Durchführung von Berufsorientierungsformaten und der Förderung von unternehmerischen Denken und Handeln zur Stärkung der Fachkräftesicherung im Bezirk Lichtenberg verfügt und bereit ist, das Projekt „Nächster Halt: Traumjob!“ innovativ, engagiert, kreativ und vernetzungsorientiert sowie in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt, lokalen Akteur:innen und Netzwerkpartner:innen umzusetzen.

1. Ausschreibungshintergrund und Zielsetzung

Jungen Menschen fehlt es häufig an rudimentären Berufsvorstellungen. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich, häufig ist die Berufswahl wenig fundiert und von falschen Erwartungen bzw. unrealistischen Eindrücken über Anforderungen und Perspektiven der Berufspraxis geprägt. Statistische Daten über stabil hohe Ausbildungsabbruchsquoten stützen diese Erkenntnisse. Im Jahr 2022 lag die Vertragslösungsquote bei 29,5 Prozent. Fast jede dritte Ausbildung endet damit vorzeitig ohne Abschluss (vgl. BiBB [Hrsg.]: Datenreport zum Bildungsbericht 2024. Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung. Bonn).
Der Bezirk Lichtenberg hat auch 2025 erhebliches Interesse auf bezirklicher Ebene Angebote und Berufsorientierungsformate zu initiieren und Netzwerke auf- und auszubauen, um so einen regionalen Beitrag als Teil der gesamtstädtischen Strategie zur Stärkung der Fachkräftesicherung zu leisten.
Aktuell laufen die Vorbereitungen für den 15. Ausbildungstag Pankow & Lichtenberg. Darüber hinaus finden regelmäßig die Veranstaltungsreihe „Vielfalt als Chance“ und „Personalentscheider:innen im Austausch“ statt. Die u.g. Aufgabenschwerpunkte sollen die bezirkliche Roadmap für 2025 im Bereich der Berufsorientierung komplettieren.

2. Aufgabenschwerpunkte

2.1. LichtPunkt – Arbeitgeber treffen auf Schüler:innen bzw. Ausbildungsplatzsuchende

Im LichtPunkt werden im Linden-Center seit Dezember 2023 vielfältige kostenfreie Beratungen und Informationen, zugeschnitten auf die Bedarfe der Besuchenden, angeboten. Mit einem täglich wechselnden Programm bieten im LichtPunkt das Bezirksamt Lichtenberg, das Jobcenter Lichtenberg und zahlreiche soziale Akteur:innen Beratungs- und Informationsmöglichkeiten an. Außerdem finden wöchentlich umfassende Beratungen zu Bildung und Beruf statt. Dieses Angebot möchten wir gerne ausweiten und es in Zukunft mehr Unternehmen ermöglichen, sich den potenziellen Bewerber:innen vorzustellen. Zielgruppe sind Jugendliche, die bald oder aktuell auf Ausbildungsplatzsuche sind. Es sollten sich mind. 1 Arbeitgeber pro Monat im LichtPunkt oder auf der Fläche davor mit konkreten Angeboten für Praktikas und Ausbildungsstellen präsentieren.

Im Rahmen des Projektes soll uns der Träger voraussichtlich ab dem 01.07.2025 bis zum 31.12.2025 bei der Suche nach den Unternehmen sowie bei der Bekanntmachung und Vermarktung des Projektes unterstützen sowie durch Aktionsangebote u.a. auch im Linden-Center auf unser Angebot aufmerksam machen. Durch den Kontakt des Trägers zu weiterführenden Schulen (insbesondere Schulleiter:innen, Elternvertreter:innen) sollte die Bekanntheit des Angebotes deutlich erhöht werden. Zudem wird eine begleitende zielgruppengerechte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in On- und Offlinekanälen durch den Träger anvisiert.

Erfolgsindikator: mindestens ein Unternehmen pro Monat

2.2. Unternehmerinnen Lounge Lichtenberg youngsters

Im 2023 startete die bezirkliche Wirtschaftsförderung die neue Veranstaltungsreihe „Unternehmerinnen Lounge Lichtenberg“. Am 19.06.2025 findet das Format bereits zum neunten Mal statt. An den Abenden kamen Macherinnen aus Lichtenberg zusammen, um sich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzen, zu inspirieren und voneinander zu lernen. Die Vielfalt der teilnehmenden Unternehmerinnen ist dabei jedes Mal sehr groß. Daran anknüpfend soll in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Spezialformat der Unternehmerinnen Lounge stattfinden, die Unternehmerinnen Lounge Lichtenberg youngsters, bei dem die Lichtenberger Unternehmerinnen auf Schülerinnen ab der 8. Klasse treffen. Dieses Format soll dazu dienen, den Schülerinnen Wege in der Berufsorientierung aufzuzeigen. Weibliche Vorbilder, wie die Unternehmerinnen, haben Strahlkraft und machen Mädchen und jungen Frauen Mut ebenfalls zukünftig unternehmerisch tätig zu werden oder in einem eher männerdominierten Bereich einen Berufsweg einzuschlagen. Durch den Austausch und direkten Kontakt zu den weiblichen Vorbildern können Berührungsängste abgebaut und die Neugier geweckt werden. Wer sich ausprobiert und Neues versucht, lernt sich und seine eigenen Stärken und Talente richtig kennen. Schülerinnen sollen in einer lockeren Runde die Möglichkeit erhalten, mit den erfolgreichen Frauen ins Gespräch zu kommen und ihnen Fragen zu möglichen Berufswegen, Chancen und Herausforderungen zu stellen. Ganz unter dem Motto: Nächster Halt: Traumjob!

Der Austausch zwischen Schülerinnen und vielfältigen Unternehmerinnen dient ebenfalls dazu, technische Berufe unter den Schülerinnen attraktiv zu machen. Außerdem kann es dabei helfen, den Blick auf die weiterhin in der Gesellschaft vorherrschenden Stereotypen über Unternehmertum und Frauen entgegenzuwirken. Ebenfalls ist die Inspiration und das voneinander Lernen der jungen Generation an die Unternehmerinnen bezweckt.

Mit diesem Format wollen wir die vielen (potenziellen) Macherinnen sichtbar machen!

Das Event soll im IV. Quartal 2025 stattfinden.

Erfolgsindikatoren: 1 Veranstaltung, 20-30 Schülerinnen, 4-6 Unternehmerinnen

2.3 „Berufe regional – Einblicke in betriebliche Realitäten“

In der Berufswelt eröffnen sich unzählige Möglichkeiten. Kurze Videos sollen Schüler:innen Einblicke, erkundet durch gleichaltrige Reporter*innen, geben. Mehr als 400 Berufe im Dualen System, hinzu kommen Ausbildungen bei Behörden und der Bahn, außerdem locken Fachschulen mit ihren Abschlüssen: Doch welche Ausbildung ist für wen richtig? Sehend in die Welt der Berufe eintauchen. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Ziel ist es, altersgerecht zu vermitteln, welche Berufe Zukunft haben und wie die Chancen stehen einen Ausbildungsplatz zu erhalten.

Erfolgsindikatoren: 5 Videos

2.4. „Azubi-Stammtisch“

Probleme oder Fragen zur Ausbildung? Fragen u. a. zum Ausbildungsvertrag, zur Vergütung, zum Urlaub, zur Probezeit und zu Überstunden. Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der betrieblichen Ausbildung und geringfügige Beschäftigung, unter welchen Voraussetzungen kann Aufenthalt nach Ausbildung verlängert werden, auch darauf gibt es beim Stammtisch Antworten.

Erfolgsindikatoren: je ein Stammtisch im 3. und 4. Quartal 2025

2.5. „Digitale Berufspatenschaften“

Die erfolgreiche Nutzung der digital gestützten Berufsorientierung und -suche setzt Kompetenzen voraus, die sich einige Bewerber*innen noch stärker aneignen müssen. Schüler:innen, die Unterstützung bei der beruflichen Orientierung benötigen, werden von ehrenamtlichen Berufspaten/Berufspatinnen individuell begleitet. Im Projekt soll u. a. verstärkt die digitale Kommunikation in den Blick genommen werden. Die Vernetzung über digitale Tools ermöglicht neben zeitlicher Flexibilität die Zusammenarbeit trotz einer räumlichen Entfernung.

Erfolgsindikatoren: Poolaufbau von mindestens 20 ehrenamtlichen Berufspat:innen

2.6. Elternabende zur Berufsorientierung: „Eltern stärken – Wege nach der Schule sichtbar machen“

Mit diesem Projekt sollen Eltern als wichtige Begleiter:innen im Berufswahlprozess ihrer Kinder gestärkt werden. Gerade für Familien mit Migrationsgeschichte ist der Zugang zu Informationen über das deutsche Ausbildungssystem oft mit Hürden verbunden. Ziel ist es, in enger Kooperation mit migrantischen Communities drei niedrigschwellige Elternabende durchzuführen, die Einblicke in mögliche Bildungswege nach der Schule geben und Fragen beantworten. Dabei wird auch die möglichen Ausbildungsberufe/-wege informiert.

Erfolgsindikatoren: Durchführung von drei zielgruppenspezifischen Elternabenden (Ukraine, Vietnam, Arabisch); Zusammenarbeit mit muttersprachlichen Moderator*innen oder Community-Multiplikator:innen; Raum für individuelle Fragen und Austausch mit Vertreter:innen relevanter Institutionen (z. B. JBA, Bezirksamt, Kammern)

2.7. Schulung für Jugendfreizeiteinrichtungen: „Berufsorientierung als Beziehungsarbeit – Fachkräfte stärken, Chancen schaffen“

Fachkräfte in Jugendfreizeiteinrichtungen (JFE) begleiten junge Menschen über Jahre hinweg. Ziel dieses Projekts ist es, ihre Rolle in der Berufsorientierung zu stärken und sie mit praxisnahen Informationen und Methoden auszustatten, um Jugendlichen Orientierung und Motivation zu geben.

Erfolgsindikatoren: Durchführung eines kompakten Schulungsmoduls an einem zentralen Ort; Bereitstellung eines digitalen Handouts mit Informationen und Links;

3. Konzeptionelle und sachliche Anforderungen

Die am Verfahren Teilnehmenden legen ein konkret auf den Bezirk und den oben ausgeführten Aufgabenschwerpunkten bezogenes, praxisorientiertes Konzept zur Umsetzung des Projektes „Nächster Halt: Traumjob!“ vor. In diesem ist darzustellen, welche bisherigen Erfahrungen, Kompetenzen und Erkenntnisse in der Durchführung von Berufsorientierungsformaten von Schüler:innen und in der Förderung von unternehmerischem Denken und Handeln und deren Vermarktung vorhanden sind und wie diese im Rahmen des Projektes wirksam werden.
In der Bewerbung ist zudem auf die konkret beabsichtigte Umsetzung folgender Aufgabenfelder einzugehen:

  1. adressatengerechte Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen (insbesondere Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Schüler:innen, Eltern, Lehrkräfte)
  2. Darstellung innovativer, kreativer Vermarktungsansätze zur Ansprache von sozial benachteiligten Schüler:innen, Geflüchteten, Alleinerziehenden etc.
  3. Aufbau, Nutzung, Unterstützung oder Weiterentwicklung von Kooperations- und Vernetzungsstrukturen (bzw. Beratungsstrukturen und -angeboten) im Bezirk unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Bedarfslage der unterschiedlichen Zielgruppen
  4. zielgruppengerechte, innovative Strategien und Kompetenzen der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere Erreichbarkeit über soziale Medien und Internetauftritt

Weiterhin sind die geplanten Organisations- und Aufgabenstrukturen zur Umsetzung des Projektes „Nächster Halt: Traumjob!“ dazustellen. Dies betrifft die strukturelle Verortung und Begleitung des Projektes „Nächster Halt: Traumjob!“ innerhalb des Trägers.

Aspekte der Qualifikation, Personal- und Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter:innen, Verortung der Verwaltung der Finanzen, der Durchführung sowie der Qualitätsentwicklung sind darzustellen.

4. Finanzierung

Die Förderung des Projekts wird als Zuwendung entsprechend den zuwendungsrechtlichen Vorschriften der Landeshaushaltsordnung (LHO) – insbesondere §23 und §44 LHO, mit den „Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung“ gewährt. Für die Umsetzung des Projektes steht im Zeitraum vom 01.07.2025 bis zum 31.12.2025 eine Zuwendungsfinanzierung in Höhe von 90.000,00 € für Personal- und Sachkosten, einschließlich Kosten für Honorare, Miete und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.

5. Verfahren

Die Auswahl der Interessent:innen erfolgt auf Grundlage der eingereichten Konzepte und eines Auswahlgesprächs. Grundlage des Auswahlverfahrens sind die einzureichende schriftliche Bewerbung (70% der Gesamtwertung) sowie eine mündliche Präsentation vor einem Auswahlgremium (30% der Gesamtwertung).
Die Auswahlgespräche finden voraussichtlich in der 26. KW 2025 statt.

6. Formale Erfordernisse/ Anforderungen an den Träger

Die Auswahl der Interessenten erfolgt auf Grundlage der eingereichten Konzepte und eines Auswahlgesprächs. Grundlage des Auswahlverfahrens sind die einzureichende schriftliche Bewerbung. Die Bewerbungsunterlagen müssen neben der Konzeption Folgendes enthalten:

  • Nachvollziehbare Angaben zum Träger:
    • Der Träger verfügt über umfangreiche praktische Erfahrungen im Bereich der Durchführung von Berufsorientierungsformaten und der Förderung von unternehmerischem Denken und Handeln zur Stärkung der Fachkräftesicherung.
    • Der Träger verfügt über Marketing- und digitale Kompetenzen.
    • Der Träger verfügt über Orts- und Branchenkenntnisse und ist zu den Schulen im Bezirk sowie Unternehmen im Bezirk sowie über die Bezirksgrenzen hinaus vernetzt.
    • Der Träger verfügt über hinreichende Erfahrungen in der Durchführung, Abrechnung und Dokumentation von Maßnahmen und Projekten im Rahmen des Zuwendungsrechts.
    • Der Träger stellt die Qualität seiner Leistungen durch geeignete Maßnahmen sicher (z.B. Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Berichtswesen, Controlling, Qualitätsmanagement).
    • Der Träger ist zur Aufnahme in die Transparenzdatenbank des Landes Berlin verpflichtet.
  • einen Finanzierungsplan einschließlich der Darstellung des geplanten Personaleinsatzes
    (qualifiziertes Personal mit entsprechenden Nachweisen)

Die Bewerbungsunterlagen des Interessenbekundungsverfahrens sind bis zum Ablauf des 18.06.2025 vollständig wie folgt einzureichen:

  • per E-Mail an: sabine.holfeld@lichtenberg.berlin.de
    und
  • per Post in jeweils zweifacher Ausfertigung, rechtsverbindlich unterzeichnet in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Nicht öffnen! Bewerbungsunterlagen zum Interessenbekundungsverfahren „Projektes „Nächster Halt: Traumjob!“ im Bezirk Lichtenberg an die verfahrensverantwortliche Stelle

Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Geschäftsbereich Bezirksbürgermeister /Personal, Finanzen, Wirtschaft, Kultur und Sozialraumplanung
Wirtschaftsförderung
Frau Sabine Holfeld | Wifö 1
Möllendorffstraße 6
10360 Berlin

Gegebenenfalls bestehende Rückfragen richten Sie bitte an Frau Holfeld, Telefon: 030 90296-4330.

Hinweise

Für die Rechtzeitigkeit des Eingangs ist das Datum des Poststempels bzw. der Eingangsstempel der verfahrensverantwortlichen Stelle (ggf. auch der Poststelle oder der Pforte) auf der papiergebundenen Bewerbung maßgebend. Eine ausschließlich elektronische Abgabe der Bewerbungsunterlagen (auch per Fax) ist nicht zugelassen.

Bei dem Interessenbekundungsverfahren handelt es sich nicht um eine Ausschreibung im Sinne des §55 der Landeshaushaltsordnung des Landes Berlin (LHO), bzw. um die Vergabe eines öffentlichen Auftrages. Die Teilnehmenden sind nicht an ihre Bewerbung gebunden. Das Verfahren dient ausschließlich einer Entscheidungsvorbereitung. Rechtliche Forderungen oder Ansprüche auf Ausführung der Maßnahme oder finanzielle Mittel seitens der Bewerber:innen bestehen gegenüber dem Land Berlin oder gegenüber dem Bezirksamt Lichtenberg von Berlin mit der Teilnahme am Verfahren nicht. Die Teilnahme ist unverbindlich. Eventuelle Kosten, die den Teilnehmenden am Interessenbekundungsverfahren entstehen, können nicht erstattet werden.