Direkt zum Inhalt der Seite springen

Personenbeförderung

Sitzplatzanspruch

Ein Rechtsanspruch auf einen Sitzplatz für anerkannte Schwerbehinderte besteht nicht. Besonders ausgewiesene Sitzplätze sind für mobilitätseingeschränkte Personen (Schwerbehinderte, vorübergehend in der Gehfähigkeit Beeinträchtigte, Schwangere, Personen mit sehr kleinen Kindern und ältere gebrechliche Menschen) entsprechend freizugeben. Nur das Betriebspersonal ist berechtigt, Fahrgästen Plätze zuzuweisen. (§ 5 Abs. 2 der Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg VBB)

Seitenanfang

Ermäßigte oder unentgeltliche Fahrt im öffentlichen Nahverkehr

Personen mit einem Schwerbehindertenausweis mit zweifarbigem Flächenaufdruck und einem Beiblatt mit gültiger Wertmarke können im öffentlichen Personennahverkehr ohne Fahrschein fahren. Bitte immer die Originale mitführen! Kopien oder veränderte Dokumente werden nicht anerkannt.

Diese Berechtigung erhalten,

  • aus medizinischen Gründen erheblich bzw. außergewöhnlich gehbehinderte Menschen (Merkzeichen „G“ bzw. „aG“ im Schwerbehindertenausweis)
oder

  • Gehörlose (Merkzeichen „Gl“)
oder

  • Kriegsbeschädigte und Gleichgestellte sowie Verfolgte im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzes, die bereits vor dem 1. Oktober 1979 Anspruch auf Freifahrt hatten.

Die Kostenbeteiligung für das Beiblatt mit Wertmarke beträgt neu 72,- Euro für ein Jahr bzw. 36,- Euro für ein halbes Jahr. Berechtigte erhalten vom Versorgungsamt ca. 4 - 6 Wochen vor Ablauf der Gültigkeit der Wertmarke oder bei Ausstellung des Schwerbehindertenausweises vorbereitete Überweisungsträger. Der Betrag ist ausschließlich per Überweisung in einer Summe zu entrichten. Eine Barzahlung ist nicht möglich.
Es erfolgt keine Beiblattausstellung ohne gültigen Schwerbehindertenausweis! Läuft die Gültigkeit des Schwerbehindertenausweises während der Nutzung der Wertmarke ab, können die Überweisungsträger und Anträge nicht zugeschickt werden.

Eine unentgeltliche Wertmarke erhalten auf Antrag:


  • Personen mit den Merkzeichen "Bl" (blind) und "H"(hilflos) im Schwerbehindertenausweis

und

  • Personen mit den Merkzeichen „G“, „Gl“ oder „aG“ im Schwerbehindertenausweis

wenn sie:


  • laufende Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) =Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) erhalten

oder

  • laufende Leistungen zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) bzw. Grundsicherung nach dem Grundsicherungsgesetz im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) erhalten

oder

  • laufende Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) erhalten

oder

  • Bezieher einer ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz sind. Dies betrifft einen Teil der Kriegsbeschädigten und -hinterbliebenen (§§ 27 a und 27 d BVG)

oder

  • Heimbewohner, die einen Barbetrag (Taschengeld) vom Sozialhilfeträger erhalten

oder

  • Asylbewerber mit Leistungen nach § 2 Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG).

Als Nachweis sind aktuelle Bescheidkopien geeignet.

Das kostenlose/unentgeltliche Beiblatt mit Wertmarke wird immer für 12 Monate ausgestellt.

Die Begleitperson eines schwerbehinderten Menschen mit dem Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis fährt immer kostenlos mit. Dies gilt auch, wenn die schwerbehinderte Person selbst kein Beiblatt mit Wertmarke nutzt.
Das gegenseitige „Begleiten“ von zwei Personen mit jeweils dem Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis ist ausgeschlossen.

Hilfsmittel
Personen, die einen gültigen Schwerbehindertenausweis und ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke besitzen, können Handgepäck, Krankenfahrstuhl und sonstige orthopädische Hilfsmittel unentgeltlich befördern (§ 145 Abs. 2 SGB IX).
Orthopädische Hilfsmittel gemäß Bundesversorgungsgesetz § 13 Orthopädieverordnung (BVG/OrthV) sind u.a.:


  • verschiedene Arten von Rollstühlen (Elektro-, Sport-, Aktiv- und Faltrollstühle),

  • Gehhilfen (Unterarmstützen, Gehbänkchen, Deltaräder, Gehwagen)

  • besondere Fahrräder (Behindertenfahrräder oder Behindertendreiräder, die speziell für Schwerbehinderte hergestellt worden sind)

Wichtiger Hinweis:
Normale“ Fahrräder gehören nicht zu diesen Hilfsmitteln. Bei Nutzung von einem Beiblatt mit Wertmarke ist die kostenfreie Mitnahme eines Fahrrades ausgeschlossen. Hierfür müssen die üblichen Fahrscheine / Karten gelöst werden.

Beförderung von Hunden
Beim Vorliegen des Merkzeichens „B“ (Begleitung) im Schwerbehindertenausweis kann statt einer Begleitperson ein großer Hund mitgenommen werden.

Mit einem gültigen Beiblatt kann bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ein großer Hund kostenfrei mitgenommen werden. Für einen weiteren großen Hund wird ein Fahrausweis benötigt. Kleine Hunde (lt. BVG Katzengröße) werden in einem Behältnis (Tasche o. ä.) generell kostenlos befördert. Beim Vorliegen des Merkzeichens „Bl“ (Blindheit) werden Blindenführhunde generell kostenfrei befördert. Hier kann dann zusätzlich eine Begleitperson mitgenommen werden.
Sie sehen ein Muster des Beiblattes

Muster Beiblatt

Wechsel zwischen Beiblatt mit Wertmarke und KFZ-Steuerermäßigung

Personen mit dem Merkzeichen „G“ oder „Gl“ können entweder das Beiblatt mit Wertmarke für den öffentlichen Personennahverkehr oder als Kraftfahrzeughalter das Beiblatt ohne Wertmarke für die Kfz-Steuerermäßigung nutzen. Ein Wechsel von einer Vergünstigungsart zur anderen ist jederzeit möglich. Der Wechsel muss schriftlich oder persönlich im KundenCenter beantragt werden.
(Einzelheiten hierzu siehe unter
Kraftfahrzeug)

Seitenanfang

Nahverkehr

Die Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr mit einem Beiblatt mit Wertmarke beinhaltet:
die Fahrt mit
  • Straßenbahnen, Buslinien im öffentlichen Personennahverkehr, U- und S-Bahnen (Verkehrsverbünde und Tarifgemeinschaften in allen deutschen Städten und Gemeinden)
  • Bahnlinien innerhalb von Verkehrsverbünden und Tarifgemeinschaften von Zügen, die mit Verbundfahrschein genutzt werden können (Achtung! Ausgeschlossen von der unentgeltlichen Beförderung sind Fahrten in EC, IC und ICE).
  • Wasserfahrzeugen im Linien-, Fähr- und Übersetzverkehr im Orts- und Nachbarschaftsbereich (Nahverkehr)

Der Bus- und Bahn-Begleitservice des VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ist ein Serviceangebot für alle mobilitätseingeschränkten Menschen und unter Telefon: 25 41 41 41 oder Internet: www.vbbonline.de/begleitservice(Externer Link) erreichbar.
Seitenanfang

Fernverkehr

Die DB erkennt die Freifahrtberechtigung in ihren Zügen bundesweit an.
Das bedeutet, dass für alle schwerbehinderten Menschen, bei denen die Voraussetzung für die Freifahrt - Merkzeichen „G“, „GL“, „aG“, „H“ und „BL“ - festgestellt wurde:

eine Freifahrtberechtigung in allen Zügen des Nahverkehrs der DB - Regionalbahn (RB), Regionalexpress (RE) und Interregio-Express (IRE) - in der zweiten Klasse besteht.
Als Nachweis dient der zweifarbige Schwerbehindertenausweis und das Beiblatt mit gültiger Wertmarke für den öffentlichen Personennahverkehr.

Die Freifahrt ist für eine Begleitperson in allen Personenzügen – auch Fernzügen – ohne Kilometerbegrenzung möglich, wenn das Merkzeichen „B“ eingetragen ist. Dies gilt auch, wenn die schwerbehinderte Person selbst kein Beiblatt mit Wertmarke nutzt.
Begleiter reisen kostenlos mit in allen Zügen des Nah- und Fernverkehrs, Die Begleitperson zahlt auch nicht auf Buslinien im Nah- und Fernverkehr, auf Strecken der NE-Bahnen (Privatbahnen), und in Sitzwagen von Nachtzügen.
Auskünfte dazu erhalten Sie beim jeweiligen Verkehrsunternehmen.

Benutzung der 1. Wagenklasse mit Fahrausweis der 2. Wagenklasse, wenn der Anspruch durch das Merkzeichen „1. Kl.“ im Ausweis nachgewiesen ist. Liegt zusätzlich das Merkzeichen „B“ vor, fährt natürlich auch die Begleitperson in der 1. Klasse.

Kostenfreie Beförderung von Krankenfahrstühlen, Gehhilfen und anderen orthopädischen Hilfsmitteln ist für Inhaber eines Schwerbehindertenausweises mit zweifarbigem Flächenaufdruck bei Vorliegen einer Notwendigkeitsbestätigung (Arzt oder Krankenkasse) möglich.

Die kostenfreie Beförderung erstreckt sich auch auf Blindenführhunde oder Begleithunde (§ 145 Abs. 2 Nr. 2 SGB IX). Die Mitnahme des Begleithundes an Stelle einer Begleitperson ist kostenfrei, Blindenführhunde können zusätzlich zu einer Begleitperson mitgeführt werden. Außerdem sind diese Hunde von der Maulkorbpflicht in den Zügen befreit.

Gebührenfreie Sitzplatzreservierung (DB) für Personen im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mit dem Merkzeichen „B“ oder „BL“ ist für bis zu zwei Sitzplätze möglich, wenn der Einsteigebahnhof in Deutschland liegt. Bei fernmündlicher Bestellung ist der Ausweis beim Abholen der Platzkarte vorzulegen.

Ermäßigte Fahrkarten (DB)
Personen mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 70 haben die Möglichkeit eine „BahnCard 50 oder 25“ zum halben Preis zu erwerben, obwohl die sonst geforderten Voraussetzungen (z. B. Alter) nicht vorliegen.

Weitere Informationen enthält die kostenlose Broschüre der Deutschen Bahn AG „Mobil mit Handicap – Services für mobilitätseingeschränkte Reisende “, die in den DB-Reisezentren, DB-Agenturen, DB-Servicepoints und vielen anderen Stellen erhältlich ist. Auch das KundenCenter des Versorgungsamtes hat einige Exemplare vorrätig. Fragen Sie danach.
Für stark sehbehinderte und blinde Menschen stehen diese Informationen auf einer Audio-CD zur Verfügung .
Die Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn gibt Auskünfte über Hilfemöglichkeiten auf dem gewünschten Bahnhof oder die Ausstattung der Züge und ist bei der Reiseplanung behilflich. Die Mitarbeiter nehmen auch die Bestellung von Ein-, Um- und Aussteigeservice entgegen unter e-Mail:msz@deutschebahn.com oder Telefon 01805 - 51 25 12/ Fax 01805 - 15 93 57 oder im Internet:
"Mobil mit Handicap" - Services für mobilitätseingeschränkte Reisende(Externer Link).
Seitenanfang

Auslandsreisen

Bei Auslandsreisen stellt die Deutsche Bahn AG für einige Länder einen sogenannten „Fahrschein ohne Entgelt“ aus. Der kann als Bescheinigung für die kostenfreie Mitnahme einer Begleitperson bei Blindheit oder Rollstuhlnutzung vorgelegt werden. Die unentgeltliche Beförderung wird für Hin- und Rückfahrt ab einem Bahnhof der Deutschen Bahn oder ab Grenzpunkt für Reisen gewährt, die der Begleiter gemeinsam mit dem blinden Menschen durchführt.
Seitenanfang

Kontakt

Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo)
Versorgungsamt
Sächsische Str. 28
10707 Berlin

Stadtplan


Postanschrift
(für alle Dienstgebäude)
Postfach 31 09 29
10639 Berlin


KundenCenter
(Erdgeschoss)

Öffnungszeiten:
Mo., Di. 9:00-15:00 Uhr
Do. 9:00-18:00 Uhr
Fr. 9:00-13:00 Uhr
(Mittwoch geschlossen)

Telefon: (030) 90229-6464
(Mo - Fr 7 - 18 Uhr)

Telefax: (030) 90229-6095
(Sachgebiete)

E-Mail

Fahrverbindungen

U-Bahnhof:
Fehrbelliner Platz:
U3, U7

Bushaltestelle:
Fehrbelliner Platz:
101, 104, 115

"Berlin barrierefrei"

Barrierefrei Neu
Dem Dienstgebäude in der Sächsischen Straße 28 wurde das Signet "Berlin barrierefrei" verliehen

Weitere Infos zum Signet finden Sie beim Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung