AKTUELLES

Stellungnahme der LAG der bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten des Landes Berlin zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und Wahlaufruf zur anstehenden Wahl in Berlin am 20.September 2026

Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein Weckruf. Für viele Menschen ist das nicht nur ein Wahlergebnis. Es ist eine reale Verunsicherung: um die eigene Sicherheit, um die eigene Zukunft und um die Frage, ob sie in dieser Gesellschaft noch selbstverständlich dazugehören.

Wir sagen klar: Ja! Sie gehören dazu.

Als Beauftragte sind wir parteipolitisch unabhängig. Wir sprechen keine Wahlempfehlungen aus. Gemäß unserer Verpflichtung laut Grundgesetz werden wir aber erst recht aktiv, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexuellen Identität oder anderer Merkmale abgewertet, diffamiert, entrechtet oder in ihren Grundrechten beschnitten werden.

Die Menschenwürde ist nicht verhandelbar. Gleichwertigkeit ist nicht relativierbar. Menschenrechte stehen nicht unter dem Vorbehalt politischer Mehrheiten.

Wer Zugehörigkeit an Herkunft oder Abstammung knüpft, stellt dieses demokratische Fundament infrage. Dem widersprechen wir.

Wir nehmen Unzufriedenheit, soziale Unsicherheit, Zukunftsängste und das Misstrauen gegenüber Politik ernst. Sie verdienen Antworten. Aber soziale Probleme dürfen nicht auf dem Rücken von Minderheiten ausgetragen werden. Ausgrenzung ist keine Lösung. Rassismus ist keine Antwort. Menschenfeindlichkeit ist keine demokratische Alternative.

Unzufriedenheit darf Veränderung antreiben. Wenn etwas nicht funktioniert, gibt es mehr als den Bruch: Wir können widersprechen, Forderungen stellen, Verantwortung übernehmen und Strukturen verändern. Es gibt Möglichkeiten, suchen wir Lösungen und bleiben wir dabei aufmerksam füreinander. So entsteht Veränderung, die trägt und eine Zukunft, die hält.

Demokratie bedeutet, Konflikte auszutragen und unterschiedliche Interessen auszuhalten. Sie bedeutet aber auch, Grenzen zu ziehen, wenn die Gleichwertigkeit von Menschen angegriffen wird.

Gerade jetzt dürfen sich diejenigen nicht zurückziehen, die von Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit oder anderer Ausgrenzung betroffen sind oder sich für eine offene Gesellschaft einsetzen.

Bleiben wir sichtbar. Erheben wir unsere Stimmen. Organisieren wir uns. Widersprechen wir.

Am 20. September 2026 wird in Berlin gewählt. Diese Wahl ist eine Gelegenheit, deutlich zu machen, für welches Berlin wir stehen: für eine Stadt, in der Vielfalt selbstverständlich ist, Teilhabe allen offensteht und niemand seine Zugehörigkeit beweisen muss.

Für ein Berlin, in dem Menschenrechte nicht gegeneinander ausgespielt werden. Für ein Berlin, das seine Vielfalt nicht fürchtet, sondern verteidigt.

Mit freundlichen Grüßen
Die bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten Berlins

Sahra Nell und Johanna Kösters
Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten Berlin

260730_IKWR_Plakat_A4.indd

Plakat Interkulturelle Wochen 2026 Reinickendorf

Interkulturelle Wochen 2026 Reinickendorf

Unter dem Motto „Für Demokratie und Vielfalt – jetzt erst recht!“ finden die Interkulturellen Wochen (IKW) 2026 in Reinickendorf statt! Der Bezirk beteiligt sich gemeinsam mit rund 750 Städten und Gemeinden bundesweit an der Initiative für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft – und setzt ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. Die diesjährigen IKW finden vom 19. September bis 4. Oktober 2026 statt – zeitgleich mit der Berliner Wahl und damit in einer für unsere Demokratie besonders wichtigen Phase. Das Bezirksamt, die Beauftragte für Partizipation und Integration sowie die Koordinations- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Berlin-Reinickendorf laden dazu ein, gemeinsam Haltung zu zeigen und neue Kraft zu schöpfen.

Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU): „Die Interkulturellen Wochen lenken den Blick auf gleichberechtigte Teilhabe, gelebte Solidarität, Vielfalt und gesellschaftliches Engagement. Sie schaffen besondere Gelegenheiten, die Diversität unseres Bezirks zu erleben und zu feiern. Seien Sie dabei und setzen Sie mit uns gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und ein respektvolles Miteinander.“

Das diesjährige Programm umfasst mehr als 60 Veranstaltungen. Das vollständige Programmheft finden unter folgendem Link: “ikw-reinickendorf.de/wp-content/uploads/2026/08/260811_IKWR_Broschuere_2026_komp.pdf

Gestaltet wird es von zahlreichen Menschen, die sich in Vereinen, Initiativen, Projekten und bezirklichen Einrichtungen engagieren. Mit ihren Angeboten machen sie Vielfalt sichtbar, schaffen Begegnungen und stärken ein Klima des Vertrauens und der gegenseitigen Akzeptanz.

Weitere Informationen zu den Interkulturellen Wochen Reinickendorf, zum Programm und zu aktuellen Angeboten sind zu finden auf der Internetseite: www.ikw-reinickendorf.de

IKW 2026

Zusammen stärker: Mitmachen bei den Interkulturellen Wochen 2026

Pressemitteilung Nr. 2562 vom 13.04.2026

„Für Demokratie und Vielfalt – jetzt erst recht!” – unter diesem Motto stehen die Interkulturellen Wochen (IKW) 2026 im Bezirk Reinickendorf. Seit über 50 Jahren engagieren sich die Organisatoren bundesweit gegen Ausgrenzung, Rassismus und Intoleranz. Die Interkulturellen Wochen finden dieses Jahr vom 19.9.-4.10.2026 statt – gleichzeitig mit der Berliner Wahl, einem bedeutsamen Ereignis für unsere Demokratie. Das Bezirksamt, die Beauftragte für Partizipation und Integration und die bezirkliche „Partnerschaft für Demokratie” laden ein, gemeinsam Haltung zu zeigen und Kraft zu tanken.

Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU): „Die Interkulturelle Wochen sind mehr als ein Fest der Vielfalt – sie sind ein Bekenntnis zur wehrhaften Demokratie. Sie geben uns Raum, uns gegen spaltende Tendenzen zu positionieren und zu zeigen: Wir lassen unsere offene Gesellschaft nicht angreifen. Durch Begegnung, Dialog und gegenseitiges Verständnis bauen wir Resilienz auf – gegen Hass, gegen Vorurteile, gegen alle Formen der Ausgrenzung. Die Interkulturellen Wochen zeigen die Stärke Reinickendorfs: eine vielfältige, offene Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Überzeugung zusammenleben und sich gegenseitig bereichern.“

Reinickendorfer Initiativen, Vereine, Träger, Organisationen, migrantische Communities, Schulen, Einrichtungen u.a. sind herzlich eingeladen, sich an den IKW 2026 zu beteiligen und aktiv einzubringen. Ob Workshop, Diskussion, Kunstprojekt oder Begegnungsformat – alle Ideen sind willkommen, die das solidarische Miteinander im Bezirk stärken. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Kontakte für Fragen und Anregungen:

Büro für Partizipation und Integration des Bezirksamts Reinickendorf
integrationsbuero@reinickendorf.berlin.de
(030) 90294 2073

Partnerschaft für Demokratie Berlin-Reinickendorf / Albatros gGmbH
t.engler@albatrosggmbh.de
(0157) 83 05 32 07

Danksagung an Selbstorganisationen im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus aus der Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Beauftragten für Partizipation und Integration

Sehr geehrte Vertreter*innen der Selbstorganisationen,

Berlin ist eine Stadt der Vielfalt. Diese Vielfalt ist kein abstrakter Wert, sondern gelebte Realität – getragen und gestaltet auch durch die Arbeit migrantisierter Menschen und ihrer Selbstorganisationen. Seit vielen Jahren leisten Sie einen unverzichtbaren Beitrag für demokratische Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft.

Ihr Engagement richtet sich nicht nur gegen individuelle Formen von Rassismus, sondern auch gegen strukturelle Benachteiligung und Ausgrenzung. Sie machen Diskriminierung sichtbar, setzen wichtige Impulse für politische Veränderungen und schaffen Räume, in denen Menschen sich organisieren, gegenseitig stärken und ihre Rechte einfordern können. Gerade in einer Zeit, in der rassistische, rechtsextreme und antidemokratische Positionen wieder lauter werden, ist Ihre Arbeit von besonderer gesellschaftlicher und politischer Bedeutung. Sie stehen für Solidarität, für eine demokratische Kultur der Vielfalt und für das Recht aller Menschen, gleichberechtigt an unserer Gesellschaft teilzuhaben.

Selbstorganisationen sind unverzichtbare Teile der Stadtgesellschaft und wichtige Stimmen in politischen und gesellschaftlichen Debatten. Sie erinnern uns daran, dass der Einsatz für die Gleichwertigkeit aller Menschen eine gemeinsame Verantwortung ist – in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Als Berliner Partizipations- und Integrationsbeauftragte danken wir Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz, Ihre klare Haltung und Ihr kontinuierliches Engagement für eine offene, gerechte und diskriminierungsfreie Stadt.

Mit großer Wertschätzung
Die bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten Berlins

Sahra Nell und Johanna Kösters
Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Partizipations- und Integrationsbeauftragten Berlin

  • Dank an Selbstorganisationen aus der LAG der Bezirksbeauftragten für Partizipation und Integration

    PDF-Dokument (34.7 kB)

Pressemitteilungen

Kontakt

Bezirksamt Reinickendorf
Büro für Partizipation und Integration

Verkehrsanbindungen