Blauzungenkrankheit - BTV (Blue-Tongue-Virus)

Allgemeinverfügung des Bezirks Marzahn-Hellersdorf von Berlin zum Schutz gegen die Blauzungenkrankheit

Rinder in einer Stallanlage fressen Stroh

Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine Viruserkrankung bei Wiederkäuern und Kameliden. Das für den Menschen ungefährliche Virus wird nicht direkt von Tier zu Tier übertragen, sondern über blutsaugende Mücken (Gnitzen). Seit Oktober 2023 sind in Deutschland vermehrt Infektionen mit dem Blauzungen-Virus vom Serotyp 3 (BTV-3) aufgetreten, aktuell sind sämtliche Bundesländer betroffen. BTV-3 kann insbesondere bei Schafen schwere Symptome verursachen und führt häufig zum Tod. Bei Rindern wird meist ein massiver Milchleistungsrückgang registriert.

Symptome:
• Futter- und Wasseraufnahme sinkt
• Fieber, Unwohlsein und Schmerzlaute
• Konstant auftretende Lahmheiten
• Augen- und Nasenausfluss, teils krustige Beläge
• geschwollene Maulpartie, Schwellungen im Halsbereich
• Schleimhautwunden an Maul und Nase sowie starkes Speicheln
• häufiges Maulöffnen, Husten, geschwollene und/oder blaue Zunge
• Fehlgeburten und deformierte Jungtiere

Impfung als Prophylaxe
Alle Halterinnen und Halter von für die Blauzungenkrankheit empfänglichen Tierarten (Rinder, Schafe, Ziegen, Neuweltkameliden sowie gehaltene Wildwiederkäuer) dürfen ihre Tiere mit Impfstoffen, deren Anwendung durch die Zweite Verordnung über bestimmte Impfstoffe zum Schutz vor der Blauzungenkrankheit (BTV-3-ImpfgestattungsV) gestattet wurde, durch Tierärztinnen und -ärzte impfen lassen. Hierbei sind die Angaben des Impfstoffherstellers in Verbindung mit denen des Friedrich-Löffler-Instituts zu beachten.

Jede Impfung gegen BTV-3 ist dem zuständigen Bezirksamt innerhalb von 7 Tagen nach deren Durchführung unter Angabe nachfolgender Daten mitzuteilen:

a) Registriernummer der Tierhaltung
b) Datum der Impfung
c) verwendeter Impfstoff
d) bei Rindern: Ohrmarkennummer eines jeden geimpften Tieres
e) bei Schafen und Ziegen: Anzahl der geimpften Tiere
f) bei anderen empfänglichen Tieren: Anzahl der geimpften Tiere sowie ggfs. der Einzeltierkennzeichnung.

Die Mitteilung erfolgt formlos an: ord@ba-mh.berlin.de

Lassen Sie sich ebenfalls durch Tierärztinnen und -ärzte zwecks Insektenabwehr beraten, um einen wirksamen Schutz zu erzielen.

Therapie
Es gibt keine Medikamente zur Therapie. Es können lediglich die Symptome behandelt werden.

Transport
Für die Verbringung von empfänglichen Tieren in andere Bundesländer und das europäische Ausland sind ebenfalls Präventivmaßnahmen zu ergreifen. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter Blauzungenkrankheit (BT).

https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tiergesundheit/tierseuchen/blauzungenkrankheit.html