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Hilfe für Menschen aus der Ukraine im Bezirk Lichtenberg

Informationen: COVID-19 (Coronavirus)
Corona-Info-Seite von Lichtenberg | Corona-Info-Seiten vom Land Berlin

Hinweis Es gilt weiterhin die Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in allen Dienstgebäuden und Einrichtungen des Bezirksamtes Lichtenberg.

Inklusionspreis - Preisträger

Trophäe Inklusionspreis 2021

Berliner Engel für Bedürftige e. V. (Motto: „Inklusion im Ehrenamt“)

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember 2021 hat das Bezirksamt Lichtenberg den siebenten Lichtenberger Inklusionspreis verliehen. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an den Verein Berliner Engel für Bedürftige e. V. Die Preisvergabe stand unter dem Motto Inklusion im Ehrenamt. Der Preisträger erhält eine Trophäe, eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro.

Der Verein Berliner Engel für Bedürftige unterstützt hilfebedürftigte Menschen mit Lebensmitteln und Kleidung. Damit leistet er einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwohl. Den Lichtenberger Inklusionspreis bekommt der Verein aber, weil er auch Ehrenamtliche mit Behinderungen beschäftigt und ihnen dabei hilft, sich gemeinnützig zu engagieren. Denn viele Menschen mit Behinderung wünschen sich die Möglichkeit, sich einzubringen und für wohltätige Zwecke einzusetzen.
Der Verein Berliner Engel für Bedürftige unterhält drei Läden in Berlin, die auch während der Coronapandemie geöffnet blieben und bleiben. Dort gibt der Verein Lebensmittel und Kleidung an hilfebedürftige Menschen, beispielsweise Arbeitslosengeld-II-Empfangende, aus. Ein Laden befindet sich in der Frankfurter Allee 268, wo auch ehrenamtlich Beschäftigte mit Behinderungen im Tagesgeschäft mitarbeiten.

2020: Bewohner-Rat Wilde Füchse (Motto: „Selbstbestimmung durch Inklusion“)

Der 6. Lichtenberger Inklusionspreis geht in diesem Jahr an den Bewohner-Rat Wilde Füchse. Die diesjährige Preisvergabe stand unter dem Motto: „Inklusion durch Selbstbestimmung“. Auf Grund der aktuellen Lage fand die Verleihung am Donnerstag, 3. Dezember 2020, nur in einem kleinen Rahmen statt. Das Bezirksamt hat den Preis anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung verliehen. Die Preisträger freuen sich über eine Trophäe, ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro und eine Urkunde. Stellvertretend für den Bewohner-Rat nahmen Christian Wallner, Vorsitzender des Rats und der stellvertretende Vorsitzende Alexander Wenzelewski den Preis entgegen. Den Preis überreichte Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) im Beisein von Helga Herzog, der stellvertretenden Vorsitzenden des Bezirksbeirates von und für Menschen mit Behinderung.

Den Bewohner-Rat Wilde Füchse gibt es seit Juni 2014. Er besteht aus zehn Mitgliedern. Er ist die Interessenvertretung der Mitbewohnerinnen und Mitbewohner aller 18 Wohngemeinschaften der RBO – Inmitten gGmbH. Als Ansprechpersonen für die Wohngemeinschaften vermitteln die Mitglieder des Rats bei Problemen mit den Mitarbeitenden oder unterstützen sich gegenseitig. Sie organisieren Feste, helfen neuen Bewohnerinnen und Bewohnern bei der Eingewöhnung und legen großen Wert aufs „Netzwerken“. Im Januar 2020 wurden die Füchse als Mitglieder in den Lichtenberger Bezirksbeirat von und für Menschen mit Behinderung berufen. Sie engagieren sich für den Einsatz von Leichter Sprache. Der Fuchs auf weißem T-Shirt ist ihr Markenzeichen.

Die Füchse waren von der Verleihung überrascht. Alexander Wenzelewski sagte: „Der Bewohner-Rat ist stolz auf den Preis. Es ist das erste Mal, dass wir einen Preis erhalten. Die Bewerbung war gar nicht so kompliziert. Jetzt müssen wir noch einen geeigneten Platz für den Preis suchen.“

2019: Yrrwahria Theater e.V. (Motto: „Inklusion – Teilhabe und Kommunikation in der Lichtenberger Kulturlandschaft“)

2019 ging der Inklusionspreis an das Ensemble des Yrrwahria Theater e.V.
Dabei handelt es sich um ein inklusives Theater-Ensemble, bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderung. Teile des Ensembles sind in der Lichtenberger Behindertenwerkstatt gGmbH beschäftigt. Das Theater gibt es seit 2010, im Jahr 2017 wurde es als gemeinnütziger Verein eingetragen. Das interaktive Ensemble des Yrrwahria Theaters hat unter anderem, in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Lichtenberg, eine Reihe von Aufführungen zu den Themen Barrierefreiheit und klimafreundliche Mobilität kreiert. Das Ensemble begleitete außerdem künstlerisch die Verleihung des Inklusionspreises 2017 und hat an der Lichtenberger Inklusionswoche 2018 teilgenommen. Dem voraus gingen Auftritte 2017 beim Mobilitätstag in der Lichtenberger Jugendverkehrsschule und ein Theaterprojekt zum Thema Barrierefreiheit in Karlshorst.

Das Motto des Ensembles gibt einen Eindruck davon, was neben der professionellen, künstlerischen Arbeit, eine wichtige Rolle spielt: „Es geht hier nicht um Leben und Tod, – es geht um sehr viel mehr…Es geht darum, dass alle Spaß haben.“ Der Verein betont, Kunst, Kultur und Bildung für alle selbstbestimmt mitgestaltbar machen zu wollen. Das Ensemble unterstreicht außerdem, dass es umweltschützend, nachhaltig und ressourcenschonend handelt: „Wir lieben die Verantwortung für unsere Freiheit“, heißt es in der Selbstbeschreibung des Theaters. Das Ensemble entwickelt seine Stücke gemeinsam, jeder kann seine Wünschen und Eigenheiten einbringen.

2018: Pfeffersport e.V. (Motto:„Inklusion im Sport“)

Pfeffersport e.V. bietet im Bezirk Lichtenberg inklusive Sportangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Eines der Pilotprojekte heißt „Rollisport bewegt Schule“: 2013 startete Pfeffersport zusammen mit dem Hohenschönhausener Barnim-Gymnasium diese Aktion. Dabei kommt der inklusive Sportverein einmal im Jahr in das Barmin-Gymnasium mit knapp 30 Rollstühlen im Gepäck und zwei Übungsleitenden, von denen mindestens einer ein Handicap hat. Schülerinnen und Schüler, die laufen können, dürfen an diesem Tag Rollstühle als Sportgeräte ausprobieren. Durch diesen Perspektivwechsel baut der Verein Barrieren zwischen behinderten und nichtbehinderten Schülerinnen und Schülern ab. Zusätzlich werden Kinder für den inklusiven Sport gewonnen und begeistert – insbesondere für Rollstuhlsportangebote im Verein.

In einem weiteren Projekt zeigen Vereinstrainer, wie sich Menschen mit Behinderung mit Hilfe von Selbstverteidigung aus brenzligen Situationen befreien können. Dabei werden einzelne Verteidigungsmöglichkeiten möglichst einfach der jeweiligen Situation angepasst. Dieses Angebot richtet sich auch an Menschen ohne Behinderung.

2017: CAP-Märkte und AMITOLA (Motto: Arbeit und Behinderung)

„AMITOLA“ heißt übersetzt „Regenbogen“. Der Name ist beim Inklusions- und Ausbildungsbetrieb Programm. Alles fing im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg an. Ines Pavlou eröffnete 2007 das erste Geschäft. Später kam noch ein Familiencafé dazu. Das Konzept ging auf, deswegen eröffnete sie im September 2015 einen zweiten Laden in der Treskowallee 86 in Karlshorst. Normalerweise gibt es erst ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern die Verpflichtung, fünf Prozent Menschen mit einer Behinderung zu beschäftigen. Insgesamt werden aber in den beiden Filialen aktuell 11 Mitarbeiter mit Behinderung beschäftigt, davon vier Auszubildende mit Lernschwäche oder einer anderen Behinderung. Damit die Zusammenarbeit mit den behinderten Kolleginnen und Kollegen noch besser gelingt, hat eine Mitarbeiterin 2014 eine 320-stündige sonderpädagogische Zusatzqualifikation absolviert.

In Berlin gibt es zwei (bis 2017: drei) „CAP- Der Lebensmittelpunkt“-Märkte, die sich alle in Lichtenberg befinden. Die nobis gGmbH betreibt die drei Lebensmittelmärkte als Franchisenehmer. Für viele Kunden ist der Supermarkt der einzig erreichbare Markt in Laufnähe. Gerade für Senioren ist dies wichtig. Zudem zeichnen sich die Filialen durch breite Gänge und ein klar strukturiertes Sortiment aus. 68 Prozent der Ladenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter haben eine Behinderung. Sie bekommen eine unbefristete Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Beeinträchtigung spielt bei der Einstellung nur eine Nebenrolle, man schaut eher auf die Stärken und schnitzt dementsprechend den Arbeitsplatz. Marion Welz, Geschäftsführerin der nobis gGmbH, nahm stellvertretend für die CAP-Märkte den Preis entgegen.

2016: „Kiezhelfer“ der Karlshorster Howoge-Kundenzentrale und der Bürgertreff „Gemeinsam im Kiez leben“ der SHB eG (Motto: „Ausbau einer die Inklusion fördernden Infrastruktur“)

Der inklusive Bürgertreff „Gemeinsam im Kiez leben“ der Spastikerhilfe eG (seit 2018: Cooperative Mensch eG) ist seit vielen Jahren Anlaufstelle für Menschen mit und ohne Behinderung aus Alt-Hohenschönhausen: Sie können beim Bürgertreff gemeinsam kochen oder barrierefreie Hochbeete beackern. Der Bürgertreff geht auf die ganz unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Besucherinnen und Besucher ein und ist im Kiez gut vernetzt. Leiterin Katrin Krug und ihre Mitarbeiterin Friederike Blanck bilden das Rückgrat dieses Projekts.

Anja Schade leitet die Howoge-Servicegesellschaft und hat für das Projekt „Kiezhelfer“ den Preis entgegen genommen. Seit 2010 unterstützen die Kiezhelferinnen und -helfer älteren Menschen, Mieterinnen und Mieter mit Behinderung dabei, Möbel zu verrücken, Bilder anzubringen oder kleine Reparaturen zu erledigen. Sie können bei allen fünf Kundenzentren der Howoge angefragt werden. Das Projekt ist das Ergebnis einer Mieterumfrage.

2015: Doreen Kröber und Heidi Schulze (Motto: „Stärkung der sozialräumlichen Infrastruktur“)

Heidi Schulze hat maßgeblich dazu beigetragen, die KinderKiezKarten zu gestalten und hat mit ihrer herzlichen und offenen Art viele Kinder zum Mitmachen animiert. Gemeinsam haben sie die Barrierefreiheit von Spielplätzen überprüft. Regelmäßig engagiert sie sich auch im Bürger-treff „Gemeinsam im Kiez leben“. Dort unterstützt sie seit Jahren ein Projekt der Spastikerhilfe Berlin, in dem Angebote im Freizeit- und Bildungsbereich, Informationsveranstaltungen, Aus-stellungen, Feste und Konzerte für Menschen mit Behinderung organisiert werden. Sie lebt den Gedanken der Inklusion aktiv.

Doreen Kröber setzte sich viele Jahren als Vorsitzende des Bezirksschulbeirates für die Inklusion an den Lichtenberger Schulen ein. Sie ist eine aufrechte und konstruktive Verfechterin von Schülerrechten – auch über die Bezirksgrenzen hinaus. Sie kämpft dafür, dass alle ausreichend mit Schulhelferstunden versorgt werden, macht sich stark für eine App, mit der autistischer Kinder kommunizieren können und setzt sich für inklusive Schulgebäude ein. Kurz-um: Doreen Kröber ist im Bezirk ein Motor für Inklusion.