studio im HOCHHAUS

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Mit den Ausstellungen des Studios im Hochhaus wird ein künstlerischer Blick auf die Utopie und auf das heutige Leben in einer Großsiedlung geworfen. Das Haus ist ein Ort der Begegnung – mit der Kunst, mit Künstlern und Kunstbegeisterten.

Freie Kunst | Architektur | Video | Projekte | Veranstaltungen

Aktuelle Ausstellung

Einladungskarte "Radikal Amerika"

RADIKAL AMERIKA

Eine Bilder- und Geschichtensammlung von Hans HS Winkler

  • Ausstellungseröffnung: Dienstag, 6. November, um 19 Uhr

Der Künstler Hans HS Winkler zeigt 32 Plakate von Kunstaktionen amerikanischer Künstler*innen des 20. Jahrhunderts, die durch ihr politisches Engagement an der US-Westküste wegweisend für spätere Generationen wurden.
Viele dieser Aktionen überlebten durch Geschichten und Mythen, die bis heute erzählt werden und die neben den Produkten des Kunstmarktes eine andere Bilder- und Geschichtengalerie bilden. Diese Geschichten zu den Plakaten werden in der Ausstellung erzählt. Dazu gehört auch die „Rekonstruktion“ einer Ausstellung in den USA von 1966, die „Slant Step Show“.
Als mediale Ergänzung ist die Dokumentation „Weather Underground“ zu sehen. Der für den Oscar nominierte Film berichtet von der schrittweisen Radikalisierung von Studenten während des Vietnamkrieges.

Hans HS Winkler wurde 1955 in Rott am Inn geboren. Sein künstlerisches Interesse gilt dem öffentlichen Raum. Von 1988 bis 2000 arbeitete er zusammen mit Stefan Micheel unter dem Namen p.t.t.red (paint the town red) unter anderem an Projekten wie den Stadtraum-Installationen „goldener Schnitt“, 1988–2000, oder der „Rotverschiebung“, 1989–1990, in Berlin. Zwischen 2005 und 2008 publizierte er die „walking newspaper“ in Istanbul, Johannesburg, New York, Havanna, Bonn oder San Francisco. Hans HS Winkler lebt seit 1981 in Berlin.

Beispiele des künstlerischen Protestes in den USA, die in der Ausstellung dokumentiert werden:

  • Als Protest gegen den Eintritt der Vereinigten Staaten in den 1. Weltkrieg, 1916, schnitt sich der Bildhauer Beniamino Bufano den rechten Zeigefinger ab und schickte ihn, als „symbolischen Auslösefinger” an Präsident Woodrow Wilson.
  • In den 1950er Jahren unterrichtete Victor Mikhail Arnautoff an der Stanford-Universität. Seine Lithographie mit dem Titel „DIX McSmear“ wurde aus einer Ausstellung in San Francisco entfernt, da sie den damaligen Vize-Präsidenten Richard Nixon mit Bankräubermaske zeigte.
  • Wally Bill Hedrick stellte sich offen gegen die amerikanische Außenpolitik und insbesondere gegen den Krieg in Vietnam Als künstlerischen Beitrag präsentierte er z.B. die US-Flagge mit dem Schriftzug „Peace“. In den 1960er Jahren schlossen sich, das Massensterben des Vietnamkriegs vor Augen, hunderttausende Menschen zusammen: Als „Counter Culture“ attackierten sie überkommene amerikanische Werte, bürgerliche Moralvorstellungen und Umgangsformen, die als Ursache von Krieg und Rassendiskriminierung ausgemacht wurden.
  • In San Francisco erklärten die „Diggers“ die Stadt zu einer Freizone („Free City“) und propagierten die freie Ausgabe von Kleidung, Lebensmitteln, Medikamenten und Wohnungen. Zusammen mit der „San Francisco Mime Troupe“ und den „Black Panthers“ organisierten sie für verarmte afroamerikanische Schulkinder kostenloses Frühstück.
  • Als „Minister of Culture“ der Black Panther gestaltete Emory Douglas seit 1967 die wöchentlich erscheinende Parteizeitung und organisierte internationale Präsentationen seiner Poster.
  • Mit Hilfe einer „freiwilligen Guerilla-Armee“ intervenierte Robert „Robbie“ Conal durch schräge und groteske Darstellungen von US-Politikern in den öffentlichen Raum.
  • 1978 kandidierte der Konzeptkünstler Lowell Darling für das kalifornische Gouverneursamt. Um ihn mit der Realität von US-Politikern zu konfrontieren, entführte ihn der Aktionskünstler Tony Labat.

Ausstellung bis 15.01.2019

Architektur

Wie wollen wir wohnen?

Bildvergrößerung: Blick in die Ausstellung
Bild: studio im Hochhaus

Der Architekturbereich zeigt Bauprojekte und möchte Diskussionsanlass und Ideengeber sein in einer Zeit, in der Lösungen gesucht werden müssen, wie städtisches Wohnen auch für „Normalverdiener*innen“ bezahlbar bleiben kann.

Video

Das Medium Video erlaubt es, tiefer in den Kosmos der bildenden Kunst einzudringen, da es sich um immaterielle Werke handelt, die kopiert, bewegt und gelöscht werden können. So ist es möglich, Videos von Künstlern zu zeigen, deren Werke aufgrund der Transport- und Versicherungskosten nicht ausstellbar wären. Auch der internationale Austausch wird so grenzenlos.

Projekte

Exploring Hohenschönhausen

Bildvergrößerung: Exploring Hohenschönhausen - Karte zur Erkundung des Stadtteils
Bild: ISSSresearch&architecture

Wir erleben Stadt jeden Tag in unserem Alltag. Wir nutzen bekannte Wege und so bleibt uns Vieles verborgen, weil wir eine vermeintlich bekannte Umgebung immer schneller durchschreiten als eine unbekannte. In der Stadt als soziokulturell produziertem Raum überlagern sich jedoch viele solcher Alltagsrealitäten miteinander und mit Schichten aus Geschichte, Bedeutungen und Räumen.
Wenn die Realität heute oft auf objektive Begebenheiten abstrahiert wird, versuchen wir sie mit subjektiven Narrativen, mit Erzählungen zu ergänzen. Persönliche Geschichten von Bewohner*innen und deren Erinnerungen sind ebenso Teil des kollektiven Wissens über Stadt wie flüchtige Eindrücke Einzelner.

Das Projekt Exploring Hohenschönhausen macht für die Besucher*innen des Studios im Hochhaus das kollektive Gedächtnis und Wissen um den Stadtteil Hohenschönhausen spielerisch und explorativ zugänglich. Mit einer Karte ausgestattet kann man den Stadtteil selbst erkunden und sich dabei von Geschichten und Erzählungen von Bewohner*innen begleiten und führen lassen. Die Hörspiele kann man im Studio im Hochhaus ausleihen, um sich auf den Weg der eigenen Erkundung zu machen. Diese sind auch kostenlos im Internet zu finden.

Das Studio im Hochhaus wird so zu einem Netzwerkknoten in der Stadt und zur Plattform des Austausches rund um die eigenen Erfahrungen. Die Hörspiele bilden den Rahmen, in dem jeder Einzelne zum Akteur seiner eigenen Tour wird. Gemäß der eigenen Geschwindigkeit und ohne feste Route kann das Hörspiel jederzeit gestoppt und an beliebiger Stelle weiter gestartet werden.

Ein Projekt von ISSSresearch&architecture, in Kooperation mit dem Studio im HOCHHAUS, gefördert durch den Bezirkskulturfonds Lichtenberg

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Veranstaltungen

Performancekunst: Im Zentrum der eigenen Peripherie

  • Dienstag, 12.02.2019
    19 Uhr

    Performance des Kölner Künstlers Boris Nieslony, Eintritt frei

Matinee „poetry /// sound“

  • Sonntag, 24.02.2019
    16 Uhr

    Am Sonntagnachmittag bringt die Reihe Dichter und Musiker zusammen. Zeitgenössische Lyrik und elektronische Musik im Wohnzimmerformat, kuratiert von Tobias Herold, sind zu erleben.

Geschichte des Studios

  • 1990

    Gründung des – studio im hochhaus -, kunst- und literaturwerkstatt.
    Besonderen Stellenwert hatte die Zusammenarbeit zwischen jungen internationalen Künstlerinnen und Künstlern, KulturarbeiternInnen und dem an den damaligen gesellschaftlichen Prozessen interessierten Publikum aus dem Bezirk und weit darüber hinaus.

  • ab 1991

    Ausstellungsprojekte mit national und international namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus Lateinamerika, Afrika, Asien, Europas und Osteuropas, aber auch mit jungen noch nicht etablierten Künstlern dieser Kulturregionen entstanden zu unterschiedlichen Themen der Gegenwartskunst, vor allem in den Bereichen Malerei, Grafik, Zeichnungen, Plastik, aber auch Fotografie, Fotoobjekte und Installationen.
    Veranstaltungsreihen zu gesellschaftlich relevanten Themen mit Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Politik.

  • ab 1993

    Zeitgenössische experimentelle Projekte, unter anderem zur visuellen und experimentellen Poesie.
    Experimentelle und internationale Literaturreihen
    Die Edition – interWall – entstand.

Fakten

Die Galerie verfügt über eine Ausstellungs-, Veranstaltungsfläche von etwa 150 Quadratmetern. Insgesamt ermöglichen zwei Ausstellungsräume mit zirka 50 Quadratmetern, ein Raum mit etwa 15 Quadratmetern und zwei kleine Räume mit zirka 10 Quadratmetern eine variable Ausstellungskonzeption/ Veranstaltungskonzeption. Im großen Veranstaltungsraum können für etwa 60 Personen Sitzplätze (außer Stehplätze) gestellt werden. Der Eingang zur Einrichtung befindet sich zu ebener Erde und ermöglicht einen behindertengerechten Zugang. (WC – ist nicht behindertengerecht). Ein Parkplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe.
Besucher im Schnitt pro Jahr: 4000
Veranstaltungen im Schnitt pro Jahr: 50