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Geschändeter Gedenkstein für Synagoge wieder eingeweiht

Michael Grunst, Kantorin Esher Hirsch und Bischof Dr. Christian Stäblein vor dem wieder eingeweihten Gedenkstein der Synagoge in der Konrad-Wollf-Str. 91
Michael Grunst, Kantorin Esher Hirsch und Bischof Dr. Christian Stäblein vor dem wieder eingeweihten Gedenkstein der Synagoge in der Konrad-Wollf-Str. 91
Bild: Bezirksamt Lichtenberg
Pressemitteilung vom 20.05.2021

Am Donnerstag, 20. Mai 2021, weihte Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) gemeinsam mit Bischof Dr. Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Kantorin Esther Hirsch von der Synagogengemeinde Sukkat Schalom, in Anwesenheit der Bezirksstadträte Kevin Hönicke (SPD) und Martin Schaefer (CDU), den Gedenkstein der ehemaligen Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße 91 wieder ein. Kantorin Esther Hirsch sprach das Gebet „El Male Rachamim“ im Gedenken an die Opfer der Schoah.

Kantorin Esther Hirsch: „Ich bin froh, dass es diese Möglichkeit des gemeinsamen Gedenkens gibt und wir in Deutschland in kultureller und religiöser Vielfalt leben können.“

Bischof Dr. Christian Stäblein: „Der Stein erinnert daran, dass an diesem Ort Jüdinnen und Juden gebetet und gelebt haben. Diese Erinnerung wird durch Schändungen bedroht: Nie wieder. Jüdisches Leben ist Teil von uns, es ist ein Reichtum für dieses Land. Wer Jüdinnen und Juden angreift, greift uns alle an.“

Michael Grunst: „Wir werden die Erinnerung an durch Faschisten ermordete Lichtenberger Jüdinnen und Juden durch diese Schändung nicht beschmutzen lassen. Die Einweihung setzt dafür ein starkes Zeichen. Es ist unsere historische Verantwortung, uns mit den Gräueltaten des Dritten Reichs auseinanderzusetzen und an ausgelöschtes jüdisches Leben zu erinnern. Der Gedenkstein macht ein Kapitel jüdischer Geschichte in unserem Bezirk sichtbar. Ich danke Bischof Dr. Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Kantorin Ester Hirsch von der Synagogengemeinde Sukkat Schalom für die Initiative.“

Der Gedenkstein war zu Beginn der Woche geschändet und mit grüner Farbe übergossen worden. Er steht an der Stelle, wo sich in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Synagoge befand. Sie wurde 1935 geweiht, bestand jedoch nur bis zu den Novemberpogromen 1938.

Weitere Informationen:
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