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Versuche, dein Leben zu machen

Pressemitteilung vom 29.03.2016

Lesung mit Margot Friedlander in der Stadtbibliothek Berlin-Mitte

Am Donnerstag, dem 21.04.2016, um 20.00 Uhr liest Margot Friedlander in der Philipp-Schaeffer-Bibliothek aus ihrem Buch Versuche, dein Leben zu machen, das sie selbst als Hörbuch eingelesen hat. Im Gespräch mit ihr ist der Verleger des Hörbuchs Harald Krewer.

Margot Bendheim war zwölf Jahre alt, als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht
kamen. Nach einer schönen Kindheit erlebt sie eine Jugend voller Einschränkungen
und Verbote.
Sie ist 21, als ihre Familie deportiert wird. „Versuche, dein Leben zu machen“ lautet
die letzte Botschaft, die ihre Mutter ihr hinterlässt. Zum ersten Mal ganz auf sich allein
gestellt, gelingt es ihr unter abenteuerlichen Umständen, fünfzehn Monate lang der
Verhaftung zu entgehen und in Berlin als „U-Boot“ zu überleben . Im April 1944 wird sie bei einer Ausweiskontrolle festgenommen und nach Theresienstadt deportiert.
Sie überlebt und emigriert nach Kriegsende in die USA. Gemeinsam mit ihrem
Ehemann Adolf Friedlander, den sie noch in Theresienstadt geheiratet hat, baut sie
sich in New York eine neue Existenz auf. Ihrer Neigung und ihrer Ausbildung
entsprechend, arbeitet sie viele Jahre in der Modebranche und später als
Reiseagentin; ihr Mann wird kaufmännischer Direktor der jüdischen Kulturinstitution
„Y“. Das, was hinter ihnen liegt, teilen sie schweigend miteinander, darüber sprechen
können sie nicht.
Erst nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahr 1997 kehrt Margot Friedlander
gedanklich in die Vergangenheit zurück. Im Rahmen eines Schreibkurses verfasst sie
eine Geschichte über ihre beiden Großmütter. Das wird der Anfang ihres Buches,
das 2008 unter dem Titel „Versuche, dein Leben zu machen“ im Rowohlt Verlag
erscheint.
Margot Friedlander ist 89, als sie sich zu einem Umzug entschließt und in ihre
ehemalige Heimatstadt zurückkehrt. Seither leistet sie wertvolle Erinnerungsarbeit,
wofür ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen wurde. Als eine der letzten
noch lebenden Zeitzeuginnen war es ihr ein großes Anliegen, ihre Geschichte auch
mündlich zu überliefern. Deshalb kam sie im Sommer 2015 über mehrere Wochen
hinweg jeden Tag für eine Stunde ins Tonstudio. Mit großer Klarheit erzählt sie
auf diesem Hörbuch von der Zivilcourage ihrer Helfer, der Kleinlichkeit derjenigen, die
jede Hilfe versagten, von Gefahr, Hoffnung und Verrat – und von ihrem unbedingten
Willen zu überleben. Das Hörbuch, das im Verlag speaklow erschienen ist, war für den Deutschen Hörbuchpreis 2016 in der Kategorie “Beste verlegerische Leistung” nominiert.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der diesjährigen Hörbuch-Präsentation HörGut Berlin-Mitte 2016 statt: Vom 11.04.-03.06.2016 können sich die Besucher der Ausstellung unter dem Motto „Gestern auf der Messe – heute in Berlin“ einen umfassenden Überblick über die neusten Produktionen zahlreicher Verlage verschaffen.
Neben allen Gewinnern des Deutschen Hörbuchpreises 2016 sind Hörspiele und Lesungen, darunter viele aktuelle Bestseller, sowie Sachhörbücher zu den unterschiedlichsten Themen und für verschiedene Altersgruppen im Angebot. Eintritt frei.

Philipp-Schaeffer-Bibliothek
Brunnenstr. 181, 10119 Berlin
Tel.: 9018 2 4444 | E-Mail: schaeffer@stb-mitte.de
U8 Rosenthaler Platz; Tram M1, M8, 12; Bus 240
Mo – Fr 10.00-19.30 Uhr; Sa 10.00-14.00 Uhr

Gäste mit Kommunikations- bzw. Assistenzhilfebedarf melden diesen bitte unter der Telefonnummer (030) 9018-24412 oder per Email an oeffentlichkeitsarbeit@stb-mitte.de an.

Medienkontakt:
Stadtbibliothek Berlin-Mitte, Ellen Stöcklein,
Telefon: (030) 9018-24412, E-Mail: ellen.stoecklein@ba-mitte.berlin.de