Die Humboldtmühle

Die südöstlich vom Schloss Tegel, direkt an der Mündung des Fließes gelegene Mühle wurde erstmalig 1361 urkundlich erwähnt. Die Tegeler Mühle war bis 1810 eine der größten der elf Wassermühlen des Niederbarnim. Sie wurde 1848 zur Dampfmühle umgebaut und erhielt 1851 mit der Vertiefung des Fließes eine schiffbare Verbindung zum Tegeler See.

Humboldtmühle Tegel
Bild: Bezirksamt Reinickendorf

Die Unternehmer Cohn & Rosenberg ließen 1887 die Anlage unter dem Name “Humboldt-Mühle” zu einer leistungsstarken Großmühle ausbauen. Die Victoria-Mühlenwerke beteiligten sich 1924 an der Humboldtmühlen-AG und gliederten sie 1930 in ihr Unternehmen ein. Sie betrieben die Mühle bis zur Aufgabe des Betriebes 1988.

Die Gebäude der Mühlenanlage sind Zeugnis von fast einem Jahrhundert Berliner Bau- und Mühlengeschichte und stehen heute unter Denkmalschutz. Der technische Fortschritt mit der Einführung der Dampfkraft und Großbrände in den Jahren 1912 und 1939 erforderten den Neu- und Wiederaufbau eines großen Teils des Mühlenbetriebes in unterschiedlichen Zeiträumen.

Der Umbau für eine zeitgemäße Nutzung, unter Bewahrung der historischen Bausubstanz, wurde in den Jahren 1989-92 erfolgreich realisiert. Das Mühlengebäude (1912/13), der Getreidesilo (1939/40) und das Beamtenwohnhaus (1848) wurden restauriert, auf eindrucksvolle Weise mit neuer Architektur ergänzt. Seit Februar 2009 hat auf dem Gelände am Tegeler-Fließ der Medical Park Berlin Humboldtmühle seine Tore geöffnet.