Unter dem Motto „Vom Bestandsbau zum Zukunftsort“ widmete sich der Reinickendorfer Stadtentwicklungspreis 2026 dem Weiterbauen im Bestand. Im Mittelpunkt standen Projekte, die zeigen, wie bestehende Gebäude durch Umbau, Umnutzung, Sanierung oder Erweiterung an neue Anforderungen angepasst und langfristig weitergenutzt werden können.
Der Gebäudebestand ist dabei nicht nur Zeugnis der Geschichte und Identität Reinickendorfs, sondern auch eine wichtige Ressource für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Der Erhalt und die Weiterentwicklung vorhandener Bausubstanz können Ressourcen schonen, bestehende Qualitäten bewahren und zugleich Raum für neue Nutzungen und zeitgemäße Architektur schaffen.
Insgesamt wurden zwölf Projekte für den Stadtentwicklungspreis 2026 eingereicht. Eine Fachjury bewertete die Beiträge unter anderem hinsichtlich des Umgangs mit dem Bestand, der architektonischen und räumlichen Qualität, der Materialität und Detailausbildung, der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sowie der Qualität der funktionalen Transformation.
Am 10. September 2026 wurden die Ergebnisse im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Fontane-Haus bekannt gegeben. Vier Projekte wurden mit dem Reinickendorfer Stadtentwicklungspreis ausgezeichnet, drei weitere erhielten eine Anerkennung.
Die Preistragenden 2026
Generationen-Campus, Alt-Heiligensee 58
Die denkmalgeschützten Bestandsgebäude wurden saniert und umgebaut und durch Neubauten für eine Kindertagesstätte und eine Tagespflege für Seniorinnen und Senioren ergänzt. Die Jury würdigte insbesondere das sensible Zusammenspiel von historischem Bestand, neuen Baukörpern und neuen sozialen Nutzungen.
Gewerbe wird Wohnen, Wilhelmsruher Damm 142
Ein ehemaliger Gewerbe- und Verwaltungsstandort aus den 1970er Jahren wurde zu einem Seniorenwohnhaus umgebaut. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie eine bestehende Gebäudestruktur erhalten, an eine grundlegend neue Nutzung angepasst und damit langfristig weiterverwendet werden kann.
Umbau der Firmenzentrale der KORSCH AG, Breitenbachstraße 1
Durch Umbau, Aufstockung und Ergänzung wurde der bestehende Unternehmensstandort zu einem zusammenhängenden Ensemble weiterentwickelt. Die Jury würdigte insbesondere den selbstverständlichen Umgang mit dem Bestand und die Verbindung von architektonischer Weiterentwicklung und Nachhaltigkeit. Das Projekt wurde zusätzlich mit dem Publikumspreis 2026 ausgezeichnet.
Umbau und Erweiterung eines Einfamilienhauses, Zabel-Krüger-Damm 155a
Das Einfamilienhaus aus den 1970er Jahren wurde unter weitgehendem Erhalt der vorhandenen Bausubstanz umgebaut und erweitert. Das Projekt zeigt auch im kleineren Maßstab, welches Potenzial in der Weiterentwicklung bestehender Wohngebäude liegt.
Anerkennungen
Drei weitere Projekte erhielten für ihren besonderen Beitrag zum diesjährigen Thema eine Anerkennung:
Kita Igelkinder, Ruppiner Chaussee 143
Umbau bestehender Gebäude unterschiedlicher Entstehungszeiten zu einer Kindertagesstätte.
Postwerk
Weiterentwicklung eines Bestandsgebäudes mit besonderem Augenmerk auf den Erhalt und die neue Nutzung vorhandener Strukturen.
Umbau und Sanierung einer denkmalgeschützten Villa
Behutsame Sanierung und Weiterentwicklung eines denkmalgeschützten Gebäudes unter Wahrung seiner prägenden baulichen Qualitäten.
Publikumspreis 2026
Neben der Entscheidung der Fachjury konnten auch die Reinickendorferinnen und Reinickendorfer über ihren Favoriten abstimmen. Der Publikumspreis 2026 ging an den Umbau der Firmenzentrale der KORSCH AG.
Wir bedanken uns bei allen, die sich an der Abstimmung beteiligt und damit den Reinickendorfer Stadtentwicklungspreis 2026 unterstützt haben.