Sonntag, 01.03.2026, 14:00 – 16:00 Uhr
Gilda Sahebi: Verbinden statt spalten
Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung
Lesung und Gespräch mit Gilda Sahebi und Ingo Arend
Warum uns mehr eint als trennt: In ihrem neuen, hochaktuellen Buch zur Politik der Spaltung und Polarisierung hierzulande räumt die renommierte Journalistin und Autorin Gilda Sahebi mit gängigen Mythen und Fake Facts auf. Wer heute in die deutsche Gesellschaft schaut, könnte denken: Es ist ein Land voller Drama, Gegeneinander und Spaltung. Dass dies so sei, ist eine Erzählung, die politisch generiert und medial verstärkt wird. Gilda Sahebi entlarvt sie als Lüge, als Herrschaftsinstrument autoritärer Kräfte. Das zeigt sie an den einschlägigen Debatten um Sozialleistungen, Migration, Gendern und Wokeness, Krieg und Frieden sowie Corona. Studien zeigen immer wieder: Im eigenen Leben sind Menschen viel öfter zufrieden; sie helfen und unterstützen einander, suchen Verbindung, nicht Hass. Wo geht die Suche nach Verbindung auf der gesellschaftlichen Ebene verloren? Und was kann man tun, um der Erzählung von Spaltung keinen Raum im eigenen Leben zu geben?
Gilda Sahebi ist Ärztin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Rassismus, Frauenrechte, Naher Osten und Wissenschaft. Sie ist Autorin u. a. für die »taz« und den »Spiegel«. Das »Medium Magazin« ernannte sie 2022 zur Politikjournalistin des Jahres. Über ihre Social-Media-Kanäle und als Gesprächspartnerin in diversen Talkshows erklärt und ordnet sie das aktuelle politische Geschehen ein. Bei S. FISCHER erschienen von ihr »›Unser Schwert ist Liebe‹. Die feministische Revolte im Iran« und »Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten«. Gilda Sahebi lebt in Berlin.
Ingo Arend, Politologe und Historiker, arbeitet nach journalistischen Stationen bei Freitag, taz und Deutschlandfunk Kultur als Kritiker in Berlin. Von 2015 bis 2023 war er im Präsidium der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK). Seine Themenschwerpunkte sind Kunst und Politik, Global Art, Kunst und Kultur der Türkei. 2024 war er Stipendiat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul.
Sonntag, 08.03.2026 Feiertag – ganztägig geschlossen
Sonntag, 15.03.2025, 10:30 – 13:00 Uhr
h2. Kunst im Hansaviertel
Führung mit Camille Compere
Bei der Entwicklung des Hansaviertels als „Stadt von morgen“ wurde der Kunst von Anfang an ein wesentlicher Platz in der Gesellschaft eingeräumt. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 fanden zahlreiche bedeutende Kunstwerke ihren festen Ort im öffentlichen Raum – als integraler Bestandteil des städtebaulichen Gesamtkonzepts. Genauso wie bei der Architektur des Hansaviertels wird auch die Kunst im Kontext des frühen Kalten Krieges zur internationalen Leistungsschau, mit einem Blick nach Ost-Berlin.
Auf einer Führung mit der Kunsthistorikerin Camille Compere durch das Viertel werden ausgewählte Werke vorgestellt – von renommierten Künstler:innen wie Henry Moore, Hans Uhlmann und Brigitte Matschinsky-Denninghoff bis hin zu weniger bekannten, aber ebenso spannenden Positionen.
Sonntag, 22.03. 2026, 13:30 – 15:00 Uhr
Bolero – Tanzen mit Helen und Yago
Entdecke die leise, romantische Seite Kubas! Bolero entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Santiago de Cuba und gilt als einer der ersten urbanen Liebesmusikstile Lateinamerikas. Seine Musik, die langsam, gefühlvoll und zeitlos daherkommt, klingt bis heute nach, beispielsweise in Klassikern wie „Bésame Mucho“.
Im Workshop mit Helen Haukamp und Yago Caudet lernst du die Grundbewegungen dieses Tanzes. Bolero braucht nicht viele Schritte. Wir arbeiten mit Präsenz, Verbindung und Gefühl.
Egal ob allein oder als Paar, alle sind willkommen! Die Rollenverteilung nach Leader:innen (führende Personen) und Follower:innen (folgende Personen) ist geschlechterunspezifisch. Bei Einzelanmeldung bitten wir euch, euch möglichst positionsoffen anzumelden – so finden wir vor Ort für jede:n die passende Tanzpartner:in.
Der Kurs ist für Anfänger:innen und Fortgeschrittene geeignet.
Helen Haukamp liebt kubanische Tänze wie Son, Casino, Rumba und Bolero. Ihr Unterricht lädt ein, Bewegung, Rhythmus und Verbindung mit Musik und Partner:in kreativ und präsent zu entdecken. Yago Caudet bringt musikalische Tiefe, Präzision und große Leidenschaft mit. Mit feinem Gespür für Führung und Körperbewusstsein kreiert er Räume, in denen sich Präsenz und Freude im Tanzen entfalten können. Gemeinsam leiten sie die Tanzschule Punto Cubano Berlin und teilen ihre Begeisterung für die reiche kubanische Tanzkultur.
Sonntag, 29.03.2026, 14:30 – 16:00 Uhr
Kinonachmittag: Menschen am Sonntag
Stummfilmkino mit Live-Musik, am Klavier: Richard Siedhoff
D 1930, R: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, B: Billie Wilder, Curt Siodmak, K: Eugen Schüfftan, Fred Zinnemann
FSK: O
Berlin im Sommer 1929. Vier junge Leute machen einen Sonntagsausflug ins Grüne, an den Wannsee. Sie planschen im Wasser und fahren im Tretboot, sie gehen spazieren und hören Grammophon, sie necken sich, sie lieben sich und gehen wieder auseinander. Eine Allerweltsgeschichte und doch unvergesslich, bezaubernd in ihrer spielerischen Leichtigkeit; ein Geniestreich einer Gruppe von jungen Filmemachern, hergestellt mit wenig Geld und großer Begeisterung.
„Menschen am Sonntag“ ist einer der letzten deutschen Stummfilme und zugleich der modernste. Er wirkt wie ein frühes Manifest der Nouvelle Vague, wie ein Aufbegehren gegen die ausgetretenen Pfade des alten Erzählkinos, wie ein Befreiungsschlag: An die Stelle von Stars und eingeübten Bewegungen treten Laiendarsteller und ein unverbrauchtes Spiel. Die eleganten Kamerafahrten durch Studiokulissen sind hier ersetzt durch unkonventionelle und überraschende, in dokumentarischer Manier gedrehte Bilder von Menschen, Orten und Stimmungen in Berlin. Der berühmte Kameramann Eugen Schüfftan fotografiert die Gesichter gegen den Himmel und schafft den Eindruck von Grenzenlosigkeit und Zuversicht. „Menschen am Sonntag“ feiert den Augenblick, das Hier und Jetzt. Ein melancholischer Grundton ist dabei aber stets präsent, denn die Erlebnisse und Stimmungen sind flüchtig und nicht von Dauer, die Gefühle kommen und gehen. Was bleibt, ist das Filmmaterial, das festhält und nicht mehr loslässt. Neben
Schüfftan sind fünf Anfänger an dem Film beteiligt, die allesamt große Karrieren in Hollywood vor sich hatten: die Regisseure Robert Siodmak und Edgar G. Ulmer, die Drehbuchautoren Curt Siodmak und Billie Wilder, der Kameraassistent Fred Zinnemann. (Stummfilmkonzerte.de)
Richard Siedhoff begleitete seit 2008 mehr als 500 Stummfilmklassiker mit Eigenkompositionen und konzipierten Improvisationen am Klavier und gilt als einer der gefragtesten Talente auf seinem Gebiet. Neben unzähligen kleinen Veranstaltungen gastiert er regelmäßig auf den Internationalen Stummfilmtagen Bonn, im Filmmuseum München, im Filmpodium Zürich, im Zeughaus Kino Berlin, im Arsenal Kino Berlin, in der Blackbox im Filmmuseum Düsseldorf und zahlreichen Stummfilmevents im In- und Ausland. Einige seiner Musiken hat er bereits für DVD-Veröffentlichungen eingespielt. Er tritt auf Festivals in der Schweiz, Österreich, Italien, Schottland, Thailand, Süd-Korea und China auf. Vermehrt schreibt Siedhoff auch Stummfilmbegleitungen für Kammerensemble und Orchester. Er ist Composer in Residence des Metropolis Orchesters Berlin. 2020 erhielt Siedhoff den 1. Deutschen Stummfilmpreis für seine Rekonstruktion der sinfonischen Originalmusik zu »Der Golem, wie er in die Welt
kam«.
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