Unternehmerinnen in Berlin

Erfolgreiche Teamarbeit - Alt und Jung
Bild: Jeanette Dietl - fotolia.com

Selbstständige Frauen sind aus der Berliner Wirtschaftslandschaft nicht wegzudenken, mit zunehmendem Qualifizierungsgrad engagieren sie sich verstärkt in allen Bereichen der Wirtschaft, tragen unternehmerische Verantwortung und gestalten so die Wirtschaftsprozesse in Berlin aktiv mit. Jährlich machen sich in Berlin rund 10.000 Frauen selbstständig. Diese Frauen übernehmen auch eine Vorbildfunktion für die gesellschaftliche Akzeptanz von Frauen in Führungspositionen und können andere motivieren, es ihnen gleich zu tun.

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe begleitet diese positive Entwicklung im Rahmen ihrer gleichstellungspolitischen Aktivitäten. Es gilt, qualifizierte gründungsinteressierte Frauen zu motivieren, zu informieren, zu vernetzen und die Erfolge der Unternehmerinnen öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren.

Gründungen von Frauen (Stand: 2017)

Über den Gesamtbestand an von Frauen geführten Unternehmen kann keine Aussage getroffen werden, hier schwanken die Angaben ja nach Berechnungsgrundlage erheblich. Einzig aussagekräftig ist die Statistik der Gewerbeanmeldungen, hier wird der Bereich der Einzelunternehmen geschlechtsspezifisch erfasst und ausgewertet. Gründungen von Kapitalgesellschaften oder Genossenschaften durch Frauen werden hingegen nicht gesondert erfasst.

Neugründungen insgesamt in Berlin im Jahr 2017
(Männer und Frauen, alle Rechtsformen)
40.910
  • Darunter Gründungen von Einzelunternehmen
32.630
  • Davon Gewerbeneugründungen durch Frauen (Quote 30 %)
    - also fast jedes dritte Einzelunternehmen von einer Frau gegründet)
9.571
Vollständige Aufgabe insgesamt 32.128
  • Darunter Stilllegungen bei Einzelunternehmen
26.943
  • Davon Gewerbestilllegungen bei Frauen
7.973
Saldo an Gründungen insgesamt 8.782

(Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)

Angebote des Landes Berlin

Berliner Unternehmerinnentag

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Bild: Unternehmerinnentag

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Unter dem Motto „Business machen, erfolgreich führen, nachhaltig wachsen“ fand am 02. November 2018 auf Einladung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe der mittlerweile 9. Berliner Unternehmerinnentag statt.

Zielgruppe dieser Veranstaltung sind in erster Linie gestandene Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen, willkommen sind aber Frauen, die noch gründen wollen. Den zahlreichen Besucherinnen wurden mit Plenumsdiskussionen, Best Practice-Runden, Fachvorträgen, Einzelcoachings sowie einer flankierenden Informations- und Kontaktbörse in der Zeit von 12 bis 17 Uhr im Ludwig Erhard Haus der IHK zu Berlin vielfältige Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten geboten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Veranstaltung (www.berliner-unternehmerinnentag.de).

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Frau Birgit Leverenz, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Tel.: (030) 9013-8204.

Berliner Unternehmerin des Jahres

Zum Abschluss des Unternehmerinnentages fand am Abend des 2. November im Rahmen einer feierlichen Gala die Auszeichnung der „Berliner Unternehmerin 2018/2019“ statt. Mit dieser Auszeichnung werden Unternehmerinnen geehrt, die sich durch eine besonders engagierte und innovative Unternehmenspolitik, sowohl im Außen- wie auch im Innenverhältnis, auszeichnen. Die Auszeichnung erfolgte durch Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Als „Berliner Unternehmerin 2018/19“ wurde Milena Glimbovski („Original Unverpackt GmbH“) für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Zweitplatzierte ist Yvonne Wende, die 2009 die EBS Europäische Bildungsstiftung gGmbH ins Leben gerufen hat. Der dritte Preis ging an Constanze Buchheim, Gründerin der i-potentials GmbH. Ihre Unternehmensberatung konzentriert sich auf die Mitarbeiter(innen)gewinnung, -führung und die Organisationsgestaltung im digitalen Zeitalter.

Alle Infos zu den Preisträgerinnen finden Sie auf der Website des Unternehmerinnentages.

Frauenspezifische Einrichtungen für Gründerinnen und Unternehmerinnen

Eine Übersicht über alle Ansprechpartnerinnen und -partner zum Thema Existenzgründung und die jeweiligen Veranstaltungen im Land Berlin gibt die offizielle Internetplattform gruenden-in-berlin. Hier kann auch direkt nach Angeboten für Frauen gesucht werden.

Orientierung und Information

Informationen sind das A und O einer gründlichen Vorbereitung. Die Gründerinnenzentrale dient als Erstanlaufstelle für Gründerinnen, unterstützt bei der Planung der nächsten Schritte auf dem Weg zum eigenen Unternehmen und informiert über Vernetzungsmöglichkeiten – speziell für Frauen.
Tel.: (030) 44 02 23 45

Verschiedene senatsgeförderte Beratungs- und Weiterbildungsmaßnahmen bieten Frauen die Möglichkeit, ihr Vorhaben zu analysieren und die notwendigen Kenntnisse zu erwerben bzw. zu vertiefen:

Diese und andere Projekte für Gründerinnen oder Unternehmerinnen in bestimmten Lebenslagen (zum Beispiel für arbeitslose Frauen oder für Frauen nichtdeutscher Herkunft) werden von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen unterstützt. Dort sind auch weitere Informationen zu den Themen Selbstständigkeit und Berufliche Bildung zu finden.

Finanzierung

Ein wichtiger Aspekt bei der Existenzgründung ist die Sicherung der Finanzierung. Hier wird dem besonderen Bedarf von Frauen, eher mit einer geringen Summe zu gründen, mit speziellen Finanzierungsangeboten Rechnung getragen:

Spezielle Gründungsdarlehen der Investitionsbank Berlin (IBB), z.B. Berlin-Start, oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW (KfW-StartGeld) helfen gerade Gründerinnen und Gründern von Kleinstunternehmen. Kleine Darlehen (unter 25.000 EUR) mit kurzer Laufzeit können auch als „Mikrokredit“ in einem vereinfachten Verfahren direkt bei der IBB beantragt werden. Weitere Informationen bei der

Seit 2015 wird der Mikrokreditfonds Deutschland über die GRENKE BANK AG als ein Angebot des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales angeboten. Ziel des Fonds ist die Verstetigung eines flächendeckenden Mikrokreditangebots in Deutschland. Federführend ist das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Verwaltungsrat des Fonds bildet. Der Fonds wird treuhänderisch von der NBank verwaltet. Näheres unter

Gründerinnen- bzw. Unternehmerinnenzentren

WeiberWirtschaft e.G.
Anklamer Str. 38, 10115 Berlin, Tel.: (030) 44 02 23 – 0.

Die “Weiberwirtschaft” ist das heute größte Gründerinnenzentrum Europas. Der Erwerb und die Sanierung des Gründerinnenzentrums wurde durch die Senatswirtschaftsverwaltung mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rd. 7,4 Mio. EUR und mit weiteren rd. 0,8 Mio. EUR GRW-Mitteln für die Altlastensanierung gefördert. Zweck der Förderung mit GRW-Mitteln war die Bereitstellung preiswerter Gewerberäume für kleine und mittlere Unternehmen und Existenzgründerinnen inklusive einer Kindertagesstätte und Tagungsräumlichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen und Existenzgründerinnen. Deutschlands größtes Gründerinnenzentrum wurde 2008 für das Land Berlin mit dem “Preis der Regionen” des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas beim Europarat (Straßburg) ausgezeichnet.

UCW – Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum Charlottenburg-Wilmersdorf
Förderverein UCW e.V.,
Geschäftsstelle – Sigmaringer Straße 1, 10713 Berlin
Telefon (AB) und Fax: +49 (0)30 8631-3183, E-Mail
Sprechstunde: täglich von 10:00 bis 14:00 Uhr

Das UCW bietet Gründerinnen und Unternehmerinnen Vernetzung und Unterstützung. Es fördert die Kooperation mit Interessentinnen aus mittel- und osteuropäischen Staaten und Partnerstädten des Bezirks. Ein Beirat unterstützt das Zentrum ideell, fachlich und politisch. Das Haus befindet sich in zentraler Lage mit hervorragender Verkehrsanbindung und hat eine Fläche von insgesamt 5.000 m².