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Landwirtschaft

Bildvergrößerung: Das Gut Hobrechtsfelde wurde zur Versorgung der Stadtbevölkerung errichtet.
Das Gut Hobrechtsfelde wurde zur Versorgung der Stadtbevölkerung errichtet.
Bild: Berliner Forsten

Mit dem zwischen 1875 und 1892 fertiggestellten Hobrecht´schen Kanal- und Rieselfeldsystem entwickelte sich Berlin zu einer der saubersten Städte der Welt. An den tiefsten Punkten der Stadt wurden die Abwässer aus der Kanalisation gesammelt und ins Umland gepumpt. Zur Versickerung entstanden in der Umgebung Berlins 20 Rieselfeldgebiete – das größte im Bereich Hobrechtsfelde.

Parallel zu den Rieselfeldern wurden rund um Berlin stadteigene Güter geschaffen, um die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. 1906 entstand das Gut Hobrechtsfelde, welches wie der Großteil der überwiegend zur Abwasserverrieselung genutzten Güter nicht verpachtet, sondern von der Stadt betrieben wurde. Neben der Abwasseraufnahme bestand die Aufgabe des Gutes in erster Linie in der Milch- und Fleischversorgung des Bucher Krankenhauskomplexes. Hobrechtsfelde verkörperte mit Molkerei, Schlachthof und einem großen Getreidespeicher das Zentralgut im Nordosten Berlins.

Auf gut 75 % der durch Pflanzenanbau bewirtschafteten Fläche wurden Abwässer verrieselt und die restlichen 25 % als Grünland genutzt. Für die Bereitstellung von Futter und Stroh für die Tierzucht wurde fast ausschließlich Getreide, vor allem Roggen, Sommergerste und Hafer, angebaut. Doch die Bewässerungsmethode und der arme, sandige Boden führten fast in jedem Jahr zu einer verkümmerten Kornentwicklung, welche die zu erwartenden Erträge schrumpfen ließ. Aufgrund der Viehwirtschaft in Hobrechtsfelde bestand nur ein geringer Bedarf an Gemüse. Für Fütterungszwecke kam lediglich dem Kartoffel- und Futterrübenanbau eine größere Bedeutung zu. Mit zunehmender Belastung des Rieselwassers musste die Nahrungsmittelproduktion in den 1960er Jahren verringert und schließlich eingestellt werden.