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Aufgrund der coronabedingten Infektionsschutzmaßnahmen ist der Betrieb und vor allem der Publikumsverkehr bei den Berliner Forsten bis auf weiteres eingeschränkt. Erkundigen Sie sich bitte telefonisch nach den Regelungen in den Berliner Forstämtern und Revierförstereien.

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Naturnahe Waldwirtschaft

In den Berliner Wäldern finden sich viele abgestorbene Bäume, die als Lebensraum für unzählige Lebewesen dienen
In den Berliner Wäldern finden sich viele abgestorbene Bäume, die als Lebensraum für unzählige Lebewesen dienen.
Bild: Berliner Forsten
Bildvergrößerung: Ahornbäumchen mit Maiglöckchen
Ahornbäumchen mit Maiglöckchen
Bild: Berliner Forsten

Die Berliner Forsten pflegen den Wald so, dass er die Vielfalt seiner Leistungen nachhaltig erbringen kann. Das Konzept der naturgemäßen Waldbewirtschaftung, das seinen Niederschlag in der Waldbaurichtlinie der Berliner Forsten findet, wird durch die Vorgaben des Forest Stewardship Council (FSC) und des Naturland-Verbandes gefestigt. Seit 2002 garantiert eine Zertifizierung der Berliner Forsten die nachhaltige Bewirtschaftung der Berliner Wälder. Sie unterliegt einer regelmäßigen und unabhängigen Kontrolle durch forstliche Gutachter, die jährlich die Zertifizierungsstandards überprüfen und wenn nötig Verbesserungsempfehlungen aussprechen.

Bildvergrößerung: Abtransport von Eichenstammholz mittels Rückepferd
Abtransport von Eichenstammholz mittels Rückepferd
Bild: Berliner Forsten

Naturgemäße Waldbewirtschaftung bedeutet bei den Berliner Forsten vor allem:

  • keine Kahlschläge
  • die natürliche Aussaat von Bäumen und Sträuchern hat Priorität
  • kein Einsatz von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln
  • bodenschonende Arbeitsverfahren, zum Beispiel durch den Einsatz von Rückepferden
  • Erhalt von Tot- und Biotopholz
  • Förderung heimischer Baumarten
  • Förderung von Mischbaumarten
  • Aufbau von waldverträglichen Wildbeständen
  • stabilitäts-, vitalitäts- und qualitätsorientierte Pflege der Waldbestände

Die 11 Eckpunkte unserer naturnahen Waldwirtschaft

  1. Es sind Wälder zu entwickeln, die einen horizontalen und vertikalen Strukturreichtum und eine entsprechend dem Standort und dem Bestandesalter gut ausgeprägte Krautschicht aufweisen. Die Wälder sollen einen hohen Anteil an Altbäumen aufweisen. Walderneuerung erfolgt wo immer möglich über die natürliche Verjüngung.
  2. Pflege und Verjüngung des Waldes streben die Entwicklung von Beständen an, die mit standortgerechten, naturraumtypischen heimischen Baum- und Straucharten bestockt sind. Neophyten werden grundsätzlich verdrängt.
  3. Die Schalenwilddichte ist an dem Ziel zu orientieren, dass die Verjüngung der einheimischen Baum- und Straucharten sowie die Ausbildung einer Krautschicht ohne Zäunung ermöglicht wird. Hierzu wird die Vegetationsentwicklung auf Weiserflächen herangezogen.
  4. Die Bestandespflege dient dem Erhalt und der Förderung der Vitalität und Qualität der Zuwachsträger im Oberstand. Im Zwischen- und Unterstand stehende indifferente Bäume sowie erwünschte Straucharten bleiben erhalten, Mischbaumarten werden gefördert.
  5. Zur nachhaltigen Nutzung durch den Menschen werden Waldbestände mit hohen Vorräten an starkem und wertvollem Holz entwickelt. Die Nutzung erfolgt einzelstammweise nach Erreichen der Zielstärke.
  6. Der Erhalt und die Förderung der Bodenfruchtbarkeit ist angesichts anhaltender anthropogener Beeinflussung erforderlich. Maßnahmen der Bodenbearbeitung finden daher nur in Ausnahmefällen statt.
  7. Pflanzenschutzmittel werden grundsätzlich nicht eingesetzt.
  8. Die Walderschließung orientiert sich an den Erfordernissen des Schutz- und Erholungswaldes. Das bedeutet eine Minimierung von Fahrwegen und Fahrzeugverkehr im Wald, eine Optimierung für die Erholungsnutzung sowie eine sensible Erschließung der Waldbestände für forstliche Maßnahmen.
  9. Auf die Reproduktions- und Ruhezeiten störungsempfindlicher Tierarten wird bei Arbeitsplanung und -ausführung Rücksicht genommen.
  10. Biotopbäume und Totholz sind wichtige Faktoren in der Förderung und Sicherung von Vorkommen gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Die Anzahl von Biotopbäumen sowie der Anteil an stehendem und liegendem Totholz – insbesondere stärkerer Dimensionen – ist zu erhöhen.
  11. Natur-und Artenschutz findet grundsätzlich auf der gesamten Waldfläche statt. Die Berliner Forsten führen eine flächendeckende Biotopkartierung durch.