Migrationsbeirat Reinickendorf veröffentlicht Stellungnahme zum CSD 2026

Pressemitteilung Nr. 2770 vom 29.07.2026

Der Migrationsbeirat Reinickendorf hat eine Stellungnahme zu den tragischen Ereignissen beim vergangenen Berliner Christopher Street Day (CSD) veröffentlicht, auf welche mit tiefer Bestürzung, Trauer und Wut geblickt wird.

Ein Fest, das weltweit für Freiheit, Selbstbestimmung, Vielfalt und die Rechte der LGBTQIA+-Community steht, wurde durch einen feigen Gewaltakt erschüttert. Die Gedanken und das tiefste Mitgefühl gelten den Opfern, ihren Angehörigen und der gesamten queeren Community.

Unmissverständliche Distanzierung von islamistischer Gewalt
Der Migrationsbeirat distanziert sich auf das Schärfste von dieser Tat und jeder Form des religiösen Extremismus.

Islamismus ist keine Glaubensform, sondern eine menschenfeindliche Ideologie, die die Fundamente einer freien und offenen Gesellschaft bekämpft. Gewalt und Fanatismus stehen im absoluten Widerspruch zu den Werten von Respekt, menschlicher Würde und friedlichem Zusammenleben. Wer im Namen einer Religion Hass sät und Menschen angreift, spricht weder für uns noch für die Millionen friedlichen Muslime und Menschen mit Migrationsgeschichte in dieser Stadt.

Entschiedener Einspruch gegen die Instrumentalisierung durch die AfD

Gleichzeitig verurteilet der Migrationsbeirat aufs Schärfste die Art und Weise, wie rechtsextreme Kräfte und allen voran die AfD diese abscheuliche Tat bereits wenige Stunden später für ihre eigenen politischen Zwecke instrumentalisieren.

Noch bevor die Opfer versorgt und die Ermittlungen abgeschlossen sind, nutzen Funktionäre dieser Partei das Leid von Menschen aus, um pauschal gegen Geflüchtete, Muslime und Menschen mit Migrationsgeschichte zu hetzen.

Diese Form der politischen Instrumentalisierung ist zutiefst verabscheuungswürdig:
• Ein Schlag ins Gesicht der Opfer: Die Menschen auf dem CSD demonstrierten für eine offene, freie und vielfältige Gesellschaft – Werte, die von der AfD seit jeher bekämpft werden. Das Schicksal der Betroffenen nun für rassistische Hetze zu missbrauchen, tritt ihre Würde mit Füßen.

• Zwei Seiten derselben Medaille: Ob islamistische Gefährder oder rechtsextreme Hetzer – beide verfolgen letztlich dasselbe Ziel: Sie wollen Angst säen, das Miteinander zerstören und Unsicherheit schüren.

Der Migrationsbeirat lässt nicht zu, dass Rechtsextreme diesen Schmerz missbrauchen, um Keile in diese Stadt zu treiben. Wer das Leid von Opfern für Hassbotschaften ausnutzt, dem geht es nicht um Sicherheit, sondern um die Zersetzung unserer Demokratie.

Schulterschluss aller marginalisierten Gruppen
Die Strategie von Extremisten jeglicher Couleur wird nicht aufgehen.

Genau jetzt muss noch enger zusammengestanden werden, appelliert der Migrationsbeirat, als eine der marginalisierten Gruppen – ob Menschen der queeren Community, Menschen mit Migrationsgeschichte oder religiöse Minderheiten – sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Herkünften, Religionen oder sexuellen Identitäten. Sie verläuft einzig und allein zwischen denjenigen, die für eine freie, sichere und demokratische Gesellschaft einstehen, und denjenigen, die diese vernichten wollen.

Vielfalt ist unsere Stärke – Liebe siegt über Hass
Vielfalt ist kein Risiko, sondern der unschätzbare Mehrwert dieser Stadt. Doch diese Vielfalt kann nur blühen, wenn sich alle Menschen in Berlin sicher und frei bewegen können – unabhängig davon, wen sie lieben, wie sie aussehen oder woran sie glauben. Der Kampf gegen Queerfeindlichkeit, Rassismus und Fanatismus ist der gemeinsame Kampf eines jeden Einzelnen von uns.

Der Migrationsbeirat ruft alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Politik dazu auf, gemeinsam gegen jede Form von Extremismus, Hass und Hetze aufstehen. Darum zusammen für ein Berlin, in dem Freiheit und Miteinander unverhandelbar sind, zu kämpfen

Denn eines steht fest und bleibt unumstößlich: Die Liebe muss und wird immer die stärkere Kraft sein als der Hass.

In tiefer Solidarität und Entschlossenheit

Der Migrationsbeirat Reinickendorf

Migrationsbeirat Reinickendorf – Berlin.de