Mit einer feierlichen Kranzniederlegung hat das Bezirksamt Reinickendorf am heutigen Montag, 20. Juli 2026, an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erinnert. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Bundeswehr und Gesellschaft gedachte Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner der Frauen und Männer, die am 20. Juli 1944 und darüber hinaus unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit eintraten.
Der Gedenkveranstaltung verliehen Angehörige des Wachbataillons der Bundeswehr einen würdigen protokollarischen Rahmen. Nach der Ansprache der Bezirksbürgermeisterin wurden Kränze niedergelegt und in einer Schweigeminute der Opfer des Nationalsozialismus und des deutschen Widerstands gedacht.
Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) erklärte: „Der 20. Juli ist weit mehr als ein historisches Datum. Er erinnert uns daran, dass Demokratie, Freiheit und Menschenwürde niemals selbstverständlich sind. Die Frauen und Männer des Widerstands haben aus ihrem Gewissen heraus gehandelt – oft im Wissen, dafür ihr Leben zu verlieren. Ihr Mut verpflichtet uns bis heute, Verantwortung zu übernehmen, Haltung zu zeigen und unsere demokratischen Werte jeden Tag aufs Neue zu schützen.“
In ihrer Rede erinnerte die Bezirksbürgermeisterin daran, dass der Widerstand gegen den Nationalsozialismus viele Gesichter hatte. Neben den Männern und Frauen des 20. Juli würdigte sie auch den Widerstand in Reinickendorf. Stellvertretend erinnerte sie an die kommunistische Widerstandsgruppe Mannhart sowie an Hans und Hilde Coppi, die beide die Schulfarm Insel Scharfenberg besuchten und später für ihren Widerstand gegen das NS-Regime mit dem Leben bezahlten.
„Erinnerungskultur bedeutet weit mehr als das Gedenken an vergangene Ereignisse“, so die Bezirksbürgermeisterin weiter. „Sie gibt den Opfern ihre Namen zurück, macht Geschichte sichtbar und erinnert uns daran, dass Freiheit und Demokratie immer wieder neu verteidigt werden müssen.“
Das Bezirksamt Reinickendorf sieht die Pflege einer lebendigen Erinnerungskultur als dauerhafte Aufgabe an. Stolpersteine, Gedenktafeln und Stelen im Bezirk sowie die wissenschaftliche Arbeit des Bezirksmuseums tragen dazu bei, die Lebensgeschichten der Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer für kommende Generationen zu bewahren und die Bedeutung demokratischer Werte im öffentlichen Bewusstsein zu stärken.