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Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit

Team / Organisationsstruktur
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Die Arbeitsfelder der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit sind in den §§ 11, 13 des SGB VIII beschrieben.
Die Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) richtet ihre Angebote an alle jungen Menschen und konzentriert sich auf außerschulische Aktivitäten und den Freizeitbereich.
Die Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII) richtet sich an die Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen, insbesondere im Übergang Schule Beruf.
Die Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII) richtet sich an die Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen, die einer besonderen Unterstützung bedürfen.
Die Angebote sollen an den Interessen der jungen Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung und zur gesellschaftlichen Mitverantwortung befähigen und zu sozialen Engagement anregen und hinführen. Kinder und Jugendliche benötigen vielfältige Gelegenheiten und Chancen, um sich auszuprobieren, um vielfältige Kompetenzen und Wertevorstellungen zu entwickeln.
Im Bezirk wird Jugendarbeit durch Jugendfreizeiteinrichtungen (ausschließlich in freier Trägerschaft) und durch kooperative und/oder einrichtungsübergreifende Projekte angeboten. Eine Übersicht ist in der Netzstruktur Kinder- und Jugendarbeit im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zu finden.
Alle Jugendfreizeiteinrichtungen arbeiten sozialraumorientiert mit unterschiedlichen Zielgruppen und unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten auf der Grundlage des Qualitätshandbuches für die Berliner Jugendfreizeitstätten und der Grundsätze und Richtlinien in den Jugendfreizeiteinrichtungen des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf von Berlin. Für die jährliche Vergabe der Zuwendungen durch den bezirklichen Jugendhilfeausschuss finden die Richtlinien zur Förderung freier Träger in Marzahn-Hellersdorf Anwendung. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und freien Trägern erfolgt im Bereich der Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit im Rahmen von Arbeitsgruppen nach § 78 SGB VIII.

Politische Bildung

Reichstagsgebäude mit Deutschlandfahne
Reichstagsgebäude
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Die Politische Bildungsarbeit ist ein eigenständiges Handlungsfeld der Jugendarbeit. Ihr Hauptziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie sowie die Schaffung von Lebensgrundlagen für eine gewaltfreie, konstruktive und kritische Auseinandersetzung in der Gesellschaft. Durch die Politische Bildungsarbeit soll bei jungen Menschen die Bereitschaft zur Mitbestimmung, Toleranz, soziales Verhalten, Zivilcourage, interkulturelles Denken gefördert werden; sie sollen lernen, eigene Verantwortung zu übernehmen und in einer sich ständig verändernden und globalisierten Gesellschaft selbstbewusst und aktiv mitzuwirken. Grundlage dafür ist die Rahmenkonzeption für die Politische Bildungsarbeit in der Jugendarbeit, die am 16.01.2008 im Jugendhilfeausschuss beschlossen wurde.
Regelmäßig finden gesamtbezirklich in den Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulen besondere Aktivitäten im Rahmen der U 18 Wahlen statt.

Beteiligung/ Partizipation

Welle Schneeball, wachstum
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Beteiligung oder Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist nicht nur per Gesetz vorgeschrieben (z.B.: §8 SGB VIII und im § 5 AGKJHG präzisiert), sondern auch in der Praxis durchgängiges grundlegendes Arbeitsprinzip in der Jugendarbeit. Kinder und Jugendliche sind an allen sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen, um sie in Ihrer Entwicklung zu „einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ zu fördern. Partizipation wird in allen Jugendfreizeiteinrichtungen durch eine permanente direkte Beteiligung bei der inhaltlichen und räumlichen Angebotsgestaltung realisiert. Auch institutionalisierte Formen wie z. B. Clubräte, Vollversammlungen und Tresenteams finden Anwendung.
Das Kinder und Jugendbeteiligungsbüro informiert, begleitet, aktiviert, unterstützt, qualifiziert und stärkt Kinder und Jugendliche, damit sie ihre rechte (Kinderrechte) einfordern und verwirklichen können. Es führt unterschiedliche Partizipationsprojekte durch, dazu gehören Kinderversammlungen, Zukunftswerkstätten und die Umsetzung des bezirklichen Jugenddemokratiefonds. Das KJB arbeitet nach den Berliner Standards für Koordinierungsstellen zur Kinder- und Jugendbeteiligung und den Leitlinien für eine kinder- und jugendfreundlichen Stadt und arbeitet im Steuerungsgremium vom Bündnis für Kinder mit.

Geschlechterreflektierte Jugendarbeit

Rotes Dreieck mit verschiedenen Geschlechtersymbolen
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Die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen sind zentrale Anliegen in der Arbeit der Jugendfreizeiteinrichtungen. Gleichberechtigung heißt aber nicht Gleichbehandlung, sondern Chancengleichheit und eine individuelle Förderung von jungen Menschen in ihrer jeweiligen Identität. Alle Jugendfreizeiteinrichtungen arbeiten auf der Grundlage der Leitlinien zur Verankerung der geschlechterbewussten Ansätze in der pädagogischen Arbeit mit Mädchen und Jungen in der Jugendhilfe .
In der Arbeitsgemeinschaft Geschlechterreflektierte Kinder- und Jugendarbeit Berlin Marzahn-Hellersdorf arbeiten Fachkräfte Jugendfreizeiteinrichtungen u.a. Projekten freier Träger, die schwerpunktmäßig mit einem geschlechtsbewussten pädagogischen Ansatz arbeiten, zusammen.

Jugendkulturarbeit

Gruppe von jungen Menschen
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Jugendkulturarbeit fördert die Entwicklung der sozialen und kulturellen Identität und Kompetenz von jungen Menschen. Sie bietet die Möglichkeit sich mit Normen und Werten auseinanderzusetzen, die in den unterschiedlichen Kulturen Ausdruck finden. Jugendfreizeiteinrichtungen bieten dabei die Möglichkeit zum Sammeln kreativitätsfördernder Erfahrungen durch verschiedene Darstellungsformen (Theater, Musik, Tanz, Literatur, Spiel, Bildende Kunst, Graffiti, Film, Foto, Video etc.). Die jungen Menschen erwerben dabei unterschiedliche kulturelle, kreative und gestalterische Fähigkeiten. Jugendfreizeiteinrichtungen stellen Räume, Ressourcen und das Know-how zur Verfügung, um die Kinder und Jugendlichen bei der (Weiter-) Entwicklung ihrer eigenen kulturellen Ausdrucksformen zu unterstützen. .
Der Bunte Tisch – Jugendkultur(aufbruch) Marzahn-Hellersdorf entstand im Rahmen des Programms „Jugendkulturzentren in bezirklichen Bildungsnetzwerken“ der Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Berlin e.V. (LKJ) im Januar 2012. Er ist eine Arbeitsgruppe, in der unterschiedliche Akteurinnen und Akteuren der Jugendkulturarbeit sich austauschen, Projekte entwickeln und junge Menschen bei der Umsetzung eigener Projekte unterstützen.

Medienpädagogische Arbeit

Frau präsentiert ein Tablet mit bunten Social Media Symbolen
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Medien spielen in der Jugendarbeit eine wichtige Rolle als Informations-, Darstellungs- und Gestaltungsmittel. Die Herausbildung von Medienkompetenz gehört zu einer der wichtigen Schlüsselkompetenzen für die jungen Menschen. In den Jugendfreizeiteinrichtungen erhalten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, unterschiedliche Medien kennen und nutzen zu lernen. Die Palette reicht dabei von Computer, Internet, Video, Audio/Tontechnik, Foto, Zeitschriften, Film bis hin zur Beschäftigung mit Büchern. Medienbildung knüpft an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen an und bietet Raum für eigene Ideen. In der medienpädagogischen Arbeit der Jugendfreizeiteinrichtungen stehen der praktische Umgang mit Medien, das Erlernen technischer Fähigkeiten, die kritische Auseinandersetzung bzw. Wertung von Medienbotschaften und damit die sinnvolle Anwendung der Medien in der täglichen Arbeit im Vordergrund.
Das Helliwood Medienzentrum Berlin NordOst steht für weiterführende Informationen, Beratung und Begleitung von Medienprojekten im Bezirk zur Verfügung.

Suchtprävention

Hinweisschild zur Sucht
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Suchtprävention ist laut Leitlinien zur Suchtprävention im Land Berlin eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und damit auch eine Querschnittsaufgabe in jeder Jugendfreizeiteinrichtung und soll junge Menschen befähigen, sich eigenverantwortlich mit suchtgefährdenden Stoffen und Verhaltensweisen auseinander zu setzen. Ziel der Arbeit in den Jugendfreizeiteinrichtungen ist es, Kindern und Jugendlichen Kenntnisse zu vermitteln, ihnen zu helfen, selbstverantwortlich Entscheidungen zu treffen und ihr Leben zu gestalten, anstatt ihre Probleme mit Suchtmitteln zu lösen. Die Umsetzung dieses Anspruchs erfolgt durch das individuelle oder gruppenbezogene Thematisieren von problematischen Verhaltensweisen, in der Durchführung von themen- und zielgruppengenauen Projekten und Angeboten und in der Einhaltung von festgelegten Regeln und Verhaltensweisen im Umgang mit Alkohol, mit alkoholischen Getränken, mit Rauchen u.a. auf der Grundlage des Jugendschutzgesetztes.
In der AG Prävention des Suchtverbundes Marzahn-Hellersdorf arbeiten Vertreter/innen aus Verwaltung, aus Beratungsstellen, aus Jugendeinrichtungen, Schulen, Polizei u.a. thematisch zusammen.
Für eine weiterführende individuelle und institionelle Beratung, für Projektentwicklungen und Weiterbildungen zum Thema Suchtprävention steht die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin zur Verfügung.

Interkulturelle Arbeit

Integration
Bild: fotodo / Fotolia.com

Interkulturelle Jugendarbeit beinhaltet die Auseinandersetzung mit den Besonderheiten unterschiedlicher Kulturen und fordert die Reflexion der eigenen kulturellen Werte und Normen. Sie macht junge Menschen sicherer im Umgang mit für sie Unbekanntem, nimmt die Angst vor „Fremden“ und weckt Neugier. Sie fördert tolerantes Denken und die Akzeptanz. In den Jugendfreizeiteinrichtungen wird Wissen über verschiedene Kulturen vermittelt, um Verständnis zu entwickeln und Vorurteile abzubauen. Jugendfreizeiteinrichtungen beteiligen sich mit vielfältigen Projekten an der jährlich stattfindenden Interkulturellen Woche

Internationale Jugendbegegnungen

Social Media
Bild: ag visuell - Fotolia.com

Die Internationale Jugendbegegnung ist ein wichtiges Feld der Jugendarbeit, um jungen Menschen ein Verständnis für die unterschiedlichen Kulturen zu vermitteln, die unterschiedlichen Bedingungen des Aufwachsens kennen zu lernen und persönliche Kontakte zu knüpfen. Die Entwicklung zur Einheit Europas und der Zunahme der Friedensgefährdung in der Welt machen die Begegnungen von jungen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten notwendig, um mehr voneinander zu lernen. Internationale Jugendarbeit wirkt so nach innen und nach außen integrativ. Sie fördert kosmopolitisches Denken und Handeln und ist ein wichtiger Beitrag zur europäischen Integration.
Einige wenig im Bezirk ansässig Träger wie Roter Baum Berlin UG, Kinderring Berlin e.V., Kids & Co e.V., urban social und M3 e.V. führen Hin- und Rückbegegnungen mit Jugendgruppen aus unterschiedlichen Ländern durch.

Streetwork und Mobile Jugendarbeit

durch die Streetworker
Bild: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf Jugendamt Herda

Streetwork und Mobile Jugendarbeit richtet sich nach § 13 AG KJHG „insbesondere an alleingelassene, aggressive, resignative, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen und fördert deren soziale Integration. Die Angebote sind unmittelbar im Lebensumfeld der jungen Menschen zu organisieren. Sie umfassen Einzelberatung, Gruppenarbeit, Projektarbeit und Stadtteilarbeit.” Streetwork und Mobile Jugendarbeit werden im Bezirk vom Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V., von Gangway e.V. und von der Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH geleistet. Die Arbeit dieser drei freien Träger ist historisch gewachsen, regional verankert und erfolgt in Abstimmung miteinander und unter Koordination des Jugendamtes. In der bezirklichen Konzeption Konzeption Streetwork und Mobile Jugendarbeit in Marzahn-Hellersdorf, die von der AG Mobile Jugendarbeit im November 2013 überarbeitet wurde, sind die jeweiligen Arbeitsansätze, die Rahmenbedingungen, Kooperationen und Vernetzungen enthalten.

Schulbezogene Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit

Auf einer Tafel wurden verschiedene Begriffe zum Thema Karrie wie z.B. Zukunft, Erfolg, Ausbildung, Diplom, Vertrag, Job in weißer Schrift und in der Mitte das Wort Karriere in oranger Schrift hervorgehoben
Bild: Marco2811 / Fotolia.com

Schulbezogene Jugendarbeit (nach § 11 SGB VIII) versteht sich als ergänzendes außerunterrichtliches Bildungsangebot, welches mit besonderen Methoden und Angeboten in Kooperation mit Schule realisiert wird. Eine besondere Form der schulbezogenen Jugendarbeit sind Schülerclubs. Drei Schülerclubs werden anteilig über das Landesprogramm „Jugendarbeit an Schule“, Jugendamt und Schule finanziert. Aber auch Jugendfreizeiteinrichtungen kooperieren mit Schulen, sie führen gemeinsame Projekte mit/an Schulen durch und bereichern durch besondere Inhalte und Methoden das schulische Lernen.
Schulbezogene Jugendsozialarbeit (nach § 13 SGB VIII) ist ein präventives Angebot, welches sich vorbeugend, helfend und krisenintervenierend an Jungen und Mädchen, Lehrer/innen und Eltern wendet. Eine besondere Form der Jugendsozialarbeit sind Schulstationen. Aufgabenschwerpunkte der Schulstationen sind die Förderung des sozialen Lernens, die individuelle Unterstützung in Krisensituationen, die Beratung von Schüler/innen, Eltern und Lehrer/ innen, die Vernetzung und Kooperation u.a. Zusätzlich werden aus dem Programm „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ Schulsozialarbeiter/innen finanziert. Wichtigste Aufgabenschwerpunkte sind die Verbesserung der Lernmotivation und der sozialen Kompetenzen, Begleitung der Bearbeitung von Gewaltvorfällen und Konflikten, Umgang mit Schuldistanz, Stärkung der Elternkompetenz sowie die Mitwirkung bei der sozialräumlichen Vernetzung von Schule. (siehe auch www.spi-programmagentur.de )
Die AG “schulbezogene Jugendsozialarbeit” setzt sich aus Schulsozialarbeiter/innen der unterschiedlichsten Schultypen, der Mitarbeiter/innen der Schulstationen und anderer schulischer Projekte zusammen und hat das Ziel der gegenseitigen Information und der Arbeit an gewählten inhaltlichen Schwerpunktthemen.