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Beispiele für den Einsatz der Bonus-Mittel

Hier finden Sie verschiedene Beispiele, wie Schulen die Bonus-Mittel eingesetzt und welche Projekte sie damit umgesetzt haben. Die Beispiele dienen als Anregung und Erfahrungswerte für Schulen und Lehrkräfte, die ähnliche Ideen haben und sie verwirklichen wollen.

Schulsozialarbeit an einer Weddinger Grundschule

Vier Kinder sitzen auf einer Bank und stützen die Köpfe auf Ihren Händen ab
Bild: © michaeljung - Fotolia.com

Das Bonus-Programm bietet die Möglichkeit, eine zweite Sozialarbeiterin über das Landesprogramm „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ einzusetzen, die im Tandem mit den Lehrern und Erziehern die Entwicklung einer inklusiven Grundhaltung aller am Schulleben Beteiligten voranbringt. Die Sozialarbeiterin orientiert sich in ihrer Arbeit am Schulprofil: Hierzu gehören jahrgangsbezogene Elemente des Sozialen Lernens und freiwillige Angebote zur Stärkung des sozialen Ehrenamts, der Persönlichkeit und der Identitätsbildung.

Die Sozialarbeiterin bildet Schülerinnen und Schüler zu Konfliktlotsen aus, um beispielsweise mit Rollenspielen und Wahrnehmungsübungen die Empathie der Schüler zu stärken. Außerdem können in der Konfliktbearbeitung neue Perspektiven erschlossen werden. Auftretende und ausgetragene Konflikte in den Pausen werden in den eingerichteten Konfliktstationen am „Friedenstisch“ zusammen mit den Konfliktlotsen vor der Rückkehr in die Klassenzimmer bearbeitet. Die Sozialarbeiterin begleitet diese schülergesteuerten Streitschlichtungsgespräche beratend.

Lerncoaches an einer Integrierten Sekundarschule

Schüler stehen auf Schulflur
Bild: SenBJW

An einer Kreuzberger ISS ist der Einsatz von drei Lerncoaches geplant, die die Schülerinnen und Schüler, deren berufsbildender Abschluss gefährdet ist, intensiv begleiten sollen. Die Lerncoaches werden über einen Leistungsvertrag mit dem Träger, der bereits Kooperationspartner im Ganztägigen Lernen und der Schulsozialarbeit über das Landesprogramm „Jugendsozialarbeit an Schulen“ ist, eingesetzt. Die Aufgabenbereiche der Lerncoaches erstrecken sich auf die direkte Arbeit mit den Jugendlichen, die Beratung der Lehrer und die Kooperation mit den Eltern. Die Jugendlichen werden mit ihren Stärken, Entwicklungsbedarfen und im Hinblick auf ihre Lernprozesse verlässlich beraten und unterstützt.

Dazu gehören die Analyse der Bildungsbiographie, Lernentwicklungsgespräche und die Auseinandersetzung mit Ängsten und Bedürfnissen der Jugendlichen. Das Projekt stellt im Rahmen der Schulentwicklung einen Ansatz zur individuellen Förderung außerhalb des regulären Unterrichts dar. Die Lerncoaches arbeiten auf der Grundlage einer gemeinsam mit den Lehrern, Schülern und Eltern abgesprochenen individuellen Lernentwicklungsplanung. Zusätzlich bieten sie in den Schulferien ein Camp mit intensivem Lern- und Entwicklungstraining an.

Die Schülerinnen und Schüler schließen mit ihren Eltern, Lerncoaches, Lehrern und der Schulleitung individuelle Lernverträge ab. Diese dienen der Reduktion von Fehlzeiten der Schüler, der Leistungssteigerung und dem Erreichen des Schulabschlusses durch einen Großteil der gecoachten Jugendlichen.

Jugend forscht beim Imkern

Biene auf einer Blüte
Bild: WONG SZE FEI / Fotolia.com

Das Kooperationsprojekt einer Kreuzberger ISS mit der benachbarten Grundschule stellt eine Bildungsbrücke am Übergang von der Grundschule zur Sekundarstufe I her. Ein praxisorientierter Lern- und Erfahrungsraum im Bereich Naturwissenschaften wird mit der von einem promovierten Biologen angeleiteten Bienenhaltung im großen Schulgarten der ISS geschaffen.

Das Projekt vermittelt den Schülerinnen und Schülern die komplexe ökologische und ökonomische Bedeutung von Bestäubung, Fruchtansatz und Nahrungsketten in der Natur und erklärt Biodiversität in den von Bienen besiedelten Lebensräumen. Das Imker-Projekt erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem naturwissenschaftlichen Fachunterricht an der ISS.

Die an naturwissenschaftlichem Arbeiten und Lernen besonders interessierten Schülerinnen und Schüler erweitern ihre naturwissenschaftlichen Kompetenzen mit der Gestaltung kleiner Forschungsprojekte.

Zusätzlich wird eine Arbeitsgruppe „Jugend forscht“ zu diesem Themenbereich eingerichtet. Damit knüpft dieses Projekt am Individualisierungskonzept der Integrierten Sekundarschule an, nach dem nicht nur eine Unterstützung der Schüler bei Lernschwierigkeiten erfolgt, sondern auch herausragende Fähigkeiten, ein überdurchschnittlicher Entwicklungsstand oder besondere Interessen gefördert werden. Der Einsatz des Imkers erfolgt über einen Leistungsvertrag mit dem an der Schule bereits aktiven Jugendhilfe-Träger.

Elternlotsen an einer Kreuzberger Gemeinschaftsschule

Erwachsene im Klassenzimmer
Bild: Claudia Paulussen - Fotolia.com

Um die Bildungspartnerschaft mit den Eltern zu stärken und damit die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen, erfolgt an der Schule der Einsatz einer Elternlotsin. Partner in diesem Projekt ist der Türkische Elternverein Berlin-Brandenburg e.V. (TEVBB), der mit diesem Projekt bereits an anderen Schulen Erfahrungen gesammelt hat. Im Leistungsvertrag zwischen dem Verein und der Schule sind die Ziele des Einsatzes und die konkrete Umsetzung des Projekts definiert.

Dazu gehört auch die Stärkung der Elternkompetenz: Die Eltern werden über ihre Mitwirkungsrechte an der Schule durch die Elternlotsin informiert und in den Gremien begleitet. Die Eltern erhalten Unterstützung bei der Antragsstellung für Leistungen, z.B. beim Bildungs- und Teilhabepaket oder Hilfestellungen bei verhaltensauffälligen Kindern. Das pädagogische Personal an der Schule und die Lehrerinnen und Lehrer werden bei der Zusammenarbeit mit den Eltern und in ihrem Bemühen, Bildungspartnerschaften zu etablieren, unterstützt.

Erweiterung des ganztägigen Bildungsangebots über die Schulbibliothek

Schülerinnen lesen in der Schulbibliothek
Bild: SenBJW

Eine Gemeinschaftsschule möchte mit einer Fachkraft das Bildungsangebot an der schuleigenen Mediothek, die ein Teil der Kreuzberger Stadtbibliothek ist, erweitern. Die in der Mediothek bereits tätige Bibliotheksangestellte befindet sich nur vormittags am Standort.

Die über das Bonus-Programm eingesetzte zusätzliche Fachkraft soll in der von der Schule geplanten Lese-Woche den Einsatz der ehrenamtlichen Lesepaten und die Bibliotheksrallye koordinieren. Schülerinnen und Schüler werden von ihr bei der Literaturrecherche für das anstehende Referat oder beim Online-Test zur Berufsorientierung unterstützt. Im Rahmen der schulischen Maßnahmen zur Sprachbildung und -förderung leitet sie ältere Schüler, die eine Lesepatenschaft mit Kita-Kindern pflegen, an. Kooperationspartner bei der Realisierung dieses Projekts ist ein Jugendhilfe-Träger, mit dem die Schule bereits andere Projekte durchführt.