Internationales

Karte Partnerkommunen
Bild: LAG der bezirklichen EU-Beauftragten

Eine Bezirksverwaltung ist verstaubt, bürokratisch, unflexibel und es wird ausschließlich deutsch gesprochen!? Von wegen! Seit mehr als zehn Jahren setzen sich die EU-Beauftragten der Berliner Bezirksämter dafür ein, dass die Beschäftigten ein Praktikum bzw. Job-Shadowing im europäischen Ausland absolvieren können und die Rathäuser so zu modernen Verwaltungen mit interkulturell denkenden und handelnden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden.

Berlin ist eine attraktive Stadt und deshalb auch ein begehrter Partner für transnationale Projekte. Um den besonderen Anforderungen, die internationale Projekte an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen, gerecht zu werden, werden die Mobilitätsprojekte in vielen Bezirksämtern als Bestandteil der Personalentwicklung angesehen. Gerade in Zeiten einer schwierigen Personalsituation ist es wichtig, die Beschäftigten zu motivieren und neue Lösungsansätze zu suchen. Warum sollte da ein Blick in die Verwaltungen unserer europäischen Nachbarländer nicht hilfreich sein?

Freuen Sie sich auf eine ungewöhnliche Reise durch Europa und erfahren Sie beispielhaft, welche Herausforderungen die Kolleginnen und Kollegen gemeistert haben. Lesen Sie, wie sich aus spannenden Begegnungen Freundschaften entwickeln und die Beziehungen zu den Partnerstädten ausgebaut werden. Vielleicht gehören Sie ja zu den Nächsten, die den Sprung in die Behörde eines europäischen Landes wagen!

Ihre bezirklichen EU-Beauftragten

Broschüre "Let's go Europe"

PDF-Dokument (5.2 MB)

Pilotprojekt "Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte" im Rahmen der Städtepartnerschaft mit San Rafael del Sur, Nicaragua

Wappen von San Rafael, Nicaragua
Bild: Kommune San Rafael, NI

Globale Verantwortung vor Ort übernehmen! Unter diesem Motto beteiligte sich das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg 2013 am Pilotprojekt “Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte” im Rahmen seiner Städtepartnerschaft mit der Gemeinde San Rafael del Sur, Nicaragua. Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Projekt ermöglichte erstmals Kommunen, die sich entwicklungspolitisch engagieren möchten, für konkrete Partnerschaftsvorhaben eine finanzielle Unterstützung bis zu maximal 50.000 Euro zu beantragen. In intensiver Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg – San Rafael del Sur e.V. und der Partnergemeinde in Nicaragua erarbeiteten VertreterInnen des Bezirksamtes einen konkreten Projektvorschlag, um erstmals in direkter Kooperation der beiden Verwaltungen ein Partnerschaftsprojekt durchzuführen. Hierbei wurde die bestehende Partnerschaft um Themen erweitert, die beide Gemeinden in gleicher Weise betreffen: Kommunale Daseinsvorsorge, politische Partizipation und Inklusion bislang marginalisierter Bevölkerungsgruppen. Konkrete Fragen wie die Motivierung von Jugendlichen zu bürgerlichem Engagement, das Zusammenleben von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Potenzialen in der Gesellschaft, aber auch der Umgang mit klassischen innenpolitischen Fragen wie Migration und Entwicklung spielten hierbei eine Rolle. In bilateralen Fachgesprächen zwischen Expert_innen beider Kommunen gab es einen intensiven Austausch von Erfahrungen, und gemeinsam wurden Lösungsstrategien und Handlungsmöglichkeiten in den genannten Themenbereichen erarbeitet. Mit einer solchen von Partizipation auf Augenhöhe“gekennzeichneten Zusammenarbeit geht die Städtepartnerschaft einen neuen, zeitgemäßen Weg zu einer echten Partnerschaft, in der sich beide Seiten gleichermaßen “entwickeln”. Neben dem Fachaustausch wurde durch die bewilligten Mittel der Um- und Ausbau des alten Marktes in San Rafael del Sur in ein Nachbarschafts- und Begegnungszentrums finanziert. Der gesamte Komplex wurde barrierefrei gebaut und dient für Jung und Alt, sowie Menschen mit und ohne Behinderung als Ort des sozialen Miteinanders und des politischen Austauschs. Neben zahlreichen Workshops zu politischer Partizipation, Bürgerrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit werden Freizeitmöglichkeiten aus dem Kunst-, Kultur- und Sportbereich angeboten.

Link zur Seite der Koordinaton bezirklicher Entwicklungspolitik()

„Bürgerbeteiligung im Stadtteil“ Polnisch-deutsche Konferenz

Bürgerbeteiligung ist seit Jahren ein Thema in den Berliner Bezirken, so auch in Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick. Mit einer binationalen Konferenz im November 2013 erweiterten wir den Blickwinkel und tauschten uns mit unseren polnischen Städtepartnern Warschau-Mokotow und Stettin aus.

Organisiert wurde die Konferenz von Wolfgang Hahn (Städtepartner Stettin e.V.), Sonja Eichmann (EU-Beauftragte Treptow-Köpenick) und Martin Kesting (EU-Beauftragter Friedrichshain-Kreuzberg)

Im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Stettin wurde dieses Thema seit 2009 besonders unter dem Blickwinkel der Kinder- und Jugendpartizipation aufgegriffen und in Fachveranstaltungen und Seminaren bearbeitet. Diesmal war das Bürgerengagement, die Bürgerbeteiligung im Stadtteil insgesamt Gegenstand des Erfahrungsaustausches. In Workshops und Exkursionen zu Projekten konnten sich die Teilnehmer/innen wertvolle Anregungen für ihre Praxis vor Ort erarbeiten.

Ziel der polnisch-deutschen Konferenz war die Vernetzung bürgerschaftlich orientierter Politik und Verwaltung mit lokalen NGOs und Bürgerinitiativen. Gerade für das Thema Bürgerbeteiligung ist ein transnationaler Austausch im Sinne des gegenseitigen Lernens und einer gelebten europäischen Nachbarschaft unverzichtbar.

Mit einer zweisprachigen Broschüre, die auf der Grundlage von Tonabschriften entstanden ist, dokumentieren wir in Auszügen den Verlauf und die Ergebnisse dieser Konferenz.

PDF-Dokument (2.2 MB)