Internationales

Karte Partnerkommunen
Bild: LAG der bezirklichen EU-Beauftragten

Fachaustausch Gesundheit und Soziales zwischen Friedrichshain-Kreuzberg und Kadiköy

Abschlusskonferenz Fachaustauch mit Istanbul-Kadiköy
Bild: Martin Kesting

Vom 2.-7. Dezember 2019 besuchte eine Delegation aus Fachkolleginnen und Kollegen des Gesundheitsamtes gemeinsam mit dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Arbeit, Bürgerdienste, Gesundheit und Soziales Knut Mildner-Spindler den Partnerbezirk Kadiköy in Istanbul zum Projektabschluss eines in diesem Jahr geförderten Fachaustauschs zum Thema Gesundheit und Soziales. Die Partnerschaft mit Kadiköy besteht seit nunmehr 23 Jahren.

Der Wunsch, vertiefte Fachaustausche, Workshops und gegenseitige Hospitationen der Gesundheits-und Sozialämter durchzuführen, ging von unserem Partnerbezirk Kadiköy aus und ist im Jahr 2018 entstanden. Im Zuge von zwei gegenseitigen Delegationsreisen wurde eine vertiefende Zusammenarbeit vereinbart. Die Umsetzung erfolgte mit Unterstützung des EU-Beauftragten im Rahmen der Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“ – „Schnellstarterpaket I Nahost“, in dem ein Projekt beantragt und bewilligt wurde. Die finanzielle Förderung erfolgt durch die Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (EG/SKEW) im Auftrag und aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Für den Projektantrag wurden verschiedene Ziele ausgearbeitet, z.B. eine fachliche Analyse der Situation in den Ämtern, die Vernetzung des Fachpersonal der Gesundheits- und Sozialämter beider Bezirke, die Vernetzung des Fachpersonals in Kadıköy mit lokalen NGOs und Initiativen und die Erarbeitung von präventiven Lösungen in den Bereichen Gesundheit, soziale Entwicklung und psychosoziale Dienste (Alphabetisierung, Bürgerschaftskunde, Kindererziehung, Männerkurse, Familienplanung / sexuelle Aufklärung für gefährdete Flüchtlingsfamilien). Langfristig soll ein nachhaltiger bilateraler Fachaustausch etabliert und langfristige Kommunikationsstrukturen der Ämter auf Augenhöhe geschaffen werden. Als Unterstützung dieser Ziele gilt u.a. die weitere Vernetzung der politischen Ebene beider Bezirke.

Im Juni 2019 reisten schließlich Fachkolleginnen und Kollegen des Gesundheitsamtes nach Kadiköy und im Oktober begrüßten sie ihre Fachkolleginnen aus Kadiköy im Curt-Bejach-Gesundheitshaus in Friedrichshain-Kreuzberg. Auch unser Städtepartnerschaftsverein Kadiköy e.V. unterstützte dankenswerterweise mit historischen und kulturellen Informationen vor und nach den Delegationsreisen die Kolleginnen und Kollegen aus beiden Partnerbezirken. In Berlin und Kadiköy absolvierten die Teilnehmenden ein vielfältiges Fachprogramm. Neben Vorstellungen der einzelnen Abteilungen konnten sich alle vertieft und angeregt über gemeinsame Themen austauschen, hier sei z.B. das Thema Kinderschutz oder spezielle Frauengesundheitsprogramme erwähnt. Auch die Vorstellungen der bezirklichen und berlinweiten NGOs und Projekte, wie z.B. der „Runde Tisch für Geflüchtete Frauen“ oder das Projekt „Stadtteilmütter“ bildeten Schwerpunkte beim Fachprogramm in Berlin. In Kadiköy wurden u.a. die NGO International Blue Crescent Foundation, das Familienbildungsprogramm zur Unterstützung der frühen Kindheit oder der Verein zur Bekämpfung von sexueller Gewalt vorgestellt.

Als unverzichtbar erwies sich für die Zusammenarbeit die eingehende Beschäftigung mit den Strukturen des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Deutschland und der Türkei allgemein und der bezirklichen Ämter und NGOs im Besonderen. Viele Fragen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden dieser Strukturen und deren Entstehung und Entwicklung konnten durch Vorträge, aber auch Exkursionen zu bezirklichen Einrichtungen und auch NGOs praxisnah erläutert werden. Als besonders wichtig erwies sich zudem, dass sich die Fachkolleginnen und Kollegen bereits etwas kannten, so dass gemeinsame Themen und Herangehensweisen schneller konkretisiert werden konnten. Für die Professionalität und Kollegialität der Gesprächspartnerinnen und – partner und besonders den herzlichen Empfang sowohl in Kadiköy als auch in Berlin soll an dieser Stelle ein großes Dankeschön ausgesprochen werden.

Nun schließlich fand die finale Konferenz des Projektes 2019 in Kadiköy statt. Unser stellvertretender Bürgermeister traf sich im Anschluss daran im Bezirksamt Kadiköy mit dem Bürgermeister Şerdil Dara Odabaşi. In einem sehr herzlichen und offenen Gespräch wurde die Vertiefung und Ausweitung der Partnerschaftsarbeit der Bezirke allgemein und der aktuellen Projektarbeit, u.a. auch die weitere stärkere Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern, ausgelotet. Ein Folgeprojekt zum Fachaustausch wird von beiden Seiten gewünscht und soll zeitnah eruiert werden.

Mehr über die Städtepartnerschaft mit Kadiköy erfahren Sie hier.

Text: Heike Fischer

Fachaustausch in Süd-Rumänien November 2019

Beim Roma Education Fund in Bukarest
Bild: Martin Kesting

Eine Delegation des Bezirks besuchte vom 4. bis 8. November 2019 Bukarest und den Kreis Teleorman in Rumänien. Die Delegation setzte sich aus dem Fachpersonal verschiedener Ämter, der Polizei Berlin und dem Fachpersonal freier Träger (Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V., RAA Berlin e.V. und Gangway e.V.) zusammen. Da sich im Rahmen der EU-Freizügigkeit vermehrt Menschen aus dieser Region zeitweise oder dauerhaft in Friedrichshain-Kreuzberg aufhalten, ist der Bezirk sehr daran interessiert seine öffentlichen Dienstleistungen für diese Menschen zu verbessern und suchte deswegen den direkten fachlichen Austausch mit lokalen Behörden und Trägern in Rumänien.

In Bukarest besuchte die Delegation die Nationale Agentur gegen Menschenhandel, den Roma Education Fund und traf sich mit unabhängigen Medienvertreter*innen. In Alexandria (Kreis Teleorman) wurden die Delegation vom Bürgermeister, dem Präfekten und dem stellvertretenden Kreisratsvorsitzenden empfangen. Anschließend wurde die Gruppe zu einem Austausch mit einer Freikirche und zu einem Besuch in der orthodoxen St. Alexander-Kathedrale geladen.

In der Kleinstadt Rosiorii de Vede wurde die Delegation sehr herzlich vom Bürgermeister empfangen. In einem sehr offenen und von gegenseitigem Respekt geprägten Gespräch wurden mögliche Kooperationen ausgelotet und Hintergründe zur Roma-Community erläutert. Im Anschluss besuchte die Gruppe eine Schule und ein kommunales Krankenhaus, welches die engagierte Kommunalverwaltung mit dem Einsatz von Mitteln aus den Europäischen Strukturfonds grundsanieren wird.

Zurück in Alexandria wurde ein Abstecher zur Landesfamilienkasse, die Landesagentur für Arbeit und die Generaldirektion für Sozialassistenz und Kinderschutz unternommen. Der Eindruck verfestigte sich über die Tage, dass das Fachpersonal überall unter schwierigsten Bedingungen eine sehr engagierte Arbeit macht. Die direkte Kommunikation auf Fachebene wird von beiden Seiten gewünscht, um eine dauerhafte Kooperation zu etablieren.

Zurück in der Hauptstadt hatte die Delegation die Möglichkeit, in einem Hintergrundgespräch mit Personal der Deutschen Botschaft, über die Situation der Roma in Tiefe zu sprechen. Hier fügte sich vieles zusammen, denn während des Besuchs konnte die angespannte politische Lage in Rumänien hautnah erlebt werden. Am ersten Tag kam es zur Wahl einer neuen Regierung. Die vorherige wurde durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Die Stimmung war stark geprägt vom Wahlkampf um das Präsidentenamt.

Die sehr heterogene Gruppe wuchs während des herausfordernden Programms und der oftmals abenteuerlichen Reise schnell zusammen. Das viele gemeinsame Lachen und Essen, der Balkan-Fahrstil, die Professionalität und Kollegialität der Gesprächspartner und besonders der herzliche Empfang in der Wallachei werden in Erinnerung bleiben.

Für das Landespersonal standen Mittel aus dem „Europäischen Hospitationsprogramm“ der Senatsverwaltung für Kultur und Europa zur Verfügung. Die freien Träger übernahmen ihre Kosten selbst. Ganz besonderen Dank gebührt der Reisleitung Janka Vogel und Julian Paal sowie der Übersetzerin Frau Pircalab und dem Übersetzer Herrn Grigorescu.

Bericht zum Fachaustausch in Süd-Rumänien November 2019

Bericht Fachaustauch Rumänien im November 2019

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Fachlicher Austausch von Bezirk zu Bezirk

Delegation Kadiköy
Bild: Martin Kesting

Sozial- und Gesundheitsstadtrat Knut Mildner-Spindler empfing am 3. Mai 2018 eine Delegation des Gesundheitsamtes von Istanbul-Kadıköy unter der Leitung der Direktorin Filiz Ünlün. Die engagierten Kolleginnen und Kollegen aus dem Gesundheits- und Sozialamt des Partnerbezirks besuchten Friedrichshain-Kreuzberg zum fachlichen Austausch.

Unter anderem schaute sich die Gruppe mit Herrn Mildner-Spindler Sozial- und Gesundheitsprojekte, wie das Curt-Bejach-Gesundheitshaus und das AWO-Begegnungszentrum, an. Auf dem Geburtstagsfest des Mehrgenerationenhauses Wassertorstraße wurde eine verstärkte fachliche Zusammenarbeit beider Bezirke vereinbart. Geplant sind weitere Fachaustausche, Workshops und gegenseitige Hospitationen.

Am 7. Mai führte der EU-Beauftragte des Bezirks den Direktor der Strategieabteilung des Bezirksamts Kadıköy, Can Akbal, durch den Bezirk. Die Delegation um Herrn Akbal informierte sich über die Arbeit des Quartiersmanagements Wassertor, besuchte die Flüchtlingskirche in der Wassertorstraße sowie die Tempo-Homes für Geflüchtete. Zum Abschluss tauschte sich die Gruppe mit der Integrationsbeauftragten des Bezirks aus. Auch auf dem Gebiet der Arbeit mit Geflüchteten wurde ein verstärkter fachlicher Austausch vereinbart.

Die Bevölkerung von Istanbul- Kadıköy ist bekannt für religiöse und politische Toleranz. Man spricht in Istanbul von einer “Kadıköy-Kultur“ der Weltoffenheit. „Der enge Austausch mit unserem Partnerbezirk Kadıköy ist mir gerade in der jetzigen politischen Lage ein Herzensanliegen.“, erklärt Knut Mildner-Spindler.

Fachlicher Austausch mit europäischen Partnerkommunen

Eine Bezirksverwaltung ist verstaubt, bürokratisch, unflexibel und es wird ausschließlich deutsch gesprochen!? Von wegen! Seit mehr als zehn Jahren setzen sich die EU-Beauftragten der Berliner Bezirksämter dafür ein, dass die Beschäftigten ein Praktikum bzw. Job-Shadowing im europäischen Ausland absolvieren können und die Rathäuser so zu modernen Verwaltungen mit interkulturell denkenden und handelnden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden.

Berlin ist eine attraktive Stadt und deshalb auch ein begehrter Partner für transnationale Projekte. Um den besonderen Anforderungen, die internationale Projekte an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen, gerecht zu werden, werden die Mobilitätsprojekte in vielen Bezirksämtern als Bestandteil der Personalentwicklung angesehen. Gerade in Zeiten einer schwierigen Personalsituation ist es wichtig, die Beschäftigten zu motivieren und neue Lösungsansätze zu suchen. Warum sollte da ein Blick in die Verwaltungen unserer europäischen Nachbarländer nicht hilfreich sein?

Freuen Sie sich auf eine ungewöhnliche Reise durch Europa und erfahren Sie beispielhaft, welche Herausforderungen die Kolleginnen und Kollegen gemeistert haben. Lesen Sie, wie sich aus spannenden Begegnungen Freundschaften entwickeln und die Beziehungen zu den Partnerstädten ausgebaut werden. Vielleicht gehören Sie ja zu den Nächsten, die den Sprung in die Behörde eines europäischen Landes wagen!

Ihre bezirklichen EU-Beauftragten

Broschüre "Let's go Europe"

Let's go Europe

PDF-Dokument (5.2 MB)

Pilotprojekt "Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte" im Rahmen der Städtepartnerschaft mit San Rafael del Sur, Nicaragua

Wappen von San Rafael, Nicaragua
Bild: Kommune San Rafael, NI

Globale Verantwortung vor Ort übernehmen! Unter diesem Motto beteiligte sich das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg 2013 am Pilotprojekt “Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte” im Rahmen seiner Städtepartnerschaft mit der Gemeinde San Rafael del Sur, Nicaragua. Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Projekt ermöglichte erstmals Kommunen, die sich entwicklungspolitisch engagieren möchten, für konkrete Partnerschaftsvorhaben eine finanzielle Unterstützung bis zu maximal 50.000 Euro zu beantragen. In intensiver Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg – San Rafael del Sur e.V. und der Partnergemeinde in Nicaragua erarbeiteten VertreterInnen des Bezirksamtes einen konkreten Projektvorschlag, um erstmals in direkter Kooperation der beiden Verwaltungen ein Partnerschaftsprojekt durchzuführen. Hierbei wurde die bestehende Partnerschaft um Themen erweitert, die beide Gemeinden in gleicher Weise betreffen: Kommunale Daseinsvorsorge, politische Partizipation und Inklusion bislang marginalisierter Bevölkerungsgruppen. Konkrete Fragen wie die Motivierung von Jugendlichen zu bürgerlichem Engagement, das Zusammenleben von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Potenzialen in der Gesellschaft, aber auch der Umgang mit klassischen innenpolitischen Fragen wie Migration und Entwicklung spielten hierbei eine Rolle. In bilateralen Fachgesprächen zwischen Expert_innen beider Kommunen gab es einen intensiven Austausch von Erfahrungen, und gemeinsam wurden Lösungsstrategien und Handlungsmöglichkeiten in den genannten Themenbereichen erarbeitet. Mit einer solchen von Partizipation auf Augenhöhe“gekennzeichneten Zusammenarbeit geht die Städtepartnerschaft einen neuen, zeitgemäßen Weg zu einer echten Partnerschaft, in der sich beide Seiten gleichermaßen “entwickeln”. Neben dem Fachaustausch wurde durch die bewilligten Mittel der Um- und Ausbau des alten Marktes in San Rafael del Sur in ein Nachbarschafts- und Begegnungszentrums finanziert. Der gesamte Komplex wurde barrierefrei gebaut und dient für Jung und Alt, sowie Menschen mit und ohne Behinderung als Ort des sozialen Miteinanders und des politischen Austauschs. Neben zahlreichen Workshops zu politischer Partizipation, Bürgerrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit werden Freizeitmöglichkeiten aus dem Kunst-, Kultur- und Sportbereich angeboten.

Link zur Seite der Koordinaton bezirklicher Entwicklungspolitik()

„Bürgerbeteiligung im Stadtteil“ Polnisch-deutsche Konferenz

Bürgerbeteiligung ist seit Jahren ein Thema in den Berliner Bezirken, so auch in Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick. Mit einer binationalen Konferenz im November 2013 erweiterten wir den Blickwinkel und tauschten uns mit unseren polnischen Städtepartnern Warschau-Mokotow und Stettin aus.

Organisiert wurde die Konferenz von Wolfgang Hahn (Städtepartner Stettin e.V.), Sonja Eichmann (EU-Beauftragte Treptow-Köpenick) und Martin Kesting (EU-Beauftragter Friedrichshain-Kreuzberg)

Im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Stettin wurde dieses Thema seit 2009 besonders unter dem Blickwinkel der Kinder- und Jugendpartizipation aufgegriffen und in Fachveranstaltungen und Seminaren bearbeitet. Diesmal war das Bürgerengagement, die Bürgerbeteiligung im Stadtteil insgesamt Gegenstand des Erfahrungsaustausches. In Workshops und Exkursionen zu Projekten konnten sich die Teilnehmer/innen wertvolle Anregungen für ihre Praxis vor Ort erarbeiten.

Ziel der polnisch-deutschen Konferenz war die Vernetzung bürgerschaftlich orientierter Politik und Verwaltung mit lokalen NGOs und Bürgerinitiativen. Gerade für das Thema Bürgerbeteiligung ist ein transnationaler Austausch im Sinne des gegenseitigen Lernens und einer gelebten europäischen Nachbarschaft unverzichtbar.

Mit einer zweisprachigen Broschüre, die auf der Grundlage von Tonabschriften entstanden ist, dokumentieren wir in Auszügen den Verlauf und die Ergebnisse dieser Konferenz.

Dokumentation (polnisch und deutsch) einer binationalen Konferenz zum Thema Bürgerbeteiligung 2013

PDF-Dokument (2.2 MB)