Schutz bei Diskriminierung

Eine Frau mit Kopftuch, ein Rollstuhlfahrer und ein gleichgeschlechtliches Paar (unter einem großen Regenschirm)

Diskriminierung und rassistische Gewalt nicht hinnehmen – Beratungsangebote nutzen

Berlin ist eine Metropole, die durch die Vielfalt ihrer Einwohnerinnen oder Einwohner geprägt ist. Weltoffenheit, Toleranz und gegenseitiger Respekt sind wichtig, damit das Zusammenleben gut funktioniert. Dennoch kommt es immer wieder auch zu Fällen von Diskriminierung und rassistischer Gewalt. Wenn Sie diese erleben, können Sie Beratung und Hilfe in Anspruch nehmen.

Was ist eine Diskriminierung?

Diskriminierung bedeutet eine Benachteiligung oder Zurückweisung aufgrund bestimmter Merkmale, zum Beispiel:

  • Religion: Eine junge Muslima bekommt keinen Ausbildungsplatz, weil sie ein Kopftuch trägt.
  • Ethnische Herkunft: Eine Familie, die nach Berlin geflüchtet ist, bekommt keinen Mietvertrag, weil sie nicht gut deutsch spricht.
  • Geschlecht: Eine Frau verdient – im gleichen Beruf – weniger als ihr männlicher Kollege.
  • Aufenthaltsstatus: Eine Person darf kein Konto eröffnen, da sie nur eine befristete Aufenthaltsgenehmigung hat.
  • Hautfarbe: Ein junger Mann mit dunkler Hautfarbe wird vom Türsteher nicht in die Disko gelassen.
  • Behinderung: Eine Person, die im Rollstuhl sitzt, wird aufgefordert das Restaurant zu verlassen, weil ihr Anblick „die anderen Gäste störe“.
  • Sexuelle Identität: Zwei Männer, die Hand in Hand gehen, werden von Passanten beschimpft und beleidigt.
  • Alter: Älteren Menschen wird unterstellt, dass sie nicht mehr so gut arbeiten können, und sie haben deswegen schlechtere Chancen einen Job zu finden.

§ Was sagt das Gesetz?

Gegen Diskriminierung gibt es ein Gesetz. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

Benachteiligungen aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion, der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität sind verboten (oder: sind nicht erlaubt).

Gleichbehandlung ist Ihr gutes Recht.

Wenn Sie aufgrund eines der genannten Merkmale im Arbeitsleben oder beim Zugang zu Waren und Dienstleistungen – z. B. auch auf der Suche nach einer Wohnung – benachteiligt werden, dann steht Ihnen unter Umständen ein Schadensersatzanspruch nach dem „Allgemeinen Gleichstellunsgesetz“ zu. Hierüber sollten Sie sich bei einer qualifizierten Beratungsstelle oder einer spezialisierten Rechtsanwältin oder einem spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen.

Diskriminierung – wer kann helfen?

In Berlin gibt es ein gutes Netz von Beratungsstellen. Diese Beratungsstellen besprechen mit Ihnen, was Sie im Diskriminierungsfall am besten tun können. Jeder Schritt wird mit Ihnen abgestimmt und alle Informationen werden vertraulich behandelt. Die Beratungen sind kostenlos.

  • ADNB des TBB – Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin
    Oranienstraße 53, 10969 Berlin (U-Bhf. Moritzplatz)
    Tel.: (030) 61 30 53 28 und Fax: (030) 61 30 43 10
    E-Mail und Internet
  • BDB – Bund für Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit in der BRD
    Sprengel Haus, Sprengelstr. 15, 13353 Berlin
    Tel.: (030) 216 88 84 und Fax: (030) 219 96 896
    E-Mail und Internet
  • Antidiskriminierungsberatung Alter oder Behinderung der LV Selbsthilfe Berlin Beratungsstelle der Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin e.V.
    Littenstr. 108, 10179 Berlin
    Tel.: (030) 27 59 25 27 und Fax: (030) 27 59 25 26
    E-Mail und Internet
  • Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
    (Diskriminierung aufgrund des Geschlechts)
    Abt. Frauen- und Gleichstellungspolitik
    Oranienstraße 106, 10969 Berlin
    Tel.: (030) 9028-2116 und Fax: (030) 9028 2066
    Internet
  • Berliner Netzwerk Lesben, Schwule, Transgender für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung
    Tel.: (030) 233690-80
    E-Mail

Hilfe für die Opfer von rassistischer Gewalt

Wer Gewalt erlebt hat, sollte sich erst an die Polizei wenden. Für Gewaltopfer gibt es in Berlin auch nichtstaatliche Beratungsstellen. Auch dort erhalten Sie Hilfe und Unterstützung.
ReachOut ist eine Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin und unterstützt und berät auch Angehörige, Freunde und Freundinnen der Opfer und Zeuginnen und Zeugen eines Angriffs.

ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Antisemitismus
Oranienstraße 159, 10969 Berlin
Tel.: (030) 695 68 339 und Fax: (030) 695 68 346
E-Mail und Internet

Diese Hinweise wurden von der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) zusammengestellt. Im Beratungswegweiser und auf der Webseite der LADS finden Sie weitere Informationen, Adressen und Ansprechpersonen.