Wohnungssuche

 Ein junger Mann sitzt auf dem Sessel in einem Wohnzimmer

Wie suche und finde ich eine Wohnung in Berlin?

Eine Wohnung in Berlin zu finden ist manchmal gar nicht so leicht, da viele Menschen nach Berlin kommen und der Wohnraum sehr begrenzt ist. Der Berliner Senat wird in den nächsten Jahren mehr sozialen Wohnungsbau fördern, damit alle Menschen bezahlbaren Wohnraum finden.

Es gibt verschiedene Wege eine Wohnung in Berlin zu suchen. Neben unterschiedlichen Internetportalen können Sie auch die Wohnungssuche der Stadt Berlin nutzen. Außerdem werden in den Immobilienteilen vieler Zeitungen, besonders in der Samstagsausgabe, freie Wohnungen inseriert. Sie können auch bei staatlichen Wohnungsbaugesellschaften anfragen.

Wenn Sie eine Wohnung gefunden haben, kontaktieren Sie den Vermieter oder die Vermieterin oder die Hausverwaltung, um sich die Wohnung anzuschauen. Dort haben Sie auch die Chance sich dem Vermieter oder der Vermieterin vorzustellen. Bereiten Sie sich gut auf den Termin vor und bringen Sie alle notwendigen Dokumente mit.

Als Drittstaatlerin oder Drittstaatler werden Sie möglicherweise nach Ihrem Aufenthaltstitel gefragt. Falls Sie einen haben, bringen Sie diesen mit. Ein Aufenthaltstitel ist aber nicht zwingend erforderlich.

Die wichtigsten Serviceadressen wurden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zusammengestellt.

Wichtig ist, dass Sie sich, nach Ihrem Einzug, beim Bürgeramt fristgerecht anmelden. Wo und wie Sie sich anmelden, erfahren Sie unter dem Punkt Meldepflicht.

Wenn Sie als Asylbewerberin oder Asylbewerber bzw. als Geflüchtete oder Geflüchteter eine Wohnung suchen, finden Sie ausführlichere Informationen unter dem Punkt Unterkünfte für Geflüchtete während des Asylverfahrens.

Welche Bewerbungsunterlagen brauche ich?

Sie werden von den meisten Vermieterinnen oder Vermietern gebeten, folgende Unterlagen bei der Bewerbung um eine Wohnung vorzulegen:

  • Ausweisunterlagen wie Personalausweis oder Reisepass, bei Drittstaatlerinnen oder Drittstaatlern kann auch nach einem gültigen Aufenthaltstitel gefragt werden
  • Lohn-/Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate oder
    • Als Rentnerin oder Rentner: Ihren aktuellen Rentenbescheid
    • Als Auszubildende oder Auszubildender: Ihre letzten Gehaltsabrechnungen, Ihren Ausbildungsvertrag, Kindergeldnachweis, Ihren Bescheid über die Berufsausbildungshilfe, gegebenenfalls Bürgschaft und Gehaltsnachweise der Eltern
    • Als Studentin oder Student: Ihre aktuelle Immatrikulationsbescheinigung, eine Bestätigung der Eltern über Unterhaltsleistungen, Kindergeldnachweise, Ihren Bafög-Bescheid, gegebenenfalls Bürgschaft und Gehaltsnachweise der Eltern
  • Bestätigung der aktuellen Vermieterin oder des Vermieters, dass Sie ihre bisherige Miete regelmäßig gezahlt haben
  • Schufa-/Selbstauskunft

Wohnberechtigungsschein

Mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) können Sie in eine öffentlich geförderte Wohnung einziehen. Diese Wohnungen sind besonders günstig. Der Wohnberechtigungsschein ist in der Regel ein Jahr gültig und wird nach Ihrem Einzug von der Vermieterin oder dem Vermieter einbehalten. Alle weiteren benötigten Unterlagen, Antragsformular und Erklärungen, die Sie einreichen müssen, finden Sie im Serviceportal der Stadt Berlin.

Für den Wohnberechtigungsschein müssen Sie nachweisen können, dass Sie langfristig in Berlin leben werden. Daher wird in der Regel verlangt, dass Sie eine Aufenthaltserlaubnis für mindestens ein Jahr vorweisen können. Aber auch wenn Sie nur eine Duldung haben, können Sie möglicherweise einen Wohnberechtigungsschein erhalten – vorausgesetzt, es liegt ein langfristiges Ausreisehindernis vor. Im Zweifel sollten Sie versuchen, eine Bescheinigung darüber von der Ausländerbehörde zu erhalten.

Ob Sie einen Wohnberechtigungsschein bekommen können, können Sie mit der Wohnberechtigungsschein-Abfrage überprüfen. Der Wohnberechtigungsschein-Antrag muss beim Wohnungsamt in Ihrem Bezirk schriftlich eingereicht werden. Sollten Sie noch nicht in Berlin wohnen, können Sie den Antrag bei jedem Wohnungsamt in Berlin einreichen. Alle zuständigen Ämter finden Sie im Serviceportal der Stadt Berlin.

Was ist der Mietspiegel?

Der Mietspiegel ist für Sie eine Orientierung, wie hoch die Miete in Ihrer Wohnumgebung in Berlin durchschnittlich ist. Der Mietspiegel berechnet vergleichbaren, nicht preisgebundenen Wohnraum in Berlin. Mit Hilfe des Abfrageservice können Mieterinnen und Mieter nachschauen, ob eine Mieterhöhung durch die Vermieterin oder den Vermieter gerechtfertigt ist.

Welche Rechte habe ich als Mietpartei und wer kann mir bei Problemen helfen?

Wenn Sie eine Wohnung angemietet haben, dürfen Sie dort wohnen und leben. Sie dürfen die Wohnung nach Ihren Vorstellungen gestalten und einrichten. Bei Umbauten müssen Sie in der Regel zuvor die Erlaubnis Ihrer Vermieterin oder Ihres Vermieters einholen.
Auch wenn Sie den Mietvertrag allein abschließen, dürfen Sie Ihre Ehepartnerin oder Ihren Ehepartner und minderjährige Kinder in die Wohnung aufnehmen. Bei anderen Personen brauchen Sie grundsätzlich die Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters, wenn sie dauerhaft bei Ihnen wohnen wollen.
Bei der Nutzung Ihrer Wohnung sind Sie verpflichtet, Rücksicht auf Nachbarinnen und Nachbarn zu nehmen. Meist gibt es eine Hausordnung, in der dazu Regeln festgehalten sind – z. B., ab welcher Uhrzeit Musik und andere Geräusche auf Zimmerlautstärke reduziert werden sollten.
Sie sind verpflichtet, die Wohnung in gutem Zustand zu erhalten. Dazu gehört regelmäßiges Reinigen und Lüften. Außerdem können Sie nach dem Mietvertrag verpflichtet sein, die Wohnung in bestimmten Abständen oder beim Auszug zu renovieren, das heißt Wände neu zu streichen oder Tapeten zu erneuern. Ernsthafte Schäden, insbesondere an Leitungen für Wasser, Gas oder Strom, sowie Schimmel- oder Ungezieferbefall sollten Sie umgehend der Vermieterin oder dem Vermieter melden, die oder der für Reparaturen zuständig ist. (Allerdings kann es je nach Mietvertrag sein, dass Sie die Kosten für kleine Reparaturen selbst tragen müssen.) Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. hat eine Handreichung herausgegeben, die auf Englisch, Deutsch und Arabisch die Themen „Richtige Nutzung der Wohnung“, „Heizen und Lüften“, „Müllentsorgung“ sowie „Gemeinschaftlicher Umgang“ erklärt.

Sollten Sie Probleme oder Fragen bezüglich Ihrer Mieterrechte haben, gibt es verschiedene Beratungsangebote, die Ihnen zu Seite stehen und Sie unterstützen, wie der Mieterschutzbund Berlin e.V., der Berliner Mietverein e.V. und die Berliner MieterGemeinschaft e.V..

Kann ich finanzielle Unterstützung bekommen?

Wohngeld wird gewährt, wenn das eigene Einkommen zwar zur Deckung des Lebensunterhalts, aber nicht vollständig ausreicht, um auch die Miete zu zahlen. So soll verhindert werden, dass jemand seine oder ihre Wohnung verliert und in eine andere Gegend ziehen muss, nur weil es ihm oder ihr an Einkommen fehlt.
Wohngeld können auch Menschen beantragen, die von außerhalb der EU kommen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sie eine Aufenthaltserlaubnis haben, im Asylverfahren sind oder nur geduldet werden.
Wenn Sie Leistungen der Grundsicherung beziehen (SGB II, SGB XII, AsylbLG), erhalten Sie kein Wohngeld, da die Wohnkosten in diesem Fall in voller Höhe vom Leistungsträger gezahlt werden, soweit Sie nicht über hinreichendes Einkommen verfügen.

Sie können Wohngeld bei dem zuständigen Bürgeramt oder Wohnungsamt Ihres Bezirkes beantragen.

Ob und wie viel Wohngeld Ihnen zusteht, ist außerdem abhängig von der Miete, die Sie zu zahlen haben und von der Anzahl und dem Einkommen der Personen, die mit Ihnen zusammen leben. Die genauen Voraussetzungen und einzureichenden Unterlagen und Formulare finden Sie im Serviceportal der Stadt Berlin.

Eine weitere Möglichkeit Unterstützung zu erhalten ist der Mietzuschuss.

Wenn Sie in einer sogenannten Sozialwohnung wohnen, Arbeitslosengeld II vom Jobcenter oder Sozialhilfe bzw. Asylbewerberleistungen vom Sozialamt erhalten und das Jobcenter oder das Sozialamt nicht die gesamte Höhe der Miete übernimmt, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Mietzuschuss beantragen.

Diese Voraussetzungen sind:

  • Sie zahlen mehr als 30 % Ihres Einkommens für die Miete (ohne Nebenkosten und Kosten für warmes Wasser)
  • Ihr Einkommen liegt unterhalb der Grenze für den Berliner Wohnberechtigungsschein, das können Sie mit der Wohnberechtigungsschein-Abfrage überprüfen.