Arbeit

Figuren mit unterschiedlichen Berufen vor der Skyline Berlins

Was muss ich beim Arbeiten in Deutschland beachten?

Die Bedingungen des Arbeitsverhältnisses (z. B. Probezeit, Befristung, Kündigungsmöglichkeiten) richten sich nach dem deutschen Arbeitsrecht. Arbeitsverträge können mündlich und schriftlich geschlossen werden. In Deutschland müssen Sie normalerweise mindestens 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Zudem haben Sie das Recht auf Urlaub sowie auf festgelegte Arbeitszeiten und Pausen.

Eine spezielle Beratung von Frauen für Frauen rund um das Thema Beruf und Arbeit wird vom FIONA-Verbund angeboten.

Wenn Sie EU-Bürgerin und EU-Bürger und aus Norwegen, Liechtenstein und Island sind, gilt die Freizügigkeit. Bürgerinnen und Bürger aus diesen Staaten können genauso wie Deutsche eine Arbeit suchen und aufnehmen. Schweizerinnen und Schweizer müssen zwar eine Aufenthaltserlaubnis-Schweiz beantragen, haben aber ebenfalls freien Zugang zum Arbeitsmarkt. Informationen hierzu bietet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge an.

Wenn Sie aus einem Nicht-EU-Land kommen, benötigen Sie zum Arbeiten die Erlaubnis der Ausländerbehörde.

Ob Sie arbeiten dürfen, richtet sich danach, welche Auflage in Ihrem Aufenthaltsdokument (z. B. Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis, Aufenthaltsgestattung, Duldung) vermerkt ist.

Steht dort „Beschäftigung nicht erlaubt“, dann dürfen Sie in der Regel nicht arbeiten. Steht dort aber „Erwerbstätigkeit gestattet“, dann dürfen Sie jeder selbstständigen oder unselbstständigen Tätigkeit nachgehen. Steht in Ihrem Papier „Beschäftigung gestattet“, dann dürfen Sie unselbstständig, also angestellt, arbeiten. Steht dort „Beschäftigung nur mit Erlaubnis der Ausländerbehörde“, dann müssen Sie mit einem konkreten Beschäftigungsangebot zur Ausländerbehörde gehen und dort die Erlaubnis beantragen. Die Ausländerbehörde wird dann unter Umständen für Sie eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit einholen. Dieses Verfahren kann mehrere Wochen dauern und hängt davon ab, ob die gesetzlichen Vorschriften zu Lohn, Urlaubsanspruch etc. eingehalten werden und ob arbeitsuchende Deutsche und EU-Bürgerinnen oder EU-Bürger für den Job zur Verfügung stehen, den Sie ausüben wollen.

Im Asylverfahren oder wenn Ihr Aufenthalt von Anfang an nur geduldet ist, dürfen Sie in den ersten drei Monaten ab Ausstellung des Ankunftsnachweises bzw. der Duldung nicht arbeiten. Auch in der Zeit, in der Sie verpflichtet sind in einer Erstaufnahmeeinrichtung zu wohnen (maximal sechs Monate ab der Registrierung), gilt ein Arbeitsverbot. Sind diese Fristen abgelaufen, können Sie mit Erlaubnis der Ausländerbehörde eine Beschäftigung ausüben. Auch hier holt die Ausländerbehörde bei der Bundesagentur für Arbeit die Zustimmung für den Job, den Sie ausüben möchten, ein. Asylsuchende aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ unterliegen einem dauerhaften Arbeitsverbot, wenn sie nach dem 31.08.2015 einen Asylantrag gestellt haben. Sie dürfen in diesem Fall während des gesamten Asylverfahrens und auch während einer anschließenden Zeit der Duldung nicht arbeiten. Als „sicher“ gelten momentan Ghana, Senegal, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Mazedonien, Albanien und der Kosovo.

Manchmal werden die Auflagen verspätet geändert, obwohl die Wartefristen schon abgelaufen sind. Fragen Sie bei der Ausländerbehörde nach oder lassen Sie sich rechtlich beraten, wenn Sie unsicher sind.

Wenn Sie aus dem Ausland zum Arbeiten nach Deutschland kommen wollen, müssen Sie ein Visum zu Arbeitszwecken bei der Deutschen Botschaft in Ihrem Land beantragen. Bitte beachten Sie dabei, dass nicht für jede Tätigkeit ein Visum gewährt wird. Es ist generell einfacher für Hochqualifizierte, also für Menschen mit einem Hochschulabschluss oder Führungskräfte. Auch für die Arbeit in Berufen, für die es in Deutschland nicht genug Interessentinnen oder Interessenten gibt („Mangelberufe“), kann man ein Visum erhalten. In anderen Fällen kann es schwierig sein, das Visum zu erhalten. Eine Sonderregelung gilt für Bürgerinnen und Bürger aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien bis 2020: Sie dürfen sich auf ein Arbeitsvisum für jede Tätigkeit bewerben. Die Voraussetzungen hierfür sind allerdings, dass die Person in den zwei vorangegangenen Jahren keine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Deutschland bezogen hat und dass keine Arbeitskräfte aus Deutschland oder der EU für die angebotene Stelle zur Verfügung stehen. Im Zweifel sollten Sie sich dazu beraten lassen. Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Ausführliche Informationen werden auch im PDF-Ratgeber der Initiative Make it in Germany” angeboten.

Wie erhalte ich eine Arbeitserlaubnis?

Um die Arbeitserlaubnis zu erhalten, brauchen Sie – wenn Ihr Aufenthaltstitel nicht generell das Arbeiten erlaubt – ein konkretes Arbeitsangebot. Von der Ausländerbehörde erhalten Sie ein Formular, auf dem Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber genaue Angaben zu der angebotenen Stelle machen muss. Anhand dieses Formulars muss dann gegebenenfalls noch die Arbeitsagentur prüfen, ob es arbeitslose Deutsche oder EU-Bürgerinnen oder EU-Bürger gibt, die auf die freie Stelle vermittelt werden könnten. Für Asylsuchende und Geduldete muss diese Prüfung in vielen Regionen Deutschlands nicht mehr durchgeführt werden. Auch für sie muss aber geprüft werden, ob die Arbeitsbedingungen – Lohn, Urlaubsanspruch etc. – den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Dieses Erlaubnisverfahren kann mehrere Wochen dauern.

Für manche Formen der Beschäftigung kann die Ausländerbehörde Asylsuchenden und Geduldeten eine Arbeitserlaubnis erteilen, ganz ohne dass eine Prüfung bei der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt werden muss. Das gilt insbesondere für eine Berufsausbildung, aber zum Beispiel auch für die Beschäftigung von hochqualifizierten Personen oder für Praktika, wenn sie nach dem Mindestlohngesetz vereinbart wurden oder aus EU-Mitteln gefördert werden. Nach einem vierjährigen Aufenthalt darf grundsätzlich jede Tätigkeit ausgeübt werden, ohne dass die Arbeitsagentur noch prüfen muss. Allerdings ist zu beachten, dass Geduldete, denen die Ausländerbehörde vorwirft, die eigene Abschiebung hinauszuzögern, keine Arbeitserlaubnis erhalten. Das Gleiche gilt für Bürgerinnen und Bürger aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien, wenn sie nach dem 31.08.2015 in Deutschland Asyl beantragt haben.

Die Arbeitserlaubnis erhalten Sie bei der Ausländerbehörde Berlin, wenn diese positiv über Ihren Antrag auf Erlaubnis einer Beschäftigung (im PDF-Format) entschieden hat. Neben dem Antrag müssen Sie auch das von der Arbeitsgeberin oder vom Arbeitsgeber ausgefüllte PDF-Formular Stellenbeschreibung und einen Arbeitsvertrag oder die Zusage einreichen, dass Sie den Job bekommen haben.

Wie finde ich Unterstützung bei der Arbeitssuche?

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Sie online und vor Ort bei der Arbeitssuche. Dazu müssen Sie sich dort arbeitsuchend melden. Auch als Asylbewerberin oder Asylbewerber erhalten Sie Unterstützung bei der Bundesagentur für Arbeit.

Die Beraterinnen und Berater im Willkommenszentrum Berlin können Sie ebenfalls bei der Suche nach einem Arbeitsplatz unterstützen.