Menschen mit Behinderung

Eine Frau mit einem Blindenhund und ein Rollstuhlfahrer mit Begleitperson

Geflüchtete mit Behinderung haben Anspruch auf Hilfsmittel und Therapien (z. B. Krankengymnastik), die sie brauchen. Zentrale Anlaufstelle für die Beratung von Menschen mit Behinderung ist das Berliner Zentrum für Selbstbestimmtes Leben e. V. (BZSL e. V.).

Was ist ein Schwerbehindertenausweis?

Wenn Sie einen Bescheid über eine Schwerbehinderung haben, können Sie einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Die zuständige Behörde ist das Versorgungsamt des Landesamtes für Gesundheit und Soziales.
Mit diesem Ausweis können Sie besondere Rechte und einen Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen. Im Schwerbehindertenausweis werden die gesundheitlichen Folgen Ihrer Behinderung durch Merkzeichen festgehalten. Es gibt zwei unterschiedliche Ausweise:

  • Ein einfarbig grüner Ausweis ist für schwerbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50
  • Ein grün-oranger Ausweis ist für schwerbehinderte Menschen, bei denen auf Grund ihrer Behinderung ein Anspruch auf günstigere oder kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs festgestellt wurde

Für den Ausweis brauchen Sie ein Passfoto. Den Ausweis gibt es auch in mehreren Sprachen für Auslandsreisen. Das Antragsformular finden Sie auf der Seite des Landesamtes für Gesundheit und Soziales.
Als Ausländerinnen oder Ausländer müssen Sie eine Kopie Ihres Passes mit Ihrem aktuellen Aufenthaltstitel beim Antrag mit einreichen. Der Antrag wird anhand der ärztlichen Unterlagen geprüft. Die Bearbeitungszeit liegt bei durchschnittlich 100 Tagen.

Was sind Pflegestufen?

Für pflegebedürftige Menschen gibt es in Deutschland unterschiedliche Pflegestufen:

  • Pflegestufe 0:
    • Das ist die Vorstufe zu Pflegestufe I
    • Pflegestufe 0 ist für Menschen mit erheblich eingeschränkten Alltagskompetenzen, die Hilfe in der Grundpflege (also der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) und im Haushalt brauchen
  • Pflegestufe I:
    • Die Pflegestufe I ist für Menschen mit erheblicher Pflegebedürftigkeit, das heißt:
      • Sie brauchen mindestens einmal am Tag Hilfe bei mindestens zwei Tätigkeiten aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege
      • Sie brauchen mehrfach in der Woche Hilfe im Haushalt
      • Der Zeitaufwand muss im Durchschnitt mindestens 90 Minuten pro Tag sein
      • Dabei müssen mindestens 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen
  • Pflegestufe II:
    • Die Pflegestufe II ist für schwerpflegebedürftige Menschen, das heißt:
      • Sie brauchen mindestens dreimal täglich zu unterschiedlichen Tageszeiten Hilfe bei Grundpflege
      • Sie brauchen mehrfach in der Woche Hilfe im Haushalt
      • Der Zeitaufwand muss im Durchschnitt mindestens drei Stunden pro Tag sein
      • Davon müssen mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen
  • Pflegestufe III:
    • Die Pflegestufe III ist für schwerstpflegebedürftige Menschen
    • Sie brauchen rund um die Uhr Hilfe
      • Sie brauchen mehrfach die Woche Hilfe im Haushalt
      • Der Zeitaufwand muss im Durchschnitt mindestens fünf Stunden pro Tag sein
      • Davon müssen mindestens vier Stunden auf die Grundpflege entfallen

Zusätzlich gibt es die Härtefallregelung. Sie tritt in Kraft, wenn Pflegestufe III erfüllt ist und ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand vorliegt. Voraussetzungen dafür sind entweder Hilfe bei der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) sechs Stunden täglich und mindestens dreimal in der Nacht oder die Grundpflege, auch nachts, kann nur von mehreren Pflegekräften gemeinsam erbracht werden kann. Hierbei können auch Fachpersonal und Angehörige oder Ehrenamtliche zusammenarbeiten.
Die Einstufung in eine bestimmte Pflegestufe bestimmt, welche Leistungen Sie von der Pflegeversicherung erhalten. Außerdem können Sie Unterstützung unter anderem in Form von Pflegegeld, bei Pflege durch Angehörige oder Ehrenamtliche, erhalten oder von ambulanten Pflegediensten und Pflegesachleistungen. Die Pflegeversicherung ist bei den Krankenkassen angeschlossen. Sie sind für Fragen zur Pflegestufe und Pflegeversicherung zuständig.

Was ist „Barrierefreiheit“?

Um Berlin auch als Mensch mit Behinderung erfahren zu können, gibt es viele Angebote barrierefrei. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind fast überall barrierefrei zu erreichen, durch Aufzüge und Rampen. Auch gibt es an U-Bahnhöfen sehr oft Blindenleitsysteme. Um Hilfe von den Zugführerinnen oder Zugführern zu bekommen, begeben Sie sich immer zum Anfang des Zuges. Die Busse in Berlin sind alle barrierefrei (Ausnahme ist die Ausflugslinie 218). Bitte steigen Sie in der Mitte ein, denn dort ist ein spezieller Platz für Rollstühle. Die Straßenbahnen sind fast alle barrierefrei, hier steigen Sie immer vorne ein.
Um Ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu geben, bietet die BVG kostenlose Mobilitätstrainings an. Die Informationssäulen in U- und S-Bahnhöfen verbinden Sie mit einer zentralen Stelle, die Ihnen Fragen beantworten kann, wenn Sie Hilfe brauchen. Detaillierte Informationen finden Sie bei der BVG.
Mit dem Zeichen „Barrierefrei“ signalisieren Einrichtungen, dass sie für Menschen mit Behinderung ausgestattet sind. Über 700 Einrichtungen in Berlin tragen dieses Zeichen, unter anderem auch U-Bahn-Aufzüge, City-Toiletten, Geschäfte und Behörden. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind barrierefrei zugänglich. Es wird aber empfohlen, sich kurzfristig zu informieren, um mögliche Störungen oder Bauarbeiten zu vermeiden. Informationen zu barrierefreien Kulturangeboten finden Sie bei mobidat. Auf dem Internetportal VisitBerlin finden Sie weitere Informationen.
Informationen zu Freizeitangeboten für Menschen mit Behinderung finden Sie im auf den Seiten des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung.
Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung veröffentlicht regelmäßig Veranstaltungshinweise speziell für Menschen mit Behinderung.

Informationen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung finden Sie im Schritt 2.