Das EFRE-Kubist-Projekt „mehr:bibliothek“ zielt darauf ab, die Zugänglichkeit öffentlicher Bibliotheken in sozial benachteiligten Quartieren nachhaltig zu verbessern und ihre Funktion als inklusive Bildungs- und Begegnungsorte zu stärken. Im Fokus stehen die Standorte Schiller-Bibliothek, Bibliothek am Luisenbad und Bruno-Lösche-Bibliothek in den Berliner Stadtteilen Wedding und Moabit.
Im Rahmen des Projekts werden die Öffnungszeiten dieser Einrichtungen über einen Zeitraum von sechs Monaten gezielt erweitert: An Samstagen stehen die Bibliotheken zusätzlich von 14:00 bis 19:30 Uhr zur Verfügung. Damit wird all denjenigen ein verbesserter Zugang zu Bildungs-, Informations- und Aufenthaltsangeboten ermöglicht, die wochentags weniger Gelegenheit haben, die Bibliotheksangebote zu nutzen.
Die Umsetzung erfolgt durch den Einsatz von Sicherheitspersonal, sodass die erweiterten Öffnungszeiten ohne zusätzliches Fachpersonal realisiert werden können. Parallel dazu werden Mitarbeitende qualifiziert und es kommen qualitative Methoden der Nutzerforschung (User Experience) zum Einsatz, um Bedarfe, Nutzungsverhalten und Erfahrungen zu erfassen und auszuwerten.
Das Projekt verfolgt das Ziel, bestehende zeitliche Zugangshürden abzubauen und die gleichberechtigte kulturelle Teilhabe im Stadtteil zu fördern. Gleichzeitig dient es als praxisorientierte Grundlage für die Weiterentwicklung sogenannter Open-Library-Modelle sowie einer flexiblen, bedarfsorientierten Bibliotheksinfrastruktur. Durch die erweiterten Öffnungszeiten werden Bibliotheken verstärkt als wohnortnahe Lern-, Arbeits- und Aufenthaltsorte genutzt. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilisierung und Integration in den Quartieren.
Das Projekt wird im Zeitraum von September 2025 bis April 2026 im Bezirk Mitte umgesetzt und greift auf bestehende räumliche und technische Infrastrukturen zurück. Es wird gefördert durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) innerhalb des Programms „Kultur und Bibliotheken im Stadtteil – KUBIST“, Förderperiode 2022-2027 sowie mit Landesmitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.