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Die Haltlosen

Pressemitteilung vom 03.11.2016

Lesung mit Jörg Petzold in der Stadtbibliothek Berlin-Mitte

Am Dienstag, dem 22.11.2016, um liest Jörg Petzold aus dem Roman Die Haltlosen von Oğuz Atay.
Der Roman markiert den Beginn einer neuen Epoche und gilt als Meisterwerk der modernen türkischen Literatur. Kaum ein anderes Buch hat die türkischen Intellektuellen in den letzten 30 Jahren so stark beeinflusst, über keinen anderen Roman wurde so intensiv diskutiert. »Die Haltlosen« parodiert das Leben, die Sprache sowie die Geschichte und bedient sich dabei unterschiedlichster Textformen – vom Tagebuch über den Brief bis hin zum Gesang. Atays Sprache ist voller Humor und Ironie, dabei aber frei von jeglichem Sarkasmus und Zynismus. Bislang galt dieser avantgardistische Roman als unübersetzbar, Johannes Neuner hat ihn nun mit viel Feingefühl ins Deutsche übertragen. Ein gigantisches Buch – nicht nur wegen seines Umfangs, sondern auch aufgrund seiner Rezeption.
Turgut Özben ist ein junger Bauingenieur, verheiratet, zweifacher Vater und lebt in geordneten Verhältnissen. Als er aus der Zeitung erfährt, dass sein ehemals bester Freund Selim Işık Selbstmord begangen hat, gerät sein Leben aus den Fugen. Turgut sucht Selims Freunde auf, die aus den verschiedensten Kreisen kommen und divergierende Bilder von Selim, dem »Haltlosen«, zeichnen. Während er in den Gesprächen und Begegnungen seinen alten Freund neu entdeckt, wird Turgut selbst zum »Haltlosen«: Er stellt sich und sein Leben in Frage, Fiktion und Realität verschmelzen miteinander.

Oğuz Atay, 1934 in Inebolu geboren, studierte Bauingenieurwesen und war ab 1960 als Dozent für Bauwesen an der Technischen Universität in Istanbul tätig. Mit seinem Debütroman »Die Haltlosen« gewann Atay 1970 den renommierten Literaturpreis des türkischen Rundfunks TRT. Neben weiteren Romanen und Erzählungen, die für das Theater und Kino adaptiert wurden, veröffentlichte Atay in den folgenden Jahren auch Dramen. Vor der Vollendung seines Lebenswerks »Türkiye’nin Ruhu« (»Die Seele der Türkei«) verstarb Oğuz Atay 1977. Trotz einer nur siebenjährigen Schaffensphase beeinflusst Atay mit seinen Werken bis heute die Literaturwelt und ist Gegenstand zahlreicher literarischer Diskussionen.

Jörg Petzold, geboren 1976 in Karl-Marx-Stadt, absolvierte 1997-2001 ein Schauspielstudium an der „Hochschule für Musik und Theater“ Leipzig und am Staatsschauspiel Dresden, hatte 2001-2005 ein Engagement am Staatstheater Stuttgart und ist seit 2005 freier Schauspieler, Radio- und Synchronsprecher in Berlin tätig. Er hat ein eigenes kleines Radioformat „lesen und lesen lassen“ beim Berliner Radiosender FluxFM.
Eintritt frei.

Mit freundlicher Unterstützung des binooki Verlages.

Bibliothek am Luisenbad
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