Steuerschätzung Oktober 2025: Höhere Steuereinnahmen für das Land Berlin – strukturelle Haushaltsprobleme und Reformdruck bleiben
Pressemitteilung Nr. 17 vom 24.10.2025
Nach den regionalisierten Ergebnissen der Steuerschätzung vom Oktober 2025 kann das Land Berlin mit Steuereinnahmen im Jahr 2025 von rund 30,6 Mrd. Euro rechnen, im Jahr 2026 mit rund 31,0 Mrd. Euro und im Jahr 2027 mit rund 32,1 Mrd. Euro.
Für das laufende Haushaltsjahr ergeben sich der Schätzung zufolge höhere Steuereinnahmen in Höhe von rund 915 Mio. Euro. Diesen stehen allerdings gleichzeitig erhebliche Ausgabensteigerungen, insbesondere bei den Transferkosten, sowie eine deutliche Verringerung der verfassungsrechtlich zulässigen Aufnahme von Konjunkturkrediten gegenüber. Nennenswerte zusätzliche finanzielle Spielräume für das laufende Haushaltsjahr sind daher nicht zu erwarten.
Gegenüber dem Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/2027, der auf der Steuerschätzung vom Mai 2025 beruht, werden höhere Steuereinnahmen in Höhe von rund 726 Mio. Euro (2026) bzw. rund 778 Mio. Euro (2027) erwartet.
Die höheren Einnahmenerwartungen für Berlin folgen den bundesweiten Aufwärtskorrekturen. Absehbare Mindereinnahmen aus Steuerrechtsänderungen hatte Berlin bereits mit der Mai-Steuerschätzung berücksichtigt. Hinzu kommt die im Ländervergleich günstigere Entwicklung von Wirtschaft und Demografie in Berlin.
Grundlage der Steuerschätzung war die Konjunkturprojektion der Bundesregierung zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vom Oktober 2025, in der insbesondere die Erwartungen für das nominale Bruttoinlandsprodukt nach oben korrigiert wurden.
Stefan Evers, Senator für Finanzen:
„Die Aufwärtsbewegung in der Steuerschätzung ist erfreulich, die Strukturprobleme der Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen werden allein damit allerdings nicht gelöst. Auch wenn die Mehreinnahmen die erhebliche Kluft zwischen den staatlichen Ausgaben und Einnahmen ein wenig mildern, stehen insbesondere die Kommunen weiterhin vor gewaltigen finanziellen Herausforderungen. Tiefgreifende strukturelle Reformen bleiben so dringlich wie unausweichlich.“
Die oben genannten Mehreinnahmen von 726 Mio. EUR im Jahr 2026 und 778 Mio. EUR im Jahr 2027 stehen einem bisher prognostizierten Haushaltsdefizit von 5,4 Mrd. EUR für das Jahr 2026 bzw. 5,0 Mrd. EUR für das Jahr 2027 gegenüber.
„Allein diese Zahlen machen deutlich, dass weiterhin erhebliche Anstrengungen zu unternehmen sind, um den Berliner Landeshaushalt zu konsolidieren und zukunftsfest aufzustellen, so Evers.“
Weiterführende Informationen:
In der bundesweiten Steuerschätzung wurden erstmals die Steuermindereinnahmen aus dem Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland berücksichtigt. Für Berlin waren diese Wirkungen bereits in der letzten Steuerschätzung vom Mai 2025 sowie im Haushaltsentwurf 2026/2027 und der Finanzplanung 2025 bis 2029 enthalten und wirken sich damit in der aktuellen Steuerschätzung nicht mehr zusätzlich aus. In der Berliner Planung sind zusätzlich weitere Einnahmerisiken aus laufenden Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt (u.a. Umsatzsteuersenkung in der Gastronomie, Anhebung der Entfernungspauschale).
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