Anerkennungen im Wettbewerb

Anerkennung: 8.500,00 €

Sowatorini Landschaft, Bochum
Verfasser: Gianluca Torini

Mitarbeitende: Prof. Sebastian Sowa, Bastian ten Haaf

nowakteufelknyrim exhibition design GmbH, Düsseldorf
Verfasser: Stefan Nowak, Petra Knyrim
Mitarbeitende: Enya Rosing, MA Innenarch./Exhibition Design,
Dominik Mycielski, Dipl. Des., Valerie Kemper, MA Visuelle Kommunikation,
Armin Galinowski Dipl. Ing. Medientechnik

Meghan Rolvien, Zürich
Verfasserin: Meghan Rolvien

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Arbeit 1060 betont die Offenheit und Leere des ehemaligen Grenzraums auf nachvollziehbare Weise mit einem durchgängigen, ruhigen Ortbetonbelag zwischen den Fassaden und Brandwänden. Demgegenüber steht eine hohe Anzahl neuer Baumstandorte. Die freien Setzungen verdichten sich zu präzise platzierten Hainen, die die Brandwände und die zentrale Achse freistellen. Unter den Kronenschirmen mit differenzierten Blattstrukturen entstehen qualitätvolle, schattige Rückräume, die den zentralen Platzraum säumen. Die räumliche Genauigkeit der Baumsetzungen wird gewürdigt, ebenso die Nutzbarkeit der perforierten Bodenflächen unter den Bäumen. Die Materialität der Betonflächen wird allerdings als wenig alleinstellend bewertet, die geringe Aufenthaltsqualität nicht nur an hellen Sommertagen bemängelt.

    Die ehemaligen Grenzinstallationen werden als höhengleiche Einschreibung in den Belag ohne dreidimensionale Wirkung nachgezeichnet. Die Lesbarkeit der vorgeschlagenen Schriftsetzungen bei Dunkelheit und Schnee wird in Frage gestellt. Das Fehlen dreidimensionaler Elemente in der Ausstellung wird kritisch gesehen. Die Konzentration der grafisch präsenten Außenausstellung auf den Pavillon ist einerseits konsequent und reizvoll zusammengebracht mit der Entschlüsselung der Bodenschriften. Andererseits wirkt die Detailgestaltung der Grafiken nicht vielversprechend und insgesamt weist die Ausstellungsebene zu wenige und zu wenig lokal einsetzbare Komponenten auf.

    Die architektonische Ausformung des Pavillons weist mit den beidseitig bespielbaren Wänden gute Potentiale, wird jedoch im Hinblick auf die Ausführungsdetails kontrovers diskutiert. Die Grundfläche liegt über den Anforderungen, die räumliche Setzung ist nachvollziehbar. Eine den Ort prägende Kraft wird dem eher konventionell erscheinenden Gebäude aller- dings nicht zugesprochen.

    Aus funktionaler Sicht wird angemerkt, dass in den Bereichen der Verkehrsflächen die Ausführung der Schriftreliefs so nicht möglich ist. Die Darstellung einer Beleuchtung fehlt mit Ausnahme der Effektbeleuchtungen an Brandwänden und Pavillon.

    Die Planung erscheint aus wirtschaftlicher Perspektive im Bereich der Freianlagen abbildbar. Die Pflegekosten der Grünstrukturen werden als eher gering eingestuft und die Unterhaltungskosten befinden sich in einem tendenziell aufwändigeren Rahmen. Die Kosten für das Regenwassermanagement werden als eher gering, aber nicht aussagekräftig bewertet. Die ausschlaggebenden Kosten für die großvolumigen Baumpflanzungen sind in der Kostenschätzung nur bedingt nachvollziehbar dargestellt.

    Die Realisierung der Ausstellung mit Informationspavillon innerhalb der Kostenobergrenze erscheint gut realisierbar.

    Insgesamt zeigt die Arbeit einige durchdachte Ansätze um die komplexen Anforderungen an einen Stadtraum zwischen Alltagsqualität und Erinnerungsort zu bewältigen. Eine eindrucksvolle sinnliche und räumliche Strahlkraft entwickelt der Ort mit seinen minimalen Mitteln allerdings nicht. Die Angebote für die Ausstellungsgestaltung im Raum sind nicht hinreichend.

  • Anerkennung Sowatorini Perspektive 1

    Perspektive

  • Anerkennung Sowatorini Lageplan 1

    Lageplan

  • Anerkennung Sowatorini Präsentationsplan 1

    Präsentationsplan 1

  • Anerkennung Sowatorini Präsentationsplan 2

    Präsentationsplan 2

  • Anerkennung Sowatorini Präsentationsplan 3

    Präsentationsplan 3

  • Anerkennung Sowatorini Präsentationsplan 4

    Präsentationsplan 4

Anerkennung: 8.500,00 €

Global Arquitecura Paisagista Lda., Lissabon
Verfasser: João Manuel Gomes da Silva

Julia Kaschlinski, Berlin
Verfasserin: Julia Kaschlinski

PEB+ Harm Reccius Architekten, Berlin
Verfasserin: Ulrike Reccius

Sonderfachleute/Berater*innen:
Ingenieure / Designer / Architekten für Beleuchtung – LICHT KUNST LICHT AG, Berlin, Boram Yang, Ilse Martinez
Visualisierung – Grauwald Studio, Berlin, Sara Sagui

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Arbeit 1064 interpretiert den Checkpoint Charlie als „Referenzraum“ und offene Bühne der Stadtgeschichte, der an die frühere von Leere, Kontrolle und Konfrontation geprägte Atmosphäre des Raumes anknüpft und Elemente der historischen Grenzinfrastruktur zitiert und neu interpretiert. Die Stärke des Entwurfs sieht das Preisgericht in der Idee, den Entwurf auf die Dimension des Lichtes zu gründen und hohe Lichtmasten als raumbildendes Element zur Strukturierung des leeren, offen gehaltenen Platzraumes zu nutzen. Dies lässt ein eindrucksvolles immersives Raumerlebnis erwarten, das den Besucher:innen einen räumlichen und leiblichen Zugang zum historischen Ort eröffnet und so – wohl abhängig von der Tageslichtsituation – seine Kraft entfaltet. Die Evokation von Leere und Kälte wird also in ihrer Wirkung als reizvoll angesehen. Gleichzeitig wird befürchtet, dass der Platz so keine Aufenthaltsqualität entfalten wird. Kritisch wird auch die Wirkung des Lichtes auf die Anwohner:innen gesehen.

    Insgesamt erscheinen die Ausstellungselemente noch als wenig ausformuliert und bleiben meistens allgemein. Die unterschiedlichen Funktionen der Lichtmasten mit Vernebelung, Träger von Audio- und Videoelementen und Projektionen werden kaum ausformuliert. Dies gilt ebenso für die Bespielung der Brandwände. Der mit den geplanten Projektionen verbundene jahreszeitliche sowie der Tag- und Nachtbetrieb wird vom PG als herausfordernd bewertet. Die Lichtmasten enthalten gleichzeitig technische Ungereimtheiten, wie etwa die Unterbringung von Nebeldüsen, die nur eingeschränkt möglich erscheinen.

    Allgemein ist auch die Bespielung des Infopavillons gehalten, nämlich als digital bespielbarer Vermittlungsort mit wechselnden Videoausstellungen zur Einordnung des Kalten Krieges in den globalen Kontext. Der Ansatz, weitere inhaltliche Dimensionen in Form eines „Parcour der ikonischen Bilder“ verbunden mit Audioelementen entlang der Zimmerstraße anzuordnen, um so den Platz zu entlasten und seinen installativen Charakter zu betonen, wird grundsätzlich positiv gewürdigt, wenngleich der Entwurf nicht nachweisen kann, dass sich die Rezeption von Großfotos und Audioformaten mit dem zu erwartenden Fuß- und Fahrradverkehr und Fahrradabstellplätzen in der Zimmerstraße verträgt. Es ist offensichtlich, dass die Fläche in der Zimmerstraße anders belegt ist. Dass also dieser Raum als zentrale Informationsfläche ausgewiesen wird, provoziert erhebliche Probleme für den Verkehr. Auch die Kombination aus Sitzbänken und darüber angeordneten Ausstellungsflächen wird als problematisch angesehen.

    Der Pavillon überzeugt in seiner Ausformulierung, sowohl in der Platzierung als auch in der Gestaltung, nicht vollumfänglich. Gleichwohl wurden die Begehbarkeit und die entstehende Treppensituation als positiv für die Aufenthaltsqualität gewertet.

    Das Begrünungskonzept, das sich lediglich auf die Ränder und auf wenige Flächen konzentriert, wird als sehr zurückhaltend angesehen, wenngleich dies in Hinsicht auf die Betonung der Leere konzeptuell nachvollziehbar ist. Es ist gerade in den Sommermonaten mit einer hohen Wärmebelastung zu rechnen.

    Die Planung erscheint aus wirtschaftlicher Perspektive im Bereich der Freianlagen abbildbar. Die Pflegekosten der Grünstrukturen werden als eher gering eingestuft und die Unterhaltungskosten befinden sich in einem tendenziell mäßigen Rahmen. Die Kosten für das Regenwassermanagement werden als eher gering aber nicht aussagekräftig bewertet. Die ausschlaggebenden Kosten für den großvolumigen Bodenaustausch für Dränbeton sind in der Kostenschätzung nicht nachvollziehbar dargestellt. Versickerung und Entwässerungskonzeption sind sehr durchdacht und leistungsfähig, gleichzeitig sehr technisch und lassen einen hohen Wartungsbedarf erwarten.

    Insgesamt wird die Arbeit als ein sehr wertvoller, im konzeptuellen Ansatz präziser und klarer Beitrag, dessen Stärke in der atmosphärischen Verdichtung und der multisensorischen Erfahrbarkeit des Raumes liegt, bewertet. Das Platzieren der Ausstellungselemente an den Rändern inklusive der Grünflächen hingegen wirft hingegen verschiedene Probleme auf, die der Entwurf nicht immer gelöst hat.

  • Anerkennung Global Perspektive 1

    Perspektive

  • Anerkennung Global Lageplan 1

    Lageplan

  • Anerkennung Global Präsentationsplan 1

    Präsentationsplan 1

  • Anerkennung Global Präsentationsplan 2

    Präsentationsplan 2

  • Anerkennung Global Präsentationsplan 3

    Präsentationsplan 3

  • Anerkennung Global Präsentationsplan 4

    Präsentationsplan 4

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe