Anerkennungen im Wettbewerb

Anerkennung: 2.983,00 €

BLK2 Architekten PartG mbB, Hamburg
Verfasser*in: Lutz-Matthias Keßling, Detlev Kozian
Mitarbeiter*in: Nikol Georgieva, Sunju Kim, Artem Petriakov,
Frauke Wallmeier, Nicole Clicquot

Bruun & Möllers GmbH & Co. KG, Hamburg
Verfasser*in: Moritz Möllers
Mitarbeiter*in: Marcella Knaak

Sonderfachleute/ Beratung:
Modellbau: phase 2 Modellbau GmbH, Hamburg

  • Beurteilung durch die Jury

    Das Projekt gliedert die drei Hauptfunktionen – Bundestag, Wohnungsbau und Verdi-Gebäude – in drei separate Gebäude.

    Zur Spree hin präsentieren sich die Baukörper jeweils mit einer eigenen Fassade auf annähernd gleicher Höhe. Dadurch sind alle Funktionen direkt an der Spree präsent und erzeugen ein homogenes Erscheinungsbild. Die Fassade des Verdi-Gebäudes ist etwas niedriger, wodurch mehr Raum für die Wohnfassade entsteht. Das Bundestagsgebäude integriert das bestehende Gebäude Schiffbauerdamm 19.

    Das Verdi-Gebäude befindet sich, wie im Programm vorgesehen, im Osten. Die Geometrie des Grundrisses weicht jedoch leicht von der ursprünglichen Planung ab: Er ist schmaler und länger, erstreckt sich entlang der Stadtbahn.

    In der Mitte liegt das Wohngebäude als dreieckiger Blockrand mit einem halböffentlichen Innenhof, der sich im Nordwesten zur Straße hin öffnet. Auch der Bundestag bildet ein zusammenhängendes Gebäude, ist jedoch in drei miteinander verbundene Blöcke mit kleineren Innenhöfen gegliedert. Er befindet sich im Westen des Plangebiets, parallel zu den bestehenden Bundestagsgebäuden, und erstreckt sich von der Spree bis zum Stadtbahnviadukt im Nordwesten.

    Die Gebäude sind so konzipiert, dass sie den Lärm innerhalb ihrer eigenen Struktur reduzieren, jedoch nicht im öffentlichen Raum. Bundestag und Verdi-Gebäude umschließen die Wohnungen und treffen im öffentlichen Raum des „Platzes der Bahnbögen“ nördlich der Wohnungen, neben dem Stadtbahnviadukt, aufeinander.

    Die Straßenräume zwischen den Wohngebäuden und den beiden Bürogebäuden – Verdi und Bundestag – sind asymmetrisch angelegt und ermöglichen eine urbane Begrünung. Dies soll zugleich einen Beitrag zum Konzept der Schwammstadt leisten. Das Projekt definiert außerdem Zonen für Nutzungen im Erdgeschoss, um diese in das Straßenleben zu integrieren. Insgesamt fördern die Erdgeschossnutzungen in den Wohngebäuden und im Verdi-Gebäude ein lebendiges Quartier.

    Der Schiffbauerdamm bleibt als Straße erhalten, erhält jedoch einen breiten Gehweg mit Gastronomiebereich entlang der Fassade. Die „Agora“ bildet eine Erweiterung des Platzes vor dem Maschinenhaus, die sich über die Straße hinweg bis zur Spree erstreckt. Ebenfalls vorgesehen ist eine tiefergelegene Promenade, die jedoch nur über eine Rampe am östlichen Ende zugänglich ist. Problematisch bewertet wird die Nordausrichtung und die Lärmbelastung des „Platzes der Bahnbögen“, da dieser neben der Spree und der Agora einer der drei wichtigsten öffentlichen Räume des Projekts ist.

    Insgesamt bietet der Entwurf eine gut organisierte Gesamtstruktur und eine sinnvolle Verteilung der Funktionen, hat aber auch Schwächen in der Ausgestaltung der öffentlichen Räume und in den jeweiligen Gebäudekonzeptionen.

  • Anerkennung BLK2 Architekten Modellfoto

    Modellfoto

  • Anerkennung BLK2 Architekten Lageplan

    Lageplan

Anerkennung: 2.983,00 €

bK I bueroKleinekort, Düsseldorf
Verfasser*in: Prof. Volker Kleinekort

lichtelandschaften (Burmester / Treibert Landschaftsarchitekten und Stadtplaner), Frankfurt a. M.
Verfasser*in: Teresa Burmester

Sattler Architektur, Wiesbaden
Verfasser*in: Christine Sattler

Sonderfachleute/ Beratung:
Perspektive: Ponnie Images
Mitarbeit: Alicia Bieder, Maximo Fumero,
Michelle Weber, Stefanie Seifert

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Arbeit verteilt die Nutzungseinheiten auf drei intensiv gestaffelte Volumina und versammelt diese um eine platzartige Aufweitung am Schiffbauerdamm. Diese Setzung des sogenannten Luisenplatzes als gemeinsame Mitte und zur Rhythmisierung der Stadtkante an der Spree wird als Qualität der Arbeit gewürdigt. Die geringe Tiefe des Platzes ermöglichen auch dem eigentlich in zweiter Reihe angeordnetem Bundestagsgebäude die gewünschte Präsenz am Ufer. Vor Kopf des Ver.di-Gebäudes entsteht ein bescheidener Vorplatz, der dennoch als Gelenk zwischen den Stadtbahnbögen und der Quartierserschließung dienen kann.

    Die Höhenstaffelung der Baukörper wird als unruhig und nicht immer nachvollziehbar bewertet. Die Hervorhebung des Kopfes des Bundestagsgebäudes verliert damit seine Besonderheit. Die Traufkanten überschreiten das am Ufer zulässige Maß bei weitem (27,50 m).

    Die Anordnung der Baukörper ist nachvollziehbar. Der Wohnungsbau profitiert von der lärmgeschützten Lage, die Einbeziehung der Nr. 19 erfolgt auf selbstverständliche Weise im Wohnblock. Die geringe Größe des Hofes lässt aller- dings keine hohen Aufenthaltsqualitäten erwarten. Die kleinen Versätze in den Kanten der Baukörper wie an der Fuge zum Bauteil A werden als belebend wahrgenommen.

    Die vorgeschlagenen Freiraumtypologien bedienen sich des klassischen urbanen Repertoires aus Straße und Platz. Die differenzierte Verwendung von Bäumen ist nachvollziehbar, wobei die Erschließungen doch stark den klassischen Straßenräumen verpflichtet bleiben und wenig Qualitäten entfalten.

    Der Grünanteil ist zu gering, auch die Anzahl der Baumpflanzungen bleibt unter den Möglichkeiten. Die Ansätze zur Umsetzung des Schwammstadtprinzips sind erkennbar, zerteilen den Raum allerdings auf ungünstige Weise.

    Die Gestaltung der Plätze wird differenziert beurteilt: Der Platz am Maschinenhaus wird abweichend von der bestehenden Planung nachvollziehbar locker bepflanzt und damit weniger abgeschirmt. Am neuen Luisenplatz fehlen Aufenthaltsorte unter dem Kronenschirm, die Anordnung einer Rasenfläche wird hier nicht nachvollzogen.

    Die den Bögen vorgelagerte Erschließung bleibt in den Dimensionen der Planstraße A ausreichend dimensioniert und mit einer Baumreihe aufgewertet. Das vorgelagerte grüne Retentionsband ist nicht nachvollziehbar.

    Am Schiffbauerdamm wird der Erhalt der vorhandenen Bäume als Promenadenbäume gewürdigt. Die Sitzstufenanlage vor dem Luisenplatz mit Solitärbäumen ist gelungen. Verkehrlich wird die freie Definition als Radboulevard kritisch hinterfragt, eine „langsamere“ Ausbildung als Promenade die zum Flanieren einlädt erschient zielführender. Die Arbeit ist insgesamt ein solider Beitrag mit stimmig proportionierten Stadträumen.

  • Anerkennung bK I bueroKleinekort Modellfoto

    Modellfoto

  • Anerkennung bK I bueroKleinekort Lageplan

    Lageplan

Anerkennung: 2.983,00 €

Ortner & Ortner Baukunst, Berlin
Verfasser*in: Markus Penell
Mitarbeiter*in: Sebastian Kablau, Christina Mellacher, Marielena Florianne Hickmann,
Roman Piontkowski, Simon Steffen-Dräger

Studio grüngrau, Düsseldorf
Verfasser*in: Prof. Thomas Fenner
Mitarbeiter*in: Lisa Aenstoots, Binyang Xie, Esha Kundu

Sonderfachleute/ Beratung:
Klima Engeneering: Moritz Mütschele, Transsolar, Stuttgart
Wasserrecycling: Livius Hausner, Sieker, Hoppegarten

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Arbeit 1017 interpretiert das neue Quartier als Zusammenspiel zweier großer Blöcke. Im Westen werden die Nutzungen des Bundestages und die Wohnnutzung in einer großen Blockrandstruktur vereint, im Osten setzt sich Verdi mit einem eigenen Block davon ab. Die vorgeschlagene städtebauliche Figur knüpft sehr selbstverständlich an das Band des Bundes an. Der Platz vor dem Kesselhaus dient als verbindendes Element. Die Altbauten Schiffbauerdamm 12 und 19 werden integriert.

    Die Jury würdigt die Lösung, Bundestagsbauten und Wohnnutzung zu verbinden und dabei den Sicherheitsanforderungen des Bundestages gerecht zu werden. Der Gewinn wäre ein großer grüner Innenhof, von dem beide Nutzergruppen profitieren würden. Dieser würde allerdings mit einem trennenden Zaun versehen werden müssen; eine gemeinsame Nutzung ist aus Sicherheitsgründen nicht denkbar. Auch auf den Dächern wäre ein Übersteigschutz nötig. Die Präsenz notwendiger Überwachungskameras würde die Wohnqualität zusätzlich einschränken.

    Die Kehrseite des großen grünen Hofes, sind weniger öffentlich nutzbare Räume im Quartier. Diese bestehen im Wesentlichen aus dem begrünten Ufer am Schiffbauerdamm, der großen Freitreppe vor dem Kesselhaus und zwei kleinen Plätzen, die durch eine in Nord-Süd-Richtung verlaufende Straße verbunden sind. Der nördliche davon ist ein Spielplatz, auch durch ihn läuft die Straße hindurch. Die Qualität der entstehenden Räume wird von der Jury kritisch diskutiert. Der hohe Versiegelungsgrad und die konventionellen Straßencharaktere erscheinen nicht mehr zeitgemäß und versprechen wenig Aufenthaltsqualität. Die abgeböschten Rasenflächen am Ufer würden wiederum dem Nutzungsdruck nicht standhalten.

    Insgesamt leistet die Arbeit einen eigenständigen Beitrag zur Zukunft des Luisenblocks, sie kann aber aufgrund der benannten Defizite nicht gänzlich überzeugen.

  • Anerkennung Ortner & Ortner Modellfoto

    Modellfoto

  • Anerkennung Ortner & Ortner Lageplan

    Lageplan

Anerkennung: 2.983,00 €

Palais Mai, München
Verfasser*in: Peter Scheller
Mitarbeiter*in: Tom Ketter, Thomas Godau

grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partmbb, Freising
Verfasser*in: Jürgen Huber

Sonderfachleute/ Beratung:
Modellbau: Mathias Krüger, mhk21 Modellbau und Konstruktion, Berlin

  • Beurteilung durch die Jury

    Das Projekt geht aus von einer räumlichen Teilung des Bauprogrammes in zwei Bauvolumen. Das westliche Volumen ist das größere, in dem Wohnen und Büros für den Bundestag in eine Back–to–Back Lösung vereint werden. Das Bauteil von Verdi bildet im Osten das andere Bauvolumen.

    Im Norden zur S–Bahn befindet sich ein kleiner Platz, der in das große, westliche Volumen hineingeschnitten ist. Morphologisch findet die Jury diese Lösung spannend und originell. Dieser Platz scheint intim in seiner Größe, allerdings wird auch bezweifelt inwieweit der Platz nicht zu schmal und schattig ist so dass er für das Quartier möglicherweise eher problematisch wird als qualitativ hochwertig.

    Die trichterförmige Öffnung der kurzen Straße, die sich an den Platz anschließt, wird als positiv gesehen, hierdurch bekommen viele der Wohnungen und auch die Büros von Verdi einen Blick zur Spree.

    Der Entwurf der Einrichtung der Freiräume bietet im Allgemeinen wiederum wenige Angebote und scheint wenig inspirierend. Der Schiffbauerdamm ist eben- falls eher konventionell entworfen mit einer doppelreihigen Baumbepflanzung entlang des Ufers mit einer Uferpromenade.

    Das Vereinen von Wohnen mit den Bundestagsbüros in einem Block wurde dann allerdings intensiv diskutiert. Die Kombination bringt einerseits Sicherheitsrisiken mit sich, andererseits entsteht für das Wohnen ein reizvoller, räumlich gut proportionierter Innenhof mit an einer Seite einseitig orientierte Wohnungen zu diesem Hof. Die einseitige Orientierung der Wohnungen ist allerdings frei gewählt und ließe sich in einer anderen Konstellation vermeiden. Der Wohnhof wird wiederum von einer Bebauung mit einer unterirdischen Tiefgarage freigehalten, wodurch sich große Bäume pflanzen lassen und eine hohe Freiraumqualität gesichert werden kann.

    Die einseitig orientierten Büros auf der anderen Seite der Brandwand sind problematisch. Der entstehende Bürohof ist hier sehr lang und relativ schmal, die Büros am Rücken der Wohnungen unrealistisch.

    Auch endet das Bürovolumen in einer Sackgasse, es gibt keine Verbindungen über den Hof zwischen den Büroflügeln entlang der Straße, das heißt die Nutzung der Büroflächen funktioniert nicht wirklich optimal.

    Der Entwurf ist strukturell gut überlegt und bietet eine klare einfache Grundordnung. Die vorgeschlagenen Gebäudestrukturen haben die angesprochenen Nachteile und lassen sich so nicht realisieren.

  • Anerkennung Palais Mai Modellfoto

    Modellfoto

  • Anerkennung Palais Mai Lageplan

    Lageplan

Anerkennung: 2.983,00 €

Machleidt GmbH, Berlin
Verfasser*in: Carsten Maerz
Mitarbeiter*in: Maria Feil, Maximilian Risse,
Robert Ritzel, Isabel Uder, Cynthia Döös

A24 LANDSCHAFT landschaftsarchitektur GmbH, Berlin
Verfasser*in: Steffan Robel
Mitarbeiter*in: Valeriya Tabakova, Ermal Molishti

Winkelmüller Architekten GmbH, Berlin
Verfasser*in: Henner Winkelmüller
Mitarbeiter*in: Tom Schaefer

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Arbeit gliedert das Baufeld in zwei Blöcke, wobei die Nutzungen Bundestag und Wohnen zu einem Großblock mit einem großzügigen gemeinsamen Innenhof zusammengeführt werden. Verdi befindet sich ostseitig in einem eigenen Gebäude. Entlang der Spree entsteht durch eine Abfolge von Vorplätzen sowie Rücksprüngen in den oberen Geschossen eine differenzierte und rhythmisierte Uferkante, die zugleich die Bestandsbauten hervorhebt.

    Über eine begrünte Straße werden der Schiffbauerdamm und der Quartiersplatz an der Stadtbahn verbunden. Der Quartiersplatz wird in seiner Proportion und räumlichen Fassung als überzeugend bewertet. Auch die vorgeschlagene Nutzung der Stadtbahnbögen in Verbindung mit dem Platz erscheint grundsätzlich plausibel.

    Der Bundestagsbereich wird in drei miteinander verbundene Baukörper unterschiedlicher Höhe gegliedert. Kritisch beurteilt wird die Höhenentwicklung des zur Stadtbahn orientierten Gebäudeteils sowie insbesondere des zehngeschossigen Bauteils mit dem Sitzungssaal, der die Traufkante aus der maßgeblichen Blickrichtung deutlich überragt. Positiv hervorgehoben wird hingegen der zurückgesetzte, niedrigere Mittelbau, der einen angemessenen Bezug zum gegenüberliegenden Maschinenhaus im Luisenblock 1 herstellt.

    Die Großzügigkeit des westlichen Blocks mit den Nutzungen Wohnen und Bundestag wird als dem urbanen Kontext angemessen bewertet. Ebenso überzeugen die Fassadengliederung sowie die Ausgestaltung der Baukörper zur Spreeseite und zum Boulevard. Die Eingangssituation des Bundestags mit dem vorgelagerten Platz wird hinsichtlich ihrer Proportionen und ihres Bezugs zum Bestandsgebäude ebenfalls positiv beurteilt.

    Kontrovers diskutiert wird die Vereinbarkeit des gemeinsamen Innenhofs mit den Sicherheitsanforderungen des Bundestags. Die Aufenthaltsqualität des Hofe wird insgesamt jedoch kritisch bewertet.

    Kritisch beurteilt wird jedoch die Überbauung des Tunnels des Deutschen Bundestags mit einer Auskragung von rund zehn Metern, da hierdurch erhöhte baukonstruktive Anforderungen entstehen.

    Kritisch bewertet wird zudem die Erschließung. Die Führung des motorisierten Individualverkehrs entlang der Spree beeinträchtigt die Aufenthalts- und Bewegungsqualitäten für Fußgänger erheblich. Die nutzbaren Freiräume konzentrieren sich auf tieferliegende Bereiche am Ufer. Dadurch werden die Nutzungsmöglichkeiten der Erdgeschosszonen zur Spree eingeschränkt; insbesondere gastronomische Nutzungen erscheinen nur bedingt geeignet.

    Die Einbindung der Stadtbahnbögen in den Quartiersplatz wird grundsätzlich positiv bewertet. Der Bereich hinter dem Verdi-Block wirkt jedoch beengt und wenig attraktiv. Zudem ist sowohl dort als auch entlang der Stadtbahnbögen aufgrund der Verschattungssituation von einer weitgehend ganzjährigen Schattenlage auszugehen.

    Die funktionale Organisation und die Nutzungsverteilung der Gebäude werden insgesamt aber als schlüssig und qualitätvoll eingeschätzt. Die Schwächen liegen bei dieser Arbeit in der dargestellten Volumenverteilung und in der Ausgestaltung der öffentlichen Räume.

  • Anerkennung Machleidt Modellfoto

    Modellfoto

  • Anerkennung Machleidt Lageplan

    Lageplan

Anerkennung: 2.983,00 €

Yellow Z – Abel Bormann Koch Architekten und Stadtplaner PartGmbB, Berlin
Verfasser*in: Oliver Bormann
Mitarbeiter*in: Mario Abel, Mariia Baeva, Nitin Nitin

bf Bauforum Berlin GmbH, Berlin
Verfasser*in: Philipp Rösner

Kronaus Mitterer Architekten ZT GmbH, Berlin
Verfasser*in: Christian Kronaus
Mitarbeiter*in: Peter Mitterer, Julian Heinen, Martin Maurer

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Arbeit mit der Kennziffer 1059 schafft vier polygonale, etwa gleich-proportionierte Blöcke, welche eine klare räumliche Kante in Richtung des Schiffbauerdamms formulieren. Gleichermaßen erhalten damit alle zu berücksichtigenden Nutzer eine Repräsentanz in der „ersten Reihe“.

    In Bezug auf den Freiraum formuliert der Entwurf drei öffentliche Plätze, welche unterschiedlich kodiert sind und damit – so die Intention der Entwurfsverfassenden – auch differenzierte Qualitäten anbieten sollen. Während der Platz im Südwesten, der sog. „Schiffbauerplatz“ funktionalen Anforderungen des Bundestages (bspw. durch die Verortung einer Vorfahrt) gerecht wird und einen sinnvollen Abschluss des bereits im LBO I-Verfahren definierten Platzes ermöglicht, schafft der sog. „Mauergarten“ eine ruhige Aufenthaltsfläche im Herzen des Luisenblocks (im Zentrum der Gebiete LBO I und II).

    Der sog. „Bahnbogenplatz“ im Norden des Gebiets soll Aufenthaltsqualitäten (etwa durch die Verortung von Einzelhandel und Gastronomie in den umliegenden Erdgeschossbereichen, dem Viadukt, aber auch einem zentral verorteten Pavillon) erzeugen. Er soll zudem aber auch ökologische Funktion erfüllen. Diesem vielfältigen Anspruch kann die Fläche aufgrund seiner kompakten Dimensionierung, aber auch seiner unmittelbaren Nachbarschaft zur Bahntrasse nicht gerecht werden.

    Die Aufteilung der Bundestagsnutzung auf zwei Blöcke erfordert einen Verbindungsbau, welcher als eingeschossige EG-Bebauung einen Bruch des öffentlichen Raums verursacht.

    Die kompakten Blöcke bedingen auch nur kleindimensionierte private Höfe mit geringer Aufenthaltsqualität. Eine vollflächige Bebauung der Erdgeschosse im zentralen Wohnblock, wie auch dem Verdi-Block führt außerdem auch zu einer nur eingeschränkten ökologischen Qualität der Hofflächen.

    Herausfordernd für den Hochbau ist auch, dass die vergleichsweise kompakten Blöcke eher monolithische Fassaden erzeugen könnten und eine kleinteiligere Parzellierung nicht möglich scheint. Dieser Eindruck wird durch die in allen Blöcken angedachten durchlaufenden Staffelgeschosse noch verstärkt.

    Der Entwurf beschränkt sich zwar im Gebietsinneren auf eine MIV-Erschließung westlich des Wohnblocks und priorisiert damit grundsätzlich den Fuß- und Radverkehr. Im Bereich des Schiffbauerdamms räumt er dem Fußverkehr jedoch keinen Vorrang ein und weist keinen den aktuellen Anforderungen gerecht werdenden Straßenraum auf.

    Deutlich erkennbar ist, dass der Entwurf einerseits den Anforderungen der Nutzer an hochwertigen Büroflächen aber auch gut funktionierenden Wohngrundrissen gerecht werden kann, er andererseits aber auch verändernden Nutzungen in der Zukunft entsprechen kann. Er erfüllt damit die in der Auslobung formulierte Erwartung an einen robusten und flexibel nutzbaren Städtebau.

  • Anerkennung Yellow Z Modellfoto

    Modellfoto

  • Anerkennung Yellow Z Lageplan

    Lageplan

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe