Das Projekt gliedert die drei Hauptfunktionen – Bundestag, Wohnungsbau und Verdi-Gebäude – in drei separate Gebäude.
Zur Spree hin präsentieren sich die Baukörper jeweils mit einer eigenen Fassade auf annähernd gleicher Höhe. Dadurch sind alle Funktionen direkt an der Spree präsent und erzeugen ein homogenes Erscheinungsbild. Die Fassade des Verdi-Gebäudes ist etwas niedriger, wodurch mehr Raum für die Wohnfassade entsteht. Das Bundestagsgebäude integriert das bestehende Gebäude Schiffbauerdamm 19.
Das Verdi-Gebäude befindet sich, wie im Programm vorgesehen, im Osten. Die Geometrie des Grundrisses weicht jedoch leicht von der ursprünglichen Planung ab: Er ist schmaler und länger, erstreckt sich entlang der Stadtbahn.
In der Mitte liegt das Wohngebäude als dreieckiger Blockrand mit einem halböffentlichen Innenhof, der sich im Nordwesten zur Straße hin öffnet. Auch der Bundestag bildet ein zusammenhängendes Gebäude, ist jedoch in drei miteinander verbundene Blöcke mit kleineren Innenhöfen gegliedert. Er befindet sich im Westen des Plangebiets, parallel zu den bestehenden Bundestagsgebäuden, und erstreckt sich von der Spree bis zum Stadtbahnviadukt im Nordwesten.
Die Gebäude sind so konzipiert, dass sie den Lärm innerhalb ihrer eigenen Struktur reduzieren, jedoch nicht im öffentlichen Raum. Bundestag und Verdi-Gebäude umschließen die Wohnungen und treffen im öffentlichen Raum des „Platzes der Bahnbögen“ nördlich der Wohnungen, neben dem Stadtbahnviadukt, aufeinander.
Die Straßenräume zwischen den Wohngebäuden und den beiden Bürogebäuden – Verdi und Bundestag – sind asymmetrisch angelegt und ermöglichen eine urbane Begrünung. Dies soll zugleich einen Beitrag zum Konzept der Schwammstadt leisten. Das Projekt definiert außerdem Zonen für Nutzungen im Erdgeschoss, um diese in das Straßenleben zu integrieren. Insgesamt fördern die Erdgeschossnutzungen in den Wohngebäuden und im Verdi-Gebäude ein lebendiges Quartier.
Der Schiffbauerdamm bleibt als Straße erhalten, erhält jedoch einen breiten Gehweg mit Gastronomiebereich entlang der Fassade. Die „Agora“ bildet eine Erweiterung des Platzes vor dem Maschinenhaus, die sich über die Straße hinweg bis zur Spree erstreckt. Ebenfalls vorgesehen ist eine tiefergelegene Promenade, die jedoch nur über eine Rampe am östlichen Ende zugänglich ist. Problematisch bewertet wird die Nordausrichtung und die Lärmbelastung des „Platzes der Bahnbögen“, da dieser neben der Spree und der Agora einer der drei wichtigsten öffentlichen Räume des Projekts ist.
Insgesamt bietet der Entwurf eine gut organisierte Gesamtstruktur und eine sinnvolle Verteilung der Funktionen, hat aber auch Schwächen in der Ausgestaltung der öffentlichen Räume und in den jeweiligen Gebäudekonzeptionen.