Leitidee:
Eine neue Generation urbaner Räume – durchmischt, klimaaktiv, gemeinschaftlich gedacht und offen zur Landschaft.
Städtebau:
Die Arbeit bildet 5 unterschiedlich gelöste Bauquartiere aus, die sich durch ihre Bautypologien auszeichnen: stark aufgelöste Blockstrukturen, bis hin zu Punktbauten im Südosten am Wildstrubelpfad; Winkel- und locker gruppierte Einzelhäuser im Nordosten am Wald; geschlossene Blockstrukturen im Nordwesten. Die beiden Gewerbegebiete weisen Blöcke und hallenartige Baukörper für lärmintensivere und gemischte Nutzungen auf.
Der Umgang mit den örtlichen Situationen, Übergängen und Anschlüssen wird positiv gesehen.
Entlang der mit Bäumen gesäumten Tramallee werden die öffentlichen EG-Nutzungen verortet und die Gebäudehöhe variiert.
Grün- und Freiraum:
Die Quartiersmitte wird mit einer großen Markthalle und drei Hochpunkten betont, die an diesem Ort Urbanität erzeugen sollen, aber in ihrer Dimension sehr ambitioniert erscheinen. Dies steht im deutlichen Gegensatz zu den ansonsten einfühlsamen angeordneten Wohnquartieren mit Grünanlagen. Zudem wird die „Mitte“ – die Platzfläche „der Grüne Platz“– relativ weit westlich der Tramtrasse verortet. Die Raumbildung kann nicht ganz überzeugen. Auch wird die „Überbauung“ des Schmöckpfuhlgrabens zur Anbindung des Quartiers Nordost kontrovers eingeschätzt.
Die Schule mit den zugehörigen Sportflächen zwischen Tramtrasse und Schmöckpfuhlgraben erscheint möglich, liegt aber weit im Norden.
Private Grünflächen vernetzen sich aufgrund der aufgelösten Blockstrukturen mit den öffentlichen Freiräumen. Eine klare Unterscheidung zwischen privaten Rückzugsräumen und Öffentlichkeit bieten die Blöcke, die allerdings in Teilen nur kleine Höfe aufweisen.
Erschließung und Mobilität:
Die Arbeit ordnet Tramtrasse und Haltestelle an den gewünschten Orten an. Zwei Zufahrten für den MIV führen auf kurzem Weg zu insgesamt fünf Quartiersgaragen, allerdings liegen drei davon im Gewerbequartier, was in der zeitlichen Umsetzung problematisch ist. Es gibt ein Netz aus Fuß- und Radwegen sowie Spielstraßen, die in drei grünen Achsen eine Betonung erfahren und kurze Wege gewährleisten.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz:
Die vorhandenen Waldflächen, der baumbestandene Grünraum im Osten und der Schmöckpfuhlgraben bleiben erhalten und dienen der Erholung. Zusammen mit einer starken Quartiersdurchgrünung sollen diese der Aufheizung entgegenwirken. Das Regenwassermanagement gewährleistet mittels Verdunstung im abflusslosen Quartier einen weiteren Beitrag zur Abkühlung.
Die Arbeit stellt einen guten Beitrag zur Entwicklung des Blankenburger Südens dar. Der Umgang mit Übergängen, verschiedenen Freiraumangeboten und Wohnformen werden positiv gewürdigt. Kritisch wird die Ausformung der Quartiersmitte gesehen.