1. Preis im Wettbewerb

1. Preis: 46.500 €

STUDIO RW, Berlin

Verfasser:in: Heiko Ruddigkeit
Mitarbeiter:innen: Anselm Beer, Andreas Arauz, Furkan Oezsafak, Paul Kirchdörfer

  • Beurteilung durch die Jury

    Leitidee:
    Der Entwurf setzt auf die Schaffung eines klar definierten Stadtraums entlang der Trambahnstrecke. Die Beziehung zum Naturraum formuliert er, in dem er den Schmöckpfuhlgraben und den zugehörigen Naturraum durch die Bebauung abschirmt. Die Bebauungsstrukturen nutzen sehr weitgehend die Möglichkeiten der vorgegebenen Holzbauweise.

    Städtebau:
    Der Entwurf zeichnet sich durch eine sehr überlegte Maßstäblichkeit aus. Die Stadträume und die Bebauungsstrukturen finden einen Ausgleich zwischen den vorgefundenen, kleinteiligeren Strukturen und den Ansprüchen an ein neues Stadtquartier von neuer Größenordnung. Die Strukturen bleiben offen, ohne sich anzubiedern und sich klein zu machen. Insbesondere zeigt der Entwurf, wie die vorgesehene Holzbauweise sinnvoll eingesetzt werden kann. Hier findet der Entwurf zu Strategien, die auch für eine weitere Ausarbeitung tragfähig sind.
    Es gelingt dem Entwurf, die Verwendbarkeit der vorgesehenen Holzbauweise überzeugend darzulegen. Die Stadträume, die durch die flexible und sehr differenzierte Anordnung der verfügbaren Typen entstehen, überzeugen durch ihre Raumbildung. Winkelförmige Anordnungen und Versätze in den Zeilen sorgen für linear orientierte Räume, die sich zur Natur öffnen, aber auch einzelne urbane Inseln bilden. Zu überdenken ist der Schulstandort am Quartiersrand.
    Die Aufteilung der Gewerbeflächen ist sehr kleinteilig. Positiv ist, dass auch Bestandsbauten erhalten werden sollen. Inwiefern die hier eher als Platzhalter anmutende Struktur in dieser Form realisierbar ist, bleibt fraglich.

    Grün- und Freiflächen:
    Die Entscheidung, den Schmöckpfuhlgraben zu verlegen, erlaubt die Anlage eines klar definierten Straßenraums um die Trambahnstrecke herum. Allerdings ist dies auch kritisch zu sehen und auf seine Realisierbarkeit zu prüfen. Der damit gewonnene Baublock sorgt dafür, dass die Straßenerschließung geschickt aufgefangen und auf den Quartiersplatz geführt wird. Die Betonung des Quartiersplatzes durch moderate Hochpunkte erscheint angemessen.
    Der Quartiersplatz ist überzeugend angeordnet und mit den umgebenden Stadträumen verbunden. Zu überdenken ist der Anschluss zum Gewerbegebiet, da hier bis auf weiteres mit einer Lärmbelästigung durch den laufenden Betrieb des jetzt dort befindlichen Unternehmens zu rechnen ist. Zudem erscheinen die, an sich sehr gut nachvollziehbare und beizubehaltende, Rhythmisierung der Trambahnstrecke durch zwei Aufweitungen (»Spielfelder«) ebenso wie der Quartiersplatz etwas überdimensioniert und sind in der Nutzung zu überdenken. Hier sollte in einer weiteren Überarbeitung eine Verdichtung der Räume erfolgen.
    Die Differenzierung zwischen öffentlichen und privaten Räumen ist weiter zu differenzieren.

    Erschließung und Mobilität:
    Die Lage der Haltestelle ist in Ordnung. Zu überdenken sind die Querungen der Trambahn. Das MIV-, Fuß- und Radverkehrskonzept entspricht den Vorgaben.

    Nachhaltigkeit und Klimaschutz:
    Dass der Schmöckpfuhlgraben in den Hintergrund tritt und bewusst nicht ›kommerzialisiert‹ wird, ist eine Stärke des Entwurfs, da dieser wichtige Naturraum so seine Funktion besser erfüllen kann als durch eine Einbeziehung in einen städtischen Knotenpunkt, so wie ihn die meisten anderen Entwürfe vorsehen.
    Das Preisgericht würdigt diese Arbeit als sehr gelungenen Beitrag, der die komplexen Anforderungen der Ausschreibung sehr gut bewältigt.

  • 1. Preis Vogelflugperspektive

    Vogelflugperspektive

  • 1. Preis Lageplan

    Lageplan

  • 1. Preis Fußgängerperspektive

    Fußgängerperspektive

  • 1. Preis Modellfoto

    Modellfoto

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Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe