Aufgaben und Bestand

  • Die Bibliothek des Kammergerichts nimmt die Aufgaben einer Zentral- und Archivbibliothek für den Dienstbetrieb des Kammergerichts und der zu seinem Bezirk gehörenden anderen ordentlichen Gerichte (Landgericht und Amtsgerichte) wahr und steht darüber hinaus der Justizverwaltung, der Staatsanwalt-, Amtsanwalt- und Rechtsanwaltschaft sowie anderen Juristen zur Verfügung. Neben dem erwähnten Benutzerkreis haben Mitarbeiter anderer Gerichte und Behörden, Referendare und Rechtspflegeranwärter und Juristen mit bestandenem Ersten Staatsexamen Zugang zur Bibliothek des Kammergerichts. Literatur, die in den übrigen Berliner Bibliotheken nicht vorhanden ist, kann auch von anderen Personen eingesehen werden. Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte haben an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Zutritt zu Magazin und Lesesaal der Bibliothek.
  • Entstehung und Bestand der Bibliothek reichen bis Ende des 15. Jahrhunderts zurück. Bei den älteren Beständen handelt es sich vorwiegend um Schriften und Quellen der deutschen und römischen Rechtsgeschichte des 16.-18. Jahrhunderts. Im Zuge der Wiedervereinigung hat die Bibliothek einen ca. 60.000 Bände umfassenden verloren geglaubten Altbestand wiedererhalten, der aufgrund seiner teilweise starken Beschädigungen noch nicht wieder vollständig in den elektronischen Zentralkatalog eingearbeitet werden konnte. Die Bibliothek enthält außerordentlich umfangreiche Bestände zum gesamten Bürgerlichen Recht, im Bereich des Öffentlichen Rechts insbesondere zu Strafrecht, Staats-, Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Hervorzuheben ist der sehr gute Bestand an juristischen Fachzeitschriften, deutschsprachigen Dissertationen und Festschriften. Auch während der angespannten Haushaltssituation des Landes Berlin ist es bisher gelungen, Abbestellungen von Zeitschriften und Loseblattausgaben zu vermeiden.
  • Verschiedene Zeitschriftentitel sind so in Berlin nur noch in der Bibliothek des Kammergerichts nachweisbar.Das Vorhandensein der umfangreichen Literatur schlägt sich auch in der Zahl der Bibliotheksbenutzer und Entleihungen nieder, deren Zahl jährlich ansteigt.
  • Der aktuelle Bestand des Kammergerichts umfasst laufende Loseblattausgaben, Jahrbücher, Zeitschriften und Gesetzblätter, Monographien und Dissertationen, Mikrofiches sowie CD-ROMs und DVDs. Für die Verwaltung und Bereitstellung des Bestandes (Akzessionierung, Formalkatalogisierung, inhaltliche Erschließung), der Benutzerbetreuung und der Informationsvermittlung sind insgesamt 11 Mitarbeiter verantwortlich, die die Bibliotheksbenutzer jederzeit auch bei der Literaturrecherche unterstützen.
  • Der Nachweis der Bestände wird als elektronischer Verbundkatalog in einer Allegro-Datenbank geführt, so dass sämtliche in den Bibliotheken der ordentlichen Gerichtsbarkeit vorhandenen Medien fachlich korrekt erschlossen und komfortabel in einem einheitlichen Katalog zugänglich sind. Auch nach der beschlossenen Dezentralisierung der Justiz soll diese gemeinsame Datenbank, die zentral in der Bibliothek des Kammergerichts gepflegt wird, erhalten bleiben.
  • Im Internet befindet sich eine Katalog-Datenbank der Bestände der Bibliothek des Kammergerichts.
  • Die in der Kammergerichtsbibliothek bis zum Erscheinungsjahr 1982 vorhandene noch konventionell in Zettelkatalogen verzeichnete Literatur wird von den Bibliothekarinnen in einem Retrokonversionsprojekt nach und nach durch Eingabe in die Katalogdatenbank unter Berücksichtigung der Regeln für die alphabetische Katalogisierung eingearbeitet.
  • Seit 2010 wird die Bibliothek in der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz als Zweigstellenbibliothek des Kammergerichts geführt. Diese Bibliothek ist eine reine Präsenzbibliothek für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Senatsverwaltung. Eine Ausleihe an Referendare u.a. Personen erfolgt nur in der Bibliothek des Kammergerichts.