Waldnaturschutz

Totholz mit Bewuchs durch Baumpilze

Waldnaturschutz ist ein integraler Bestandteil der täglichen Arbeit der Berliner Forsten.
Denn die Berliner Wälder sind Schutzwälder, so ist es im Landeswaldgesetz Berlin festgeschrieben, und so werden sie auch von den Berliner Forsten gepflegt: als Räume, in denen Tiere und Pflanzen ein Refugium finden. Ressourcen wie der Waldboden werden mit Vorsicht behandelt, Waldfunktionen wie Grundwasserneubildung, Kühlung, Lärmschutz und Klimaschutz für den Ballungsraum bleiben erhalten – nicht nur als Stärkung des Ökosystems Wald, sondern auch als Daseinsvorsorge für die Hauptstadt.

Schutzgebiete

In den Berliner Wäldern liegen etwa 1.700 Hektar Naturschutzgebiete, 16.000 Hektar sind Landschaftsschutzgebiete. Von den Natura-2000-Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebieten) im Land Berlin liegen 4.600 Hektar in unseren Wäldern. Etwa im Grunewald, im Spandauer Forst, in Müggelsee-Müggelspree oder der Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug. Diese europäischen Schutzgebiete wurden eingerichtet, um den vorkommenden Arten langfristig Habitate zu sichern oder weil sie Wald-Lebensraumtypen – schützenswerten Waldgesellschaften – entsprechen.

Naturschutz – entscheidend für unsere Waldentwicklung

Naturschutz spielt bei der Waldentwicklung eine zentrale Rolle.
Zwei Drittel der Berliner Wälder sind noch geprägt durch gepflanzte Kiefern – gleich alt, einförmig und in Reihen. Unter ihren Kronen vermehrt sich vor allem die nicht heimische Spätblühende Traubenkirsche. Eichen, Linden oder Rotbuchen haben es schwer, hier aufzuwachsen. Oft sind überhöhte Wildbestände zusätzliches Problem. Durch waldbaulich orientierte und verantwortungsvolle Jagd ermöglichen die Berliner Forsten eine arten- und strukturreiche, genetisch vielfältige Waldregeneration ohne Zäune und schützen die ökologische Integrität und Entwicklung sensibler Schutzgebiete.

Ziele der Berliner Forsten

  • Eine dynamische Vielfalt an Mikrohabitaten und Strukturelementen

    Dazu zählen insbesondere:

    • Biotopbaumgruppen
    • starke Altbäume verschiedener Baumarten, die im Wald verbleiben
    • liegendes und stehendes Totholz unterschiedlicher Dimension
    • Sonderhabitate und Strukturelemente
  • Waldränder als Habitat und Emissionsschutz

    Dazu zählen:

    • Bäume der Insektenweide
    • Sträucher, Weichholzarten und Krautsäume
    • Mosaikartige Strukturen
  • Sicherung der Erhaltungszustände von Schutzgebieten

    Dies geschieht insbesondere durch:

  • Artenschutz durch Habitatschutz

    Ziele sind:

    • Den Anteil gebietsheimischer Gehölzarten an der Verjüngung zu erhöhen
    • Flächen mit arten-migrationsfähiger Habitatstruktur und -dynamik zu entwickeln
    • Vorkommen geschützter Arten und Leitarten zu sichern
Sturmschäden

Sturmflächenentwicklung

Was auf den ersten Blick chaotisch aussieht, erfüllt wichtige Funktionen für den Natur- und Artenschutz. Sturmflächen sind Lebensraum für unzählige Tiere, Pflanzen und Pilze. Weitere Informationen

Kiefernbestand mit Laubhölzern im Unter- und Zwischenstand

Mischwaldprogramm

Die Entwicklung und Pflege eines naturnahen, stabilen Mischwaldes aus heimischen Laub- und Nadelbäumen ist ein wichtiges Ziel der Berliner Forsten. Weitere Informationen

Eingezäunte Naturwaldentwicklungsfläche links

Naturwaldentwicklungsflächen

Diese Flächen wurden für den Natur- und Artenschutz ausgewählt. Das bedeutet, dass wir Menschen nicht in das Gebiet eingreifen und so der Natur und ihrer Entwicklung freien Lauf lassen. Weitere Informationen

NATURA 2000-Gebiet Westlicher Düppeler Forst

Berliner NATURA-Gebiete

Im Land Berlin gibt es 15 Natura-2000-Gebiete, viele davon im Berliner Wald. Es handelt sich um 15 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH) und fünf Vogelschutzgebiete auf einer Gesamtfläche von ca. 6.300 Hektar. Weitere Informationen

Kontakt

Landesforstamt Berlin