Feminismus
Feminismus bezeichnet unterschiedliche politische und gesellschaftliche Bewegungen und Positionen, die sich für die Gleichberechtigung aller Geschlechter und gegen sexistische Diskriminierung einsetzen. Feministische Politik beschäftigt sich beispielsweise mit ungleicher Bezahlung, geschlechtsspezifischer Gewalt, unbezahlter Sorgearbeit, politischer Repräsentation oder gesellschaftlichen Rollenbildern.
Gleichstellung
Gleichstellung verfolgt das Ziel, bestehende Benachteiligungen abzubauen und allen Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht tatsächlich gleiche Möglichkeiten zur gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Teilhabe zu eröffnen. Nach Artikel 3 Absatz 2 im deutschen Grundgesetz sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Der Staat hat den Auftrag, die tatsächliche Durchsetzung dieser Gleichberechtigung zu fördern und bestehende Nachteile zu beseitigen.
FLINTA
FLINTA steht kurz für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen. Der Begriff wird häufig verwendet, wenn deutlich gemacht werden soll, dass neben Frauen auch weitere Menschen von patriarchalen Strukturen, Sexismus oder geschlechtsspezifischer Diskriminierung betroffen sein können. Dabei machen die verschiedenen Gruppen innerhalb von FLINTA unterschiedliche Erfahrungen und sind nicht in gleicher Weise von Diskriminierung betroffen.
Frauen: Menschen, die sich als Frauen verstehen. Dazu gehören auch trans Frauen.
Lesben: Frauen, die sich zu Frauen hingezogen fühlen.
Intergeschlechtliche Personen: Menschen, deren körperliche Geschlechtsmerkmale, etwa Chromosomen, Hormone oder Geschlechtsorgane, nicht eindeutig den medizinischen Kategorien „männlich“ oder „weiblich“ entsprechen.
Nichtbinäre Personen: Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht ausschließlich männlich oder weiblich ist. Manche verstehen sich zwischen, außerhalb oder unabhängig von diesen beiden Kategorien.
Trans Personen: Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.
Agender Personen: Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen oder sich selbst als geschlechtslos verstehen.
Queer
Queer ist ein Sammelbegriff für Menschen, deren sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen von Heterosexualität oder einem ausschließlich männlichen beziehungsweise weiblichen Geschlecht entspricht. Manche Menschen verwenden „queer“ auch als eigene Selbstbezeichnung.
Patriarchat oder patriarchale Strukturen
Hier werden gesellschaftliche Strukturen bezeichnet, in denen Männer bzw. männlich geprägte Perspektiven historisch und gesellschaftlich über mehr Macht und Einfluss verfügen. Patriarchale Strukturen können sich zum Beispiel in der Politik und Arbeitswelt zeigen.
Sexismus
Sexismus bezeichnet Benachteiligung, Abwertung oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.
Intersektionalität
Menschen können gleichzeitig von verschiedenen Formen von Diskriminierung betroffen sein. Geschlecht kann beispielsweise mit Rassismus, sozialer Herkunft, Behinderung, Alter, Religion oder sexueller Orientierung zusammenwirken. Hier werden deshalb nicht nur eine einzelne Formen der Benachteiligung, sondern deren Überschneidungen betrachtet.
Geschlechtsspezifische Gewalt
Damit ist Gewalt gemeint, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts trifft. Dazu zählen beispielsweise häusliche und sexualisierte Gewalt, Stalking, sexuelle Belästigung oder bestimmte Formen digitaler Gewalt.
Geschlechtergerechtigkeit
Geschlechtergerechtigkeit bedeutet, gesellschaftliche Bedingungen so zu gestalten, dass Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht gleiche Rechte, Chancen und Möglichkeiten zur Teilhabe haben.
Gender Budgeting
Gender Budgeting untersucht wie öffentliche Einnahmen und Ausgaben unterschiedliche Geschlechter betreffen. Ziel ist es, dass Haushaltsmittel so ein gesetzt werden, dass bestehende Ungleichheiten so gut es geht abgebaut werden.
Parität
Parität bedeutet die gleichberechtigte Repräsentation verschiedener Geschlechter von 50% bei Wahllisten, in politischen Gremien oder in Führungspositionen.
Care-Arbeit
Care-Arbeit umfasst Tätigkeiten wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Hausarbeit oder emotionale Unterstützung. Ein großer Teil dieser Arbeit wird noch immer unbezahlt und häufig von Frauen übernommen.