Maßnahmenkonzept Alt-Tegel

Alt-Tegel - Deckblatt

Bedeutung von Alt-Tegel

Die Straße Alt-Tegel ist eine wichtige Verbindung zwischen dem Hauptzentrum Tegel rund um Berliner Straße und Gorkistraße sowie der Greenwichpromenade am Tegeler See. Sie fungiert als Einkaufs-, Gastronomie- und Flanierzone und ist zugleich Zugang zu auch überlokal bedeutenden Freizeit- und Erholungsräumen am Wasser. Damit besitzt Alt-Tegel eine besondere Funktion für Anwohnende, Gewerbetreibende, Besucherinnen und Besucher sowie den Tourismus im Bezirk Reinickendorf.

Gleichzeitig zeigen sich im öffentlichen Raum verschiedene Handlungsbedarfe. Dazu gehören unter anderem erneuerungsbedürftiges Stadtmobiliar, fehlende oder unklare Orientierung, Einschränkungen der Barrierefreiheit, Nutzungskonflikte im Verkehr sowie Defizite bei Aufenthaltsqualität, Sauberkeit, Beleuchtung und Fahrradinfrastruktur. Auch die touristischen Potenziale des Standorts werden bislang nicht vollständig ausgeschöpft.

Alt-Tegel - Übersichtsplan der vier Teilräume

Anlass und Ziele des Maßnahmenkonzepts

Das Bezirksamt Reinickendorf hat daher ein Maßnahmenkonzept zur Qualifizierung der Straße Alt-Tegel erarbeiten lassen. Es soll als Grundlage für die langfristige Entwicklung des Bereichs dienen und kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen benennen. Ziel ist es, Alt-Tegel als lebendiges Geschäftszentrum, attraktive Flanier- und Gastronomiemeile sowie als Freizeit- und Erholungsort am Tegeler See zu sichern und weiterzuentwickeln.
Das Konzept betrachtet den Raum von der Berliner Straße über die Straße Alt-Tegel bis zur Greenwichpromenade. Für vier Teilräume wurden jeweils konkrete Potenziale und Defizite herausgearbeitet.

Alt-Tegel - Auszug aus dem Endbericht zu den Beteiligungsformaten

Bestandsaufnahme und Beteiligungsformate

Die Erarbeitung erfolgte auf Grundlage vorhandener Planungen und Konzepte, einer Bestandsaufnahme vor Ort sowie mehrerer Beteiligungsformate. Neben Begehungen und Nutzungsanalysen wurden eine Online-Umfrage, Gespräche mit Schlüsselakteuren, Vor-Ort-Beteiligungen und zwei Beteiligungstermine mit Gewerbetreibenden durchgeführt. An der Online-Umfrage beteiligten sich knapp 1.800 Personen. Ein großer Teil der Teilnehmenden hält sich regelmäßig im Gebiet auf; besonders positiv bewertet wurden die gute Erreichbarkeit, die Nähe zu Wasser und Natur, die Fußgängerzone, das gastronomische Angebot und der besondere Charakter des Ortes.

Die Rückmeldungen zeigen aber auch deutliche Verbesserungsbedarfe. Kritisch benannt wurden insbesondere fehlende und mangelhafte Fahrradinfrastruktur, unattraktive Sitzgelegenheiten, der Zustand von Blumenkübeln und Baumscheiben, fehlende barrierefreie Übergänge, Vermüllung, mangelnde Belebung in Teilen der Fußgängerzone sowie ein zu geringes Angebot für jüngere Zielgruppen. Aus Sicht der Gewerbetreibenden spielen außerdem Fragen der Anlieferung, der Erreichbarkeit, der Außendarstellung und der Standortvermarktung eine wichtige Rolle.

Leitbild „Alt-Tegel – Unser Zentrum am See“

Auf dieser Grundlage wurde das Leitbild „Alt-Tegel – Unser Zentrum am See“ entwickelt. Es stellt die besondere Lage zwischen Stadtzentrum und Wasser in den Mittelpunkt. Die Verbindung zum Tegeler See soll stärker sichtbar und erlebbar werden. Zugleich soll der öffentliche Raum so weiterentwickelt werden, dass er den Anforderungen an Klimaanpassung, Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und an ein lebendiges Zentrum besser gerecht wird.

Alt-Tegel - Übersicht der Handlungsfelder

Schwerpunkte der Maßnahmen

Das Konzept bündelt die vorgeschlagenen Maßnahmen in vier inhaltlichen Schwerpunkten:

  1. Im öffentlichen Raum vorgesehen sind unter anderem die Erneuerung von Ausstattungselementen, der Ausbau von Witterungs- und Sonnenschutz, eine bessere Beleuchtung, die Aufwertung der Eingangssituation an der Berliner Straße, die Attraktivierung des Otto-Dibelius-Platzes sowie die klimagerechte Qualifizierung von Grün- und Freiflächen.
  2. Ergänzend werden Maßnahmen zur Stärkung der Nutzungsvielfalt, etwa durch Veranstaltungen sowie frei zugängliche Freizeit- und Sportangebote, vorgeschlagen.
  3. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Mobilität. Geprüft werden unter anderem die Optimierung von Lieferverkehren und Ladezonen, verkehrsberuhigende Regelungen, ein Parkraumbewirtschaftungskonzept, bessere Querungen an der Berliner Straße und am Medebacher Weg sowie eine verbesserte Fuß- und Radwegweisung — auch zu touristischen Zielen. Hinzu kommen Vorschläge zur Qualifizierung der Fahrrad- und Sharinginfrastruktur sowie zur weiteren Untersuchung des fließenden Radverkehrs.
  4. Für die Stärkung des Standorts werden darüber hinaus Maßnahmen zur Vernetzung der Gewerbetreibenden, zur Sicherung und Weiterentwicklung des Tourismus-Informationsstands, ein digitaler Veranstaltungskalender, eine Imagekampagne sowie nachbarschaftliche Initiativen für Sauberkeit und gegen Vandalismus benannt. Auch zusätzliche Räume und Angebote für Jugendliche und generationenübergreifende Begegnung werden geprüft.

Umsetzung und weitere Perspektive

Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden in Steckbriefen beschrieben und hinsichtlich Priorität, Umsetzungshorizont, Verantwortlichkeiten und Wechselwirkungen eingeordnet. Damit bildet das Konzept einen Orientierungsrahmen für die weitere Abstimmung, Priorisierung und schrittweise Umsetzung durch Bezirk, Fachämter und weitere Beteiligte.

Nach Abschluss des Konzepts sollen die Ergebnisse in die weiteren fachlichen und politischen Beratungen einfließen. Die Umsetzung einzelner Maßnahmen hängt von Zuständigkeiten, Finanzierungsmöglichkeiten, Förderkulissen, Abstimmungen mit betroffenen Fachbereichen sowie weiteren planerischen Prüfungen ab. Ziel bleibt, Alt-Tegel langfristig als gut erreichbaren, klimaangepassten, barrierearmen und lebendigen Ort zwischen Zentrum und See zu stärken.

DOWNLOAD

  • Alt-Tegel - Endbericht

    PDF-Dokument (25.1 MB) - Stand: November 2025
    Dokument: BA RDF

Bezirksamt Reinickendorf von Berlin