Wie erleben Jugendliche Einsamkeit – und was brauchen sie, um sich verbunden zu fühlen? Der Einsamkeitsgipfel vom 16. Dezember des Vorjahres im Ernst-Reuter-Saal hat diese Fragen in den Mittelpunkt gestellt. Jetzt liegt die Dokumentation des Einsamkeitsgipfels 2025 vor und macht die wichtigsten Impulse, Ergebnisse und Ideen der Veranstaltung öffentlich zugänglich.
Nach dem erfolgreichen Auftakt des Einsamkeitsgipfels 2024, der sich mit Einsamkeit von Seniorinnen und Senioren beschäftigte, setzte Reinickendorf das Format 2025 konsequent fort. Unter dem Schwerpunkt Jugend kamen Wissenschaft, Praxis und junge Menschen miteinander ins Gespräch. Ein besonderer Auftakt war der Poetry Slam von Bahutan Coglan, der das Thema Einsamkeit aus einer persönlichen und künstlerischen Perspektive sichtbar machte. Prof. Dr. Tatjana Grießmann-Gehrt beleuchtete in ihrem wissenschaftlichen Impulsvortrag „Einsamkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“ die gesundheitlichen Folgen von Einsamkeit.
Taner Avci zeigte in seinem Praxisvortrag „Einsamkeit ist kein Schicksal – Jugendliche brauchen Verbindung“, wie wichtig Begegnung und soziale Beziehungen für junge Menschen sind. Ein zentraler Bestandteil des Einsamkeitsgipfels waren die vier Arbeitsgruppen: Unter dem Titel „NoSoloMode: Stay connected mit der KlubApp“ ging es um digitale Möglichkeiten, die Verbindung und Austausch unter Jugendlichen zu fördern. Die Arbeitsgruppe „Sprüh dich frei: Souls on Canvas“ setzte auf kreative Ausdrucksformen. Mit „Let’s move together – Präsenz und Improvisation“ wurde Bewegung als gemeinsamer Erfahrungsraum in den Mittelpunkt gestellt. Die Arbeitsgruppe „Stimmen der Hoffnung – Poetry als Ausdruck der Jugend“ beschäftigte sich mit kreativem Schreiben als Möglichkeit, persönliche Erfahrungen, Gedanken und Hoffnungen auszudrücken. Die nun vorliegende Dokumentation fasst die wissenschaftlichen und praktischen Impulse, sowie die Ergebnisse der Fokusgruppe Jugend zusammen.
Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) betont: „Einsamkeit kennt kein Alter. Mit dem Einsamkeitsgipfel 2025 haben wir deshalb ganz bewusst die junge Generation in den Mittelpunkt gestellt. Jugendliche brauchen Räume, in denen sie gehört werden, sich ausdrücken, ausprobieren und miteinander verbunden sein können. Die Ergebnisse unserer Fokusgruppe Jugend zeigen eindrucksvoll, wie viel Kraft und Kreativität entsteht, wenn junge Menschen selbst zu Wort kommen und ihre Ideen einbringen. Reinickendorf setzt damit seine Einsamkeitsstrategie konsequent fort: Wir schauen hin, wir hören zu und wir schaffen Verbindungen.“
Die Dokumentation des Einsamkeitsgipfels 2025 ist online auf der Website der Einsamkeitsbeauftragten des Bezirksamtes Reinickendorf verfügbar und liegt in Reinickendorfs Bürgerämtern und Bibliotheken kostenfrei aus.
Weitere Informationen:
https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/beauftragte/einsamkeit/einsamkeitsgipfel/artikel.1614213.php