Reinickendorferin Ursula Fritsch feiert 104. Geburtstag

Pressemitteilung vom 09.10.2026

Ursula Fritsch mit Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner, Familie und Freunden

104 Jahre Lebenserfahrung, mehr als 100 Eulen und jede Menge Lebensfreude: Ursula Fritsch hat ihren 104. Geburtstag gefeiert. Zu den Gratulanten gehörte auch Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU), die der Dame im Caritas-Seniorenheim Franz-Jordan-Stift persönlich die Glückwünsche des Bezirks überbrachte. Die beiden kennen sich bereits seit vier Jahren, entsprechend herzlich fiel das Wiedersehen aus.

Bei Zitronenkuchen und guter Laune wurde in familiärer Atmosphäre gefeiert. Neben ihrem Sohn, zwei Schwiegertöchtern und ihrem Enkel waren auch ein früherer Nachbar aus ihrer langjährigen Wohnsiedlung sowie eine Vertreterin der Sozialkommission gekommen. Letztere begleitet Ursula Fritsch bereits seit rund 30 Jahren und besucht sie bis heute regelmäßig.

Wer Ursula Fritsch besucht, entdeckt schnell ihre besondere Leidenschaft: Eulen. Mehr als 100 Figuren zählt ihre Sammlung inzwischen. „Früher hieß es immer „olle Eule“, erzählt sie. „Bis ich dahinterkam: Nein, so ist das nicht – Eulen sind schlaue Tiere.“

Auch mit 104 Jahren nimmt die Seniorin aktiv am Gemeinschaftsleben teil. Regelmäßig spielt sie Bingo, und das durchaus erfolgreich, wie ein gewonnener Topf voller Fruchtgummis beweist. Außerdem besucht sie die Gymnastikangebote und singt begeistert mit, wenn eine Musikerin mit ihrer Gitarre ins Haus kommt und Volkslieder anstimmt. „Man hat mir gesagt, ich singe ganz gut“, erzählt sie schmunzelnd. Früher gehörten auch Stricken und Lesen zu ihren liebsten Beschäftigungen. Eine ihrer selbst gestrickten Jacken trägt sie noch heute. Und wenn im Fernsehen Sport läuft, schaut sie ebenfalls gerne zu.

Ursula Fritsch wuchs als Einzelkind in Berlin auf. Ihr Vater arbeitete bei der AEG. Schon früh entwickelte sie eine große Selbstständigkeit und reiste gerne, auch allein. Ihre Reisen führten sie unter anderem nach Frankreich und in die damalige Tschechoslowakei. „Ich habe mich immer wohlgefühlt, auch mal allein zu sein – und dabei habe ich viele Leute kennengelernt“, erinnert sie sich.

Die Kriegs- und Nachkriegsjahre erlebte sie bewusst mit all ihren Höhen und Tiefen. Auch persönlich hielt das Leben manche Herausforderung bereit. Doch Ursula Fritsch ließ sich davon nie dauerhaft entmutigen.

Wie sehr sie ihre Familie geprägt hat, wird an diesem besonderen Geburtstag deutlich. „Sie hat immer dafür gesorgt, dass in der Familie alles in Balance bleibt“, erzählt ihr Sohn. „Sie war immer positiv und dankbar.“ Ihr Enkel beschreibt seine Großmutter mit einem einzigen Satz: „Oma ist einfach eine Kämpferin.“ Trotz Krankheiten und Operationen habe sie sich immer wieder zurückgekämpft, ein echtes Stehaufmännchen.

Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner würdigte Ursula Fritsch anlässlich ihres Ehrentages: „104 Jahre, das ist ein ganzes Jahrhundert voller Erinnerungen, Erfahrungen und Veränderungen. Frau Fritsch beeindruckt mich immer wieder mit ihrer Lebensfreude, ihrem Humor und ihrer aktiven Art am Leben teil zu nehmen. Es ist etwas ganz Besonderes, sie nun schon seit vier Jahren begleiten und ihr persönlich gratulieren zu dürfen. Für ihr neues Lebensjahr wünsche ich gute Gesundheit, viele schöne Momente und weiterhin so viel Zuversicht.“

Und Ursula Fritsch selbst? Die blickt bereits voller Optimismus auf ihren nächsten Geburtstag. Auf die Frage nach ihrem größten Wunsch antwortet sie: „Wenn ich so bleibe wie jetzt, kann ich mir die 105 schon wünschen.“