Gemeinsam für Frieden und Erinnerungskultur: Internationale Workcamps in Reinickendorf

Pressemitteilung Nr. 2678 vom 08.06.2026

In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt finden in diesem Jahr wieder zwei internationale Jugendbegegnungen (Workcamps) des Vereins Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) – Bundesverein e. V. in Reinickendorf statt.

Die Workcamps werden in folgenden Zeiträumen durchgeführt:

• 29. Juni bis 8. Juli 2026 auf dem landeseigenen Friedhof Heiligensee (Sandhauser Straße 110, 13505 Berlin)

• 27. Juli bis 6. August 2026 auf der Kriegsgräberstätte Reinickendorf (Freiheitsweg 64, 13407 Berlin) sowie dem landeseigenen Friedhof Reinickendorf (Humboldtstraße 74–90, 13403 Berlin).

Insgesamt 20 Jugendliche aus Aserbaidschan, Deutschland, Irland, Italien, Mexiko, Russland, Spanien, der Türkei und Vietnam beteiligen sich an der Pflege von Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere:
• die Erneuerung von Rasenflächen auf Bestattungsflächen,
• das Freischneiden von Grünflächen sowie
• die Reinigung von Grabzeichen und deren Einfassungen.

In Reinickendorf befinden sich insgesamt 5.380 Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft auf sieben der zehn landeseigenen Friedhöfe des Bezirks. Die Verantwortung für diese Gräber liegt bei der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Die Pflege und Unterhaltung wurden dem Bezirksamt Reinickendorf übertragen. Die Jugendlichen sind während ihres Aufenthalts in der Gäste-Etage an der Osloer Straße in Wedding sowie auf dem Zeltlagerplatz Heiligensee untergebracht. Beide Einrichtungen werden in Selbstverpflegung genutzt. Neben den Arbeitseinsätzen bietet das Programm den Jugendlichen Gelegenheit, Berlin kennenzulernen und sich über Länder- und Kulturgrenzen hinweg auszutauschen.

Die internationalen Workcamps gehen auf eine Initiative des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. aus dem Jahr 1954 zurück. Sie fördern die internationale Begegnung junger Menschen und leisten durch die gemeinsame Arbeit an Kriegsgräberstätten einen Beitrag zur Erinnerungskultur, zur Völkerverständigung und zum Frieden. Seit 1994 werden die Jugendbegegnungen als internationale Workcamps vom ijgd-Bundesverein e. V. organisiert.

Die Kosten für die Workcamps belaufen sich auf rund 5.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Bundesmitteln zur Unterhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, die dem Bezirksamt von der Senatsverwaltung zur Verfügung gestellt werden.