Der Künstler Jakob Wirth untersucht im Rathaus Reinickendorf in einer performativen Auseinandersetzung, am Donnerstag, 13. März 2025, um 18 Uhr, welche Bedeutung ein Name für die eigene Identität hat und welche Konsequenzen ein diverser Geschlechtseintrag im alltäglichen Leben mit sich bringt. Die Veranstaltung findet im Rathaus Reinickendorf, Eichborndamm 215, 13437 Berlin, 2. OG statt. Während eines viertägigen Aufenthalts erkundet er die institutionellen Strukturen und deren Einfluss auf die individuelle Selbstbestimmung.
Bezirksstadtrat für Kultur, Harald Muschner (CDU), betont: “Kunst hat die Kraft, gesellschaftliche Fragen neu zu stellen und gewohnte Strukturen zu hinterfragen. Die performative Auseinandersetzung mit Identität und Bürokratie im Rathaus Reinickendorf zeigt eindrucksvoll, wie Kunst und Verwaltung in einen spannenden Dialog treten können.”
Ausgangspunkt des Projekts ist Wirths Versuch, den Namen der Patentante als zweiten Vornamen anzunehmen – ein scheinbar formaler Verwaltungsakt, der tief in Fragen von Selbstbestimmung, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Anerkennung verwurzelt ist. Während des viertägigen Aufenthalts im Rathaus Reinickendorf wird das Gebäude nicht nur durch den bürokratischen Prozess erkundet, sondern zunehmend von Wirth angeeignet – eine Parallele zur persönlichen Namensaneignung. Die wachsende Vertrautheit mit den Räumen, den Menschen und den Routinen transformiert das Rathaus von einer reinen Verwaltungsinstanz zu einem Verhandlungsraum für Identität und Gesellschaft.
Wie bereits in den Performances Cutout. 1km Patriarchy und My Gender Stretch, die im Rahmen des Förderpreises Junge Kunst 2024 in der Rathaus-Galerie gezeigt wurden, bearbeitet Wirth mit Eintrag: Margit die Normierungen von Geschlecht und Identität – diesmal im Spannungsfeld zwischen administrativer Ordnung und individueller Realität. Der daraus entstandene Film dokumentiert diesen Prozess und macht sichtbar, wie sich Identität nicht nur in Dokumenten, sondern auch in gelebten Räumen und Erfahrungen formt. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen: Tel. (030) 90294-3862
https://kunst-reinickendorf.de