Geschichte des Dorfes Biesdorf

Schloss Biesdorf

Das Biesdorf bis heute prägende Schloss wurde 1868 von Hans Hermann Freiherr von Rüxleben erbaut, der 1853 das Gut erworben hatte. Nach einer kurzen Zwischenepisode erwarb 1887 die Familie Siemens Gut, Schloss und Park, bis sie es 1927 an die Stadt Berlin veräußerte. Schloss Biesdorf

Dorfansicht Alt-Biesdorf, 1936

1375
Biesdorf wird als Bysterstorff bzw. Bisterstorff im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt. Grundherr ist Hennig von der Gröben.

1472
Nickel, Werner und Bertram von Pfuel werden mit dem Dorf Biesdorf belehnt. 1587 wird erstmals ein Rittergut derer von Pfuel erwähnt. Die Familie ist bis Mitte des 17. Jh. ansässig.

1539
Mit der Reformation in Brandenburg wird Biesdorf Mutterkirche von Kaulsdorf, später auch von Mahlsdorf, in den ersten Jahrzehnten nach 1539 auch von Marzahn.

1652
Der Landreiterbericht widerspiegelt den Zustand des Dorfes nach dem Dreißigjährigen Krieg. Es gibt nur noch vier Bauern und sechs Kossäten.

1653 und 1666
Kurfürst Friedrich Wilhelm erwirbt Biesdorf in zwei Teilen. Das Dorf wird dem kurfürstlichen Amt Köpenick unterstellt und verbleibt bis 1872 im Besitz des Kurfürsten bzw. Königs.

1713
In Biesdorf wird die erste Windmühle gebaut.

1806
In der Biesdorfer Feldmark findet eine von Napoleon I. abgenommene Parade der französischen Truppen unter Marschall Davout statt.

1827
Das Amtsvorwerk Biesdorf wird an Karl August Friedrich Lettow verkauft. Bis 1887 folgen mehrere weitere Besitzer des nunmehrigen Rittergutes.

1832
Die 1822 begonnene Separation, einer Art Flurbereinigung, wird in Biesdorf abgeschlossen. Später erfolgt die Befreiung der Bauern von Diensten und Abgaben.

1865
Der Biesdorfer Pfarrer wird – mit kurzer Unterbrechung – bis 1933 Superintendent für den Kirchenkreis Berlin-Land bzw. Berlin-Land I.

1868
Das Biesdorfer Schloss wird durch Heino Schmieden als spätklassizistische Turmvilla erbaut.

1874
Erstmals findet in Biesdorf, das zum neu gebildeten Amtsbezirk Biesdorf gehört, eine Gemeindevertreterwahl statt. Das Gut bleibt bis 1920 rechtlich selbständig. Von 1872-1920 sind Dorfgemeinde und Gut Teil des Kreises Niederbarnim.

1885
Der Bahnhof Biesdorf an der Königlichen Ostbahn wird eröffnet.

1887
Werner von Siemens erwirbt Schloss und Gut Biesdorf und überträgt es 1889 seinem Sohn Wilhelm.

1893
Nach dreijähriger Bauzeit öffnet die Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische “Wuhlgarten”, das heutige “Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus”.

ab 1899/1900
In Biesdorf beginnt eine verstärkte Siedlungstätigkeit.

ab 1904
Biesdorf erhält Wasser- und Gasanschluss. Erst 1914 kommt die Stromversorgung hinzu.

1907-1909
In Biesdorf wird nach Plänen von Karl Janisch die erste drehbare Luftschiffhalle zu Lande errichtet. 1911 findet die erste Probefahrt des Siemens-Schuckert-Luftschiffes (SSL) statt.

1920
Biesdorf wird nach Berlin eingemeindet und Teil des Bezirkes Lichtenberg.

1927
Die Stadt Berlin kauft Gut, Schloss und Park Biesdorf.

1933
Eines der ersten jüdischen Opfer in Berlin ist der Biesdorfer Arzt Dr. Arno Philippsthal. Er wird am 21. März 1933 festgenommen, am 3. April stirbt er an den Folgen der Misshandlungen.

ab 1934
Infolge des Gesetzes über die “Verhütung erbkranken Nachwuchses” werden auch in der Anstalt für Epileptische “Wuhlgarten” Zwangssterilisierungen vorgenommen. Mindestens 689 Patienten werden werden in Tötungsanstalten deportiert.

1945
Am 22. April erreicht die Rote Armee Biesdorf.
Ende Mai/Anfang Juni werden 36 Häuser in Biesdorf für leitende Mitarbeiter von Behörden und Kultureinrichtungen beschlagnahmt.

1951
Die im zweiten Weltkrieg zerstörte Kirche auf dem Anger wird nach dem Wiederaufbau in vereinfachter Form eingeweiht und erhält den Namen “Gnadenkirche”.

1952
Das 1945 von der Roten Armee besetzte Biesdorfer Gut wird “Volkseigenes Gut”.

1953
Das Haus 1 des Studentenwohnheims in der Oberfeldstraße wird bezogen.

1977
Das seit 1955 für kulturelle Zwecke genutzte Schloss und der Schlosspark werden unter Denkmalschutz gestellt.

1979
Biesdorf wird Teil des neuen Stadtbezirkes Berlin-Marzahn.

1993
Nach Rekonstruktion wird der Biesdorfer Schlosspark, einschließlich Parkbühne, Eiskeller und Teich, wieder eröffnet. 1998 werden ein Teehaus und ein Lesegarten übergeben.

1997
Am Rapsweg wird das Unfallkrankenhaus Marzahn eröffnet.

1999-2000
An der Köpenicker Straße in Biesdorf-Süd werden archäologische Grabungen durchgeführt. Die Funde reichen bis in die Zeit vor ca. 9000 Jahren zurück.

2001
Biesdorf wird Teil des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf.