Bürgerrat und Einwohnerbefragung zu Hitzeschutz in Marzahn-Nord

Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic mit Vertreterinnen der Projektpartner und dem Klimaschutzbeauftragten halten ein Schild mit der Aufschrift "Klima trifft Kommune"

Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic mit Vertreterinnen der Projektpartner und dem Klimaschutzbeauftragten

Zum ersten Mal in Marzahn-Hellersdorf (Bezirksregion Marzahn-Nord) fand im November 2025 ein Bürgerrat statt. Grundlage war ein Beschluss des Bezirksamts vom 17.06.2025. Der Bürgerrat tagte an drei Terminen und erarbeitete Empfehlungen für Maßnahmen zum Hitzeschutz in der Nachbarschaft. Aktuell werden in einer Einwohnerbefragung per Post alle Personen ab ab 16 Jahren in Marzahn-Nord befragt, welche Empfehlungen ihrer Meinung nach Umgesetzt werden sollen.

Der Bürgerrat

Im Herbst 2025 wurde der Bürgerrat zum Thema Hitzeschutz in Marzahn-Nord durchgeführt. Die* 33 Teilnehmenden wurden per Zufall* aus dem Einwohnermelderegister ausgewählt. Grundlage war ein sogenanntes stratifiziertes Losverfahren. Dieses stellt sicher, dass die Gruppe die Bevölkerung möglichst gut widerspiegelt.

So entstand ein „Mini-Marzahn-Nord“:
Vertreten waren Menschen unterschiedlichen Alters (von 16 bis 76 Jahren), Geschlechts, Bildungsstands sowie mit und ohne Migrationshintergrund.

Der Bürgerrat tagte an drei Terminen im November 2025. Die Sitzungen wurden professionell moderiert. Ziel war es, einen respektvollen, strukturierten und fairen Austausch zu ermöglichen, bei dem alle Beteiligten zu Wort kommen.

Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft unterstützten die Teilnehmenden mit verständlichen Impulsvorträgen. So konnten sich alle eine fundierte Meinung bilden – auch zu Themen, mit denen sie zuvor wenig Berührung hatten.

Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung sowie Pressevertreter waren eingeladen, als Gäste den Bürgerrat zu beobachten.

Die Ergebnisse

Im Bürgerrat wurden insgesamt 28 konkrete Vorschläge für den Hitzeschutz in Marzahn-Nord erarbeitet. Die Ideen decken verschiedene Bereiche ab – von baulichen Maßnahmen bis hin zu Information und Aufklärung.

Das Bezirksamt hat alle Vorschläge fachlich und rechtlich geprüft. Knapp die Hälfte davon wurde als umsetzbar bewertet.

Dazu gehören unter anderem:
  • öffentliche Trinkwasserspender
  • die Entsiegelung von Flächen
  • zusätzliche Sitzmöglichkeiten, zum Beispiel im Seelgrabenpark
  • die Anlage von Wildblumenwiesen
  • eine Aufklärungskampagne zum Thema Hitzeschutz

Die Empfehlungen wurden im Februar 2026 an das Bezirksamt übergeben und werden voraussichtlich im Mai 2026 im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz vorgestellt.

Das Bürgergutachten mit allen Empfehlungen und weiteren Informationen zum Prozess ist am Ende der Seite zum Download verfügbar.

Wie es jetzt weitergeht

Im nächsten Schritt sind die Einwohnerinnen und Einwohner von Marzahn-Nord gefragt:

Alle Personen ab 16 Jahren können in einer Einwohnerbefragung über die geprüften Vorschläge abstimmen. Die Abstimmungsunterlagen wurden bereits per Post verschickt, zusammen mit der Einladung zur Einwohnerversammlung.

Rückmeldungen bis zum 7. April 2026 werden bei der Auswertung berücksichtig. Daraus ergibt sich ein Bild davon, welche Empfehlungen den Menschen im Kiez besonders wichtig sind. Sie bilden die Grundlage für die Entscheidungen des Bezirksamts, welche Maßnahmen umgesetzt werden.

Die ersten Maßnahmen sollen bereits im Jahr 2026 umgesetzt werden.

Hintergrund: Projekt „Klima trifft Kommune“

Der Bürgerrat ist Teil des bundesweiten Modellprojekts „Klima trifft Kommune“.

Ziel des Projekts ist es, neue Wege der Bürgerbeteiligung bei Klimathemen zu erproben. Dafür werden zwei Verfahren kombiniert:

  • ein ausgeloster Bürgerrat
  • eine anschließende Abstimmung durch die Bevölkerung

Das Projekt wird von den gemeinnützigen Vereinen Gesellschaft für Klima und Demokratie e. V. und Mehr Demokratie e. V. umgesetzt. Gefördert wird es von der Robert Bosch Stiftung und der Deutschen Postcode Lotterie.

Neben Marzahn-Hellersdorf nehmen auch Flensburg, Pinneberg und Osterburg (Altmark) teil.

Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, Bürgerbeteiligung zu stärken und die repräsentative Demokratie sinnvoll zu ergänzen.
Die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgerrats sind aus dem Einwohnermelderegister ausgelost worden. Mit Hilfe eines sogenannten stratifizierten Losverfahrens wird eine Gruppe gebildet, die den Querschnitt der Bevölkerung von Marzahn-Nord abbildet, sodass Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts, mit unterschiedlichen Bildungshintergründen sowie mit und ohne Migrationshintergrund vertreten sind.

Empfehlungen des Bürgerrats Marzahn-Nord zum Hitzeschutz

  • Bürgergutachten Marzahn-Nord: Empfehlungen zum Hitzeschutz

    PDF-Dokument (11.4 MB)

Kontakt

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin

Klimaschutzbeauftragter
Herr Chadid