Der Bürgerrat
Im Herbst 2025 wurde ein Bürgerrat zum Thema Hitzeschutz in Marzahn-Nord durchgeführt . Die 33 Teilnehmenden wurden per Zufall aus dem Einwohnermelderegister ausgewählt. Grundlage war ein sogenanntes stratifiziertes Losverfahren. Dieses stellt sicher, dass die Gruppe die Bevölkerung möglichst gut widerspiegelt.
So entstand ein „Mini-Marzahn-Nord“:
Vertreten waren Menschen unterschiedlichen Alters (von 16 bis 76 Jahren), Geschlechts, Bildungsstands sowie mit und ohne Migrationshintergrund.
Der Bürgerrat tagte an drei Terminen im November 2025. Die Sitzungen wurden professionell moderiert. Ziel war es, einen respektvollen, strukturierten und fairen Austausch zu ermöglichen, bei dem alle Beteiligten zu Wort kommen.
Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft unterstützten die Teilnehmenden mit verständlichen Impulsvorträgen. So konnten sich alle eine fundierte Meinung bilden – auch zu Themen, mit denen sie zuvor wenig Berührung hatten.
Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung sowie Pressevertreter waren eingeladen, als Gäste den Bürgerrat zu beobachten.
Die Empfehlungen des Bürgerrats
Im Bürgerrat wurden insgesamt 28 konkrete Vorschläge für den Hitzeschutz in Marzahn-Nord erarbeitet. Die Ideen decken verschiedene Bereiche ab – von baulichen Maßnahmen bis hin zu Information und Aufklärung.
Das Bezirksamt hat alle Vorschläge fachlich und rechtlich geprüft. Knapp die Hälfte davon wurde als umsetzbar bewertet.
Dazu gehören unter anderem:- öffentliche Trinkwasserspender
- die Entsiegelung von Flächen
- zusätzliche Sitzmöglichkeiten, zum Beispiel im Seelgrabenpark
- die Anlage von Wildblumenwiesen
- eine Aufklärungskampagne zum Thema Hitzeschutz
Die Empfehlungen wurden im Februar 2026 an das Bezirksamt übergeben und werden voraussichtlich im Mai 2026 im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz vorgestellt.
Das Bürgergutachten mit allen Empfehlungen und weiteren Informationen zum Prozess ist am Ende der Seite zum Download verfügbar.
Die Ergebnisse der Einwohnergbefragung
Alle Personen ab 16 Jahren in Marzahn-Nord haben per Post einen Stimmzettel erhalten, um in einer Einwohnerbefragung über die umsetzbaren Vorschläge abzustimmen.
An der Befragung haben 1.650 Personen teilgenommen, das entspricht 8,7 Prozent aller Befragten. Eine klare Mehrheit hat dabei die Empfehlungen des vorangegangenen Bürgerrats angenommen.
Neue Sitzbänke auf öffentlichen Flächen erhielten mit 85,0 % Ja-Stimmen die höchste Zustimmung aller Maßnahmen – gefolgt von Gärten an öffentlichen Plätzen (82,8 %), Grünflächen als Wildblumenwiesen (83,0 %) und Trinkwasserspendern in öffentlichen Gebäuden (81,4 %). Auch die Weiterführung des Hitzetelefons (69,9 %), Bildungsmaßnahmen in Kitas und Schulen (70,2 %) sowie das Entsiegeln von Betonplatten im Seelgrabenpark (66,5 %) fanden deutliche Unterstützung. Die vollständigen Ergebnisse sind stehen am Ende der Seite als Download bereit.
Diese bilden nun die Grundlage für die Entscheidungen des Bezirksamts, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Die ersten Maßnahmen sollen bereits im Jahr 2026 umgesetzt werden.
Hintergrund: Projekt „Klima trifft Kommune“
Der Bürgerrat ist Teil des bundesweiten Modellprojekts „Klima trifft Kommune“.
Ziel des Projekts ist es, neue Wege der Bürgerbeteiligung bei Klimathemen zu erproben. Dafür werden zwei Verfahren kombiniert:
- ein ausgeloster Bürgerrat
- eine anschließende Abstimmung durch die Bevölkerung
Das Projekt wird von den gemeinnützigen Vereinen Gesellschaft für Klima und Demokratie e. V. und Mehr Demokratie e. V. umgesetzt. Gefördert wird es von der Robert Bosch Stiftung und der Deutschen Postcode Lotterie.
Neben Marzahn-Hellersdorf nehmen auch Flensburg, Pinneberg und Osterburg (Altmark) teil.
Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, Bürgerbeteiligung zu stärken und die repräsentative Demokratie sinnvoll zu ergänzen.
Die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgerrats sind aus dem Einwohnermelderegister ausgelost worden. Mit Hilfe eines sogenannten stratifizierten Losverfahrens wird eine Gruppe gebildet, die den Querschnitt der Bevölkerung von Marzahn-Nord abbildet, sodass Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts, mit unterschiedlichen Bildungshintergründen sowie mit und ohne Migrationshintergrund vertreten sind.