Animal Hoarding: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf zum Schutz von Mensch und Tier im Einsatz
Pressemitteilung vom 02.11.2026
Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf ist gegen eine nicht artgerechte Tierhaltung in einer stark vermüllten Wohnung vorgegangen. Die Veterinäraufsicht hatte einen Hinweis erhalten, dass der Wohnungsinhaber trotz bereits früher festgestellter erheblicher Missstände erneut Tiere hält. Bei einer Kontrolle bestätigte sich der Verdacht: Die Wohnung in Hellersdorf war massiv vermüllt, hygienisch stark belastet und von Ungeziefer befallen. Ein Kaninchen konnte inzwischen gesichert werden.
Der Fall ist dem Bezirksamt bereits aus der Vergangenheit bekannt. Im März 2024 waren aus der Wohnung des Mannes insgesamt 20 Kaninchen geborgen worden. Die Tiere hatten sich Gänge und Rückzugsräume in Sofas und zwischen Müll und Gegenständen geschaffen. Der Wohnungsinhaber bezeichnete sich selbst als „Oberhasen“.
Bei der aktuellen Kontrolle waren bereits beim Öffnen der Wohnungstür erhebliche Geruchsbelästigungen wahrnehmbar. Der unter rechtlicher Betreuung stehende Wohnungsinhaber widersetzte sich dem Einsatz zunächst massiv, gewährte den Einsatzkräften schließlich jedoch Zutritt. Die Wohnung war durch Müll und zahlreiche Gegenstände weitgehend unzugänglich. Neben einem erheblichen Ungezieferbefall wurden verdorbene Lebensmittel und weitere massive hygienische Missstände festgestellt. In einem Kühlschrank befand sich menschlicher Kot.
Aufgrund der schwierigen Bedingungen war es zunächst nicht möglich, alle möglicherweise in der Wohnung befindlichen Tiere aufzufinden und zu sichern. Deshalb wurde die Wohnung zunächst teilweise beräumt. Ziel war es, einen Rettungsweg zu schaffen und ausreichend Platz für den Einsatz von Lebendfallen herzustellen. Dabei wurden rund 25 Kubikmeter Müll entsorgt. Wegen der erheblichen hygienischen Belastungen mussten die Einsatzkräfte besondere Schutzmaßnahmen treffen. Ein Betreten der Wohnung war nur mit Mundschutz und Schutzoverall möglich.
Die aktuelle Kontrolle zeigt, dass sich der Zustand der Wohnung seit der ersten Sicherstellung der Kaninchen im März 2024 nochmals erheblich verschlechtert hat. Der Wohnungsinhaber wurde durch den Sozialpsychiatrischen Dienst in medizinische Behandlung vermittelt.
Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic erklärt: „Ich danke unseren Kolleginnen und Kollegen des Ordnungs- und Gesundheitsamtes sowie den hinzugezogenen Polizeikräften für ihren Einsatz. Solche Fälle zeigen, dass sogenanntes Animal Hoarding eine langfristige und behördenübergreifende Begleitung erfordert. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Tiere, sondern ebenso darum, die betroffenen Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren und ihnen Unterstützung anzubieten. Im Rahmen unserer Zuständigkeit werden wir die erforderlichen Maßnahmen fortführen.“
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