DDR und Nachwendezeit: Zwei Abende in Marzahn-Hellersdorf über Lebenswege und Literatur
Pressemitteilung vom 18.09.2026
Die Mark-Twain-Bibliothek in Marzahn befasst sich in zwei getrennten Terminen mit den gesellschaftlichen Umbrüchen der Wendezeit und dem Bedeutungsverlust der DDR-Literatur. In der Reihe „Autoren und ihre Bücher“ spricht die Journalistin Danuta Schmidt mit einem Autor sowie mit einem Literaturwissenschaftler. Veranstaltungsort ist die Marzahner Promenade 52–54.
Am Mittwoch, 23. September 2026, stellt Reinhard Griebner um 20:00 Uhr seinen Erzählband „Am toten Punkt“ vor. Das Buch handelt von Menschen, deren Lebenswege durch die politischen Veränderungen in Ost- und Westdeutschland neu geprägt wurden. Während manche an vertrauten Überzeugungen festhielten, suchten andere nach neuen Perspektiven in der veränderten Gesellschaft. Anhand dieser unterschiedlichen Erzählungen zeigt das Werk, wie Menschen mit tiefgreifenden Einschnitten umgehen. Griebner arbeitete nach einer Ausbildung zum Maschinenbauer, einem Volontariat sowie einem Studium der Kulturwissenschaften und Journalistik in Leipzig als Kulturredakteur und Moderator beim DDR-Fernsehen in Adlershof. Später war er beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) tätig, unter anderem als stellvertretender Chefredakteur und zuletzt als verantwortlicher Redakteur für das Ressort Zeitgeschehen/Dokumentation.
Ein weiterer Termin findet am Freitag, 2. Oktober 2026, um 20:00 Uhr statt. Thema des Abends mit Carsten Gansel ist das Schicksal der DDR-Literatur nach 1990. Nach der Wiedervereinigung wurden zahlreiche Bücher aus Bibliotheken und Sammlungen entfernt, Verlage geschlossen oder verkauft und Autoren häufig nach politischen Kriterien bewertet. Gansel plädiert für eine differenzierte Beurteilung der DDR-Literatur und der ostdeutschen Gesellschaft. Er lehrt Literatur an der Justus-Liebig-Universität Gießen, engagiert sich im PEN-Zentrum Deutschland, leitet die Jury des Uwe-Johnson-Literaturpreises und verfasste zuletzt die Biografie „Ich bin so gierig nach Leben“ über Brigitte Reimann.
Danuta Schmidt ist Journalistin und Moderatorin. Mit der Berliner “SonntagsLese” entwickelte sie 15 Jahre ein eigenes Diskussionsformat. Nach einem Semester Journalismus in Leipzig in der Wendezeit wechselte sie ins Architektur-Fach, arbeitete in verschiedenen Büros und setzte parallel ihre journalistische Entwicklung in verschiedenen Tageszeitungen, später beim MDR-Hörfunk und im RBB Fernsehen fort. Seit 2010 arbeitet sie freischaffend.
Der Einlass startet jeweils um 19:30 Uhr.
Wegen begrenzter Plätze ist eine vorherige Anmeldung telefonisch unter 030 54 704 142 oder per E-Mail erforderlich. Der Eintritt ist frei. Der Förderverein Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e. V. bittet am Ausgang um Spenden zur Finanzierung der Veranstaltungen.
Informationen zu beiden Terminen sind im Kalender des Landes Berlin für die Buchvorstellung mit Reinhard Griebner und für das Gespräch mit Carsten Gansel abrufbar.
Bei Veranstaltungen der Stadtbibliothek können Foto- oder Videoaufnahmen für Webseiten und soziale Medien entstehen.
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Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin
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